Brennessel-Malfatti mit Ziegenkäse-Bärlauchsauce

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Pfingsten waren wir auf dem Land. Aber so richtig auf dem Land. Bullerbü mitten in Brandenburg. Allerliebste Freunde wohnen dort und führen ein entzückendes Leben zwischen Schafen, Störchen, Wiesen, Seen, unendlichen Ausblicken und Momenten, frei von jeglichen Zivilisationsgeräuschen. Wunderbar.

Bis wir Großstadtindianer einfallen und für Unruhe sorgen. Die 3 Tage müssen jetzt aber aktiv entspannt werden! Die Kinder sollen am liebsten 24 Stunden draußen ohne Gejaule rumspielen, das frisch erstandene Wildkräuterbuch muss abgearbeitet werden, ein Achtelmarathon durch duftende Landschaften gelaufen und Heidschnucken gebraten und nebenher müssen noch Tische und Regale und Holzschwerter gebaut werden. Aber alles total entspannt!

Nein, mal ehrlich. Es war ein Traum. Meine Wildkräutersuchambitionen waren enorm und wir marschierten auch einmal zum Sammeln los. Allerdings wurden sie dort irgendwie nicht zubereitet, sondern schlussendlich den Schafen verfüttert. Kurz vor der Abfahrt gestern bin ich doch noch einmal losgeradelt und habe wenigstens ein paar Brennesseln gepflückt. Die haben es dann auch tatsächlich in die heimischen Töpfe geschafft.

Für die Malfatti habe ich eine Handvoll Brennesseln mit etwas Öl in Schalotten und Knoblauch angehen lassen. Ausdrücken, klein hacken. Dann hab ich 125g Ricotta mit einem Ei und einem Eigelb verquirlt. Mit 40g Mehl, einem EL Hartweizengries  und 30g geriebenem Parmesan verrührt, Salz und Muskatnuss dazu. Dann die gehackten Brennnesseln untergehoben und in den Kühlschrank damit. Nach einer halben Stunde hab ich mithilfe zweier Löffel Nocken geformt und auf einem mit Gries bedecktem Teller gebettet.

Vorsichtig in sachte kochendes Wasser gleiten lassen. Kamen sie hoch, waren sie gut.

Für die Bärlauchsauce habe ich zu etwa gleichen Teilen Apfelsaft mit Sahne aufgekocht und reduzieren lassen. Dann Ziegenfrischkäse und Bärlauchpesto (ohne Nüsse) dazu und mit dem Pürierstab aufgeschäumt. Alles hübsch angerichtet wurde alles viel Wonne und etwas Fernweh verspeist.

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11 Kommentare zu „Brennessel-Malfatti mit Ziegenkäse-Bärlauchsauce

  1. Büllerbü in Brandenburg mir Freizeitstreß. 😀 Klingt himmlisch, genau so wie deine Brenneselnocken! Ich habe am Sonntag beim Spazierengehen hier in der Stadt Frühlingsmorcheln gesehen, hatte aber kein Messer dabei und auch keine Tüte. Heute wieder geschaut – alles abgeerntet. 😉

      1. Das kann ich dir doch nicht verraten. 😉 Und außerdem werden die jetzt im Dauerregen eh matschig. Es ist Mai. Das ist doch nicht normal mit dem Wetter, oder??!

      2. Na ich wollte es doch nur grob wissen. Ich mach mich nicht auf, keine Bange;)

        Das Wetter ist zum ausrasten. Nach dem Winter haben wir das echt nicht verdient.

      3. Am Eilbekkanal…wehe 😉
        Es regnet seit über 24 Stunden, unglaublich… ich konnte heute morgen nicht mal laufen…

      1. Darüber reden wir nochmal, wenn Du einen Garten hast 🙂
        Ok, im Ernst: unser Garten hat Handtuchgröße (immerhin ist München nicht ganz billig); die Brennnesseln dürfen hinterm Zaum wachsen – ich bin sicher, das sind schon wieder welche.

      2. Hamburg ist ja auch so teuer … Wir sind über unsere Terrasse schon sehr froh. Immerhin haben wir diverse Kräuter, Tomaten und Zucchini im Angebot. Abgesehen von den Beeren. Leider alles nur in Naschmengen.

  2. Malfatti heißt doch so was wie schlecht gemacht, oder? Deine Klößchen sehen aber verdammt gut gemacht aus! Und dann auch noch mit Brennesseln, großartig. Prima, dass es ihr es so schön hattet in Brandenbullerbü – Deine Beschreibung zum entspannten Freizeit-Multitasking ist zu köstlich ;-).

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