Brathering mit Salzkaramell-Kartoffeln

brathering_karamellkartoffel

(Brathering. Ich kann es nicht lassen, sie in meinem Kopf immer englisch „Bräsering“ auszusprechen. Eine Unart von mir.)

Wie verprochen gehts heute weiter. Im Fischladen gestern gabs nur ganze Heringe. Da hab ich ganz lieb gefragt, ob ich auch Filets bekommen könnte. Und da der Mann kurz zuckte, meinte ich, ich nähme auch zwei. Nun waren das ganz schön dicke Johnnys. Beide zu einer Mahlzeit wären echt zu viel gewesen. Also gabs sie einmal warm (gestern) und einmal kalt.

Die heutigen hab ich ganz klassisch gewürzt und nach dem Mittagessen noch schnell in die Pfanne gehauen. Dann hab ich einen Sud aus Weinessig, Wasser, Zucker, Lorbeerblatt, Nelke, Senfsaat und Zwiebeln, Salz und Pfeffer aufgekocht und mit etwas Dill zu den abgefetteten Heringsfilets in eine Schüssel gegeben. Abkühlen lassen und in den Kühlschrank damit. Heute Vormittag probierte ich schon einmal ein Stückchen und fand den Fisch echt lecker, aber einen kleinen Tuck zu sauer. Also dachte ich mir: gegensteuern. Und das tat ich mit ein paar schön knusprigen, mit salzigem Karamell überglänzten Pellkartoffeln, die das Saure vom Fisch lecker kontrastierten und beim Draufbeißen herrlich krachten.

Kartoffel-Kerbel-Knusper-Püree mit Spargel

Knusperpueree

Ich gebe zu, optisch eher ein Weggucker, aber die erste Servierdarbietung war noch schlimmer …

Ich  ging vorhin zum Markt und war auf Spargelpirsch. Wollte was Neues posten. Aber mit Butter und Schinken hol ich hier ja niemanden von der Sonnenliege runter. Ich machte mithilfe Kartoffeln, Milch, Joghurt, Salz, Pfeffer und frischer Kerbel ein würziges, aber leichtes Püree. Dann briet ich mit allerhand Butter fitzelig geschnippelte Weißbrotwürfel bis sie so richtig knusprig waren. Der Spargel wurde ohne Chi-Chi einfach konventionell gekocht.

Auf dem Teller sah das dann so aus: langer Spargel an Püreenocken und Croûtons darauf. Wie wir Norddeutschen sagen: dröge.  Hier ein Ausschnitt des traurigen Mahls:

Ausschnitt-puereeIch ärgerte mich schon, weil es so nicht zu veröffentlichen wäre. Aber dann probierte ich es und fand doch großen Gefallen daran. Zumindest, wenn ich nicht hinschaute. Da das Püree mit den knusprigen Croûtons zusammen so lecker schmeckte (knusprig in weich, buttrig in kartoffelig), genehmigte ich mir eine zweite Portion. Dafür kamen die Knusperstückchen direkt in den Kartoffelbrei und die Spargel mundgerecht noch einmal kurz in die Butterpfanne. Das Arrangement seht ihr oben. Ich bildete mit ein, es war jetzt noch leckerer als vorher!

 

Grüner Spargel mit Orangenbutter und Kammmuscheln

MinzeSpargel_Orangenbutter

Was für ein Tag! Die Sonne wärmte, das Grün sprießte, der Grill grillte und die Füße waren bar. Raus mit den Überwinterpflanzen und auf mit der Sonnenbrille! Die Terrasse wurde klar gemacht. Für Blumen, die ich neulich in der Gärtnerei gekauft hatte wurden Töpfe entkrautet und neu bestückt. Und siehe da – da kommt doch was. Und das ist ganz doll Grün! Die Minze hatte sich klammheimlich mithilfe unterirdischer Wurzelpipelines ausgebreitet und steckte für sich neue Claims ab. Nix da, ich will Koriander und Rucola einsäen! Das frisch geschlüpfte Pflänzchen musste weichen und einer anderen Bestimmung zugeführt werden. Zusammen mit dem Spargel und den Kammmuscheln ergab es eine feine kleine Vorspeise:

Spargel mit Butter in einer Pfanne anbraten, würzen, rausnehmen. Dann die Muscheln braten, mit Salz, Pfeffer und Vanille würzen und mit frisch gepresstem Orangensaft ablöschen. Fische Pipeline-Minze dazu, einkochen lassen. Nochmal geschmacklich nachjustieren und mit dem Spargel zusammen anrichten.

 

Süßkartoffelpüree mit Stremellachs

suesskartoffel_Stremellachs

Gestern habe ich mich total verkocht. Es war so furchtbar, dass ich noch Stunden später „Buäh-buäh-buäh!“-schimpfend durch die Wohnung wackelte. Sollten Süßkartoffel-Rote Bete Rösti werden und waren ekelhaft. Aber gut erzogen wie ich bin, aß ich alles auf. Gar nicht gut. Es waren keine Rösti sondern angebratener Matsch, zudem wahnsinnig versalzen. Ich konnte gar nicht so viel trinken wie mir durstig war.

Anders heute. Total anders und sehr sehr befriedigend. Ausgegangen bin ich nochmal  von Süßkartoffel und Roter Bete. Bei dem Trauma von gestern hilft nur Konfrontationstherapie.

Eins nach dem anderen:

  • Rote Bete in Stückchen schneiden und mit Wasser, Weißweinessig und einem Löffelchen Lavendelhonig al dente kochen. Salzen.
  • Eine Süßkartoffel und eine kleine Pastinake weich kochen lassen. Mit Butter, Muskat und etwas Limettensaft, Salz und Pfeffer abschmecken.
  • Saure Sahne leicht würzen und mit frischem Dill vermischen
  • Stremellachs im Ofen was anwärmen und zerrupfen.

Es waren so viele leckere Geschmackskombis auf dem Teller: Räucher mit sauer, Sauer mit süss, süß mit frisch, frisch mit Fisch, Fisch mit süß…… alles war gut.

Jacobsmuscheln mit Erbsenpüree und lila Kartoffelrisotto

Bild    Mann, ich bin fertig! Hab mir wieder die Nacht um die Ohren geschlagen… Diesmal nicht, weil mir nichts zu Kochen einfiel, sondern weil ich wegen des Superbowls vor der Glotze klebte und den Absprung ins Bett nicht kriegte. Dabei interessiert mich Football eigentlich überhaupt nicht. Ich wusste, dass ich mich deswegen heute ärgern werde und ich ärgere mich auch. Aber ein wenig zufrieden bin ich doch, denn ich habe gerade dieses freundliche Tellerchen verputzt. Weil es heute früh so schön sonnig und die Luft lecker frisch war, schafften es meine müden Knochen auch zum Markt. Irgendwie sollte heute was Farbenfrohes meiner Matschbirne entgegenwirken und es entstand dieses kunterbunte Mittagessen. Das war nicht nur optisch sondern auch geschmacklich ein fröhliches Durcheinander, was mich ganz glücklich machte.

Eine ziemlich ähnliche Farbgebung wie mein Gericht hat auch ein Buch, das mein Mann mir zum Nikolaus geschenkt hat: Niki Segnits Geschmacksthesaurus. Kennt ihr bestimmt wieder alle, oder? Ich finde dieses Buch sehr inspirierend und interessant. Es werden auf knapp 500 Seiten verschiedenste Geschmackskombinationen beschrieben und mit Anekdoten oder Rezepten versehen. Unter „Meeresfrüchte und Erbsen“ wird auf ein weiteres Buch über die Küche des Mittelalters hingewiesen, in dem ein Erbspüreerezept beschrieben ist, was ich sofort kochen musste: Ich habe die Zutaten mengenmässig ein bisschen Pi mal Daumen eingesetzt; Abwiegen und -messen ist heute nicht so  ein Ding.

Also: zwei Hände voll Erbsen kurz kochen. Im Mixer ein Toastbrot ohne Rinde, etwas Weißweinessig, die Erbsen, Salz, etwas Ingwer, je eine Prise Zimt, Kardamom, Piment zu einem Püree mixen. Weil mir das zu fest wurde, habe ich noch etwas Sahne hinzugegeben. Eigentlich gehören noch Mandeln und Nelken mit hinein, hab ich aber vergessen. Abschmecken und vor dem Servieren nochmal erwärmen.

Für das lila Kartoffelrisotto (mir fällt kein anders Wort dafür ein. Vielleicht Kartoffelotto!?) eine halbe Schalotte mit klein gewürfelten lila Kartoffeln in Butter anschwenken, mit etwas Weißwein und Gemüsefond ablöschen, salzen, pfeffern, bissfest garen und mit einem EL Parmesan und etwas Butter am Ende abrunden.

Serranoschinken hab ich in einer Pfanne knusprig gebraten, rausgenommen um darin die mit Piment d’Espelette bestäubten Muscheln in Schinkenaroma und Butter zu schwenken.

Es war wie auf einer Mischpalette: Ich aß die einzelnen Komponenten in unterschiedlichen Kombinationen (Püree mit Muschel, Muscheln mit Schinken, Schinken mit Kartoffeln…)  und bei jedem Happen entstand ein köstlich-buntes Treiben in meinem Mund.

Während ich da hier schreibe, lungere ich faul auf dem gleichen Sofa von letzter Nacht und nach den 3 Punkten am Ende  werde ich ein kleines farbenfröhliches Schlummerchen machen …

Sellerie-Ingwerpüree mit Chilifisch

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Aaaah! Was war das denn eben? Eine wunderbar zarte, mildwürzige Beilage, die den Namen „Beilage“ nicht verdient. Das Püree war eher so eine Art Hauptlage, wenn ihr versteht, was ich meine. Sowas von lecker und überhaupt nicht selleriig. Es hat den Fisch in den Schatten gestellt. Ich fand mich verzückt auf den Teller starrend und das nicht aufgrund meiner gediegenen Deko.

1/4 Sellerieknolle mit einer Kartoffel, einem halbdaumengroßen Stück Ingwer und einem halben TL gemahlenem Koriander in etwas Wasser weich kochen. Abgießen, abdampfen und mit 2 EL Kokosmilch (da ist doch immer ein bisschen Dickes in der Dose, das habe ich genommen) fein pürieren. Mit Salz abschmecken und lächeln. Den Fisch habe ich mit Limette und Chiliflocken gewürzt und dazu gebraten. Zuckerschoten sorgten für frische Farbe.

Rote Bete Knödel mit Birnen-Gorgonzolasauce und karamellisierten Maronen

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Neulich bin ich an einem neuen Mittagsrestaurant vorbei spaziert. Aus den Augenwinkeln las ich „Rote Bete Knödel“ und ging vorbei, obwohl ich das sehr verlockend fand. Wahrscheinlich war ich satt oder in Eile. Ansonsten wäre ich sicherlich stehen geblieben und hätte spontan welche gekostet. Beim Vorbeigehen ein paar Tage später gabs dort sowas nicht. Also musste ich sie selber machen. Eigentlich kein Problem, wäre da nicht mein Knödeltrauma . Ich habs schon häufiger beschrieben: Sie fallen mir beim Garen immer auseinander und ich fluche wie ein Kanalarbeiter. Ich wollte es noch einmal probieren, denn ich hatte Resterotebete und Restebrot am Start. Mit ganz viel Ruhe und genau nach Rezept. Es klappte.

In etwas Öl eine kleine Zwiebel, kleinst gewürfelt, dünsten. 100g gekochte Rote Bete schreddern, Saft ggf. abtropfen lassen. 120g in Würfel geschnittene altbackene Brötchen mit 2 Eiern, der Bete, 20g Mehl (Ich wagte aufgrund der Konsistenz etwas mehr, gab auch noch etwas Semmelbröseln dazu), gehackten Schnittlauch, 1TL Salz vermengen. So lange warten, bis das Brot einigermaßen durchgesubscht ist. Kleine Knödelchen formen und in Dampf garen, damit sie ihre tolle Farbe behalten. Sie fielen nicht auseinander und ich freute mich sehr.

Da ich sicher gehen wollte, dass es am nächsten Tag auch was zu essen gibt, habe ich sie am Vortag zubereitet und während des Saucenkochens nochmal aufgewärmt.

Knödelchen

Zum Kochen der Gorgonzolasauce habe ich mich mitsamt meiner Knödelchen bei meiner Freundin Claudia eingezeckt und dabei die Küche verwüstet. Gorgonzola mit Weißwein und Sahne (gib ihm!) schmelzen lassen, mit Salz und Pfeffer abschmecken, klein geschnittene Birnenstückchen dazu geben und ziehen lassen. Maronen klein schneiden und mit Zucker in einer Pfanne karamellisieren lassen. (entschuldige Claudia, die Pfanne war danach versaut, ich weiß). Auf den Bildern fehlt noch irgendwas Grünes. Petersilie oder so. Hatten wir jetzt nicht, ging aber auch so ganz gut.

Servietten-Käseknödel mit Apfel-Zwiebelkompott und Salbei

Käseknödel mit Apfel-SalbeiAllerliebste Alpenländler. Die liebe Susanne hat dieses schöne Blogevent ins Leben gerufen:

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Und ich möchte hiermit meinen kleinen Beitrag liefern. Ich war zwar dieses Jahr im Sommer in Frankreich, aber im Winter immerhin zum Skilaufen in Österreich und kürzlich zum Baden im Genfer Seefreibad. Grund genug, sich eurer herrlichen Küche zuzuwenden. So grob zumindest. Vermutlich werdet ihr bei diesem Rezept eure rot-weißen Händchen über dem Kopf zusammenschlagen, ich habe nämlich rumexperimentiert. Ich hoffe sehr, ihr fühlt euch in eurer kulinarischen Tradition nicht verhohnepipelt. Denn ich möchte euch nächstes Jahr wieder besuchen und mich an euren Käse-, Eier- und allen anderen Spezialitäten gütlich tun. Gerne dürft ihr als Gegenoffensive auch Labskaus verunkochen.

Wie auch immer. Ich kann keine Knödel. Das habe ich schon einmal an dieser Stelle erwähnt. Serviettenknödel sind allerdings auch für Dummies zu bewältigen. Keine Ahnung, ob es überhaupt erlaubt ist, Käseknödel auf diese Art und Weise zuzubereiten. Ich habe es mal gemacht:

200g Knödelbrot (Österreich-Import), mit in warmer Milch aufgelöster Butter, 3 Eiern, Salz und Muskatnuss mischen. Dann eine handvoll Bergkäse in Würfel schneidn und ebenfalls untermengen. Auf Alufolie geben und zu einer Wurst rollen, Enden eindrieseln. Etwa 25 Minuten in köchelndem Wasser gar ziehen.

In der Zwischenzeit eine Zwiebel und einen Apfel würfeln und in Butter anschmoren. Mit Safran, Salz, Pfeffer und einem Lorbeerblatt würzen und mit Weißwein ablöschen. 15 Minuten schmoren lassen. Reichlich Salbeiblätter frittieren.

Knödel aus dem Alu pellen, aufschneiden und noch einmal knusprig braten. Apfel-Zwiebelkompott, Knödelzylinder und Knuspersalbei zusammen bringen und ganz fest an den Urlaub denken.

Wenn ich es schaffe, liebe Susanne, kommt auch noch was aus Frankreich!

Spargelpesto mit lila Bratkartoffeln

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Ich weiß gar nicht, ob Spargelpesto der richtige Begriff ist. Aber Petra nennt es so, und Sabine auch. Und da ich es einfach stumpf von ihnen nachgemacht habe, sag ich es halt auch. Eigentlich ist es eine Art göttliche Creme. Und alle, die es probiert haben, wollen sich reinknien, reinlegen, suhlen. So wie ich. Nach 1,5 Tagen war der ganze große Pott aufgefuttert. Von mir ganz alleine. Zu Brot, zu Couscous, vom Finger, vom Löffel, mit Bratkartoffeln.

Das Spargelpesto war blitzschnell zubereitet:

1 Pfund grüner Spargel, 7-10 Minuten gekocht und klein geschnitten, eine Handvoll Parmesan, eine kleine Chilischote, eine Handvoll enthäutete Mandeln, Salz, 1 Knoblauchzehe, Pfeffer, Zitronenabrieb, etwas Zitronensaft im Mixer zerkleinern.

Ich dachte, ich besorge mal ein paar schicke lilane Kartöffelchen, die machen sich farblich ja sehr hübsch. Gebraten machen diese Kartoffeln, (jedenfalls die Sorte, die ich erwischt habe) nicht so viel Sinn. Sie waren eher mehlig kochend und sicher großartig für Pü geeignet. Aber: zusammen mit der göttlichen Spargelcreme war alles wieder im Lot und ich glücklich.

Die Kartoffeln habe ich roh gebraten, das mag ich lieber. Zum Finish kamen noch frischer Thymian und geriebene Zitronenschale drüber. Danke Sabine, Danke Petra. Dank euch hab ich ne Rolle mehr am Bauch! 😉

Gegrillte Aubergine mit Olivencouscous

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Gasgrilli und ich sind gute Kumpels. Gestern mittag war uns mediterran zumute und wir hatten Lust auf frisches Gemüse. So kamen Auberginen und Tomaten aufs Feuer. Grilli machte alles heiß und ich durfte es essen. Wir sind schon ein gutes Team.

Olivencouscous machte ich so: Couscous mit kochendem Wasser übergießen und quellen lassen. Mit Salz, Pfeffer, Orangenöl und Olivenöl würzen. Dann klein geschnittene grüne und schwarze Oliven, Basilikum und frische Minze dazu geben. Keine Zitrone oder so. Irgendwie schmeckt mein Couscous dann sonst immer „metallisch“, ich kann das nicht anders beschreiben.

Joghurtsauce einfach aus Joghurt, Knoblauch, Zitronensaft, Salz und Pfeffer mischen. Die Auberginen habe ich in Streifen geschnitten und in Olivenöl und mit einem georgischen Gewürzsalz (den Namen hab ich leider vergessen) von meiner Nachbarin gewürzt. Baharat oder ähnliches geht natürlich auch. Ab auf den Grill. Das Ganze wurde am Ende in ein dünnes Fladenbrot gewickelt.

In 5 Wochen geht es in den Urlaub. So sollte er schmecken!