Blitz-Gazpacho

GazpachoIch habe jetzt Schulkinder. Mit zitterndem Kinn und mächtig viel Stolz haben wir sie gestern hinaus in die Welt geschickt. Hach …..

Und heute morgen hab ich das erste Mal Schulbutterbrotdosen befüllt. Kein leichtes Unterfangen bei zwei mäkeligen Kindern. Einer wollte Brot mit Kräutern. Als ich ihm gerade eins mit Pesto beschmiert hatte, schnappte er sich ne Schere, rannte auf den Balkon und schnitt einen Schnittlauch ab. Er wollte kein Pesto, sondern schließlich „mit Kräutern“, und ich schmierte hauchdünn Butter auf eine neue Scheibe, auf die er erst den Schnittlauch und dann noch etwas Kresse bastelte.

Da saß ich nun auf dem Pestobrot. Aber auch noch auf ein paar klein geschnittenen Gemüsen. Es ist immer noch warm draußen und ich hatte überhaupt keine Zeit und nur die paar Reste. So zauberte ich die folgende Gazpacho, die sehr schnell ging. Eigentlich.

Eine kleine Dose Tomaten mit einem halben TL Piment d’Espelette, einer Frühlingszwiebel, ein bisschen Gurke sowie Paprika, Sherryessig, Salz, 2 Knoblauchzehen, Pfeffer und ein bisschen gecrushtem Eis pürieren.

Das wäre die ganz schnelle Version gewesen. Der Genuss verzögerte sich noch ein bisschen, da ich beim Öffnen des Eisschranks ich erst einmal 2 geplatzte Bierflaschen entdeckte, die sich über das gesamte Gefriergut ergossen haben. Grrrr. Nun, nachdem das zähneknirschend beseitigt war, konnte es weitergehen. Ich würfelte das verschmähte Brot und briet es mit Buttter knusprig.

Suppe in Teller, Paprika, Frühlingszwiebeln und Gurken dazu, schönes Olivenöl drüber, Croutons daneben und lecker!

Übrigens habe ich das Kräuterbrot gerade unangerührt in der Brotdose gefunden ….

Flens

Gegrillte Aubergine mit Olivencouscous

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Gasgrilli und ich sind gute Kumpels. Gestern mittag war uns mediterran zumute und wir hatten Lust auf frisches Gemüse. So kamen Auberginen und Tomaten aufs Feuer. Grilli machte alles heiß und ich durfte es essen. Wir sind schon ein gutes Team.

Olivencouscous machte ich so: Couscous mit kochendem Wasser übergießen und quellen lassen. Mit Salz, Pfeffer, Orangenöl und Olivenöl würzen. Dann klein geschnittene grüne und schwarze Oliven, Basilikum und frische Minze dazu geben. Keine Zitrone oder so. Irgendwie schmeckt mein Couscous dann sonst immer „metallisch“, ich kann das nicht anders beschreiben.

Joghurtsauce einfach aus Joghurt, Knoblauch, Zitronensaft, Salz und Pfeffer mischen. Die Auberginen habe ich in Streifen geschnitten und in Olivenöl und mit einem georgischen Gewürzsalz (den Namen hab ich leider vergessen) von meiner Nachbarin gewürzt. Baharat oder ähnliches geht natürlich auch. Ab auf den Grill. Das Ganze wurde am Ende in ein dünnes Fladenbrot gewickelt.

In 5 Wochen geht es in den Urlaub. So sollte er schmecken!

Spaghetti mit Garnelen und Meeresspargel

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Der eine Queller ist noch nicht verdaut, da rutscht schon der nächste nach. Und damit es nicht zu langweilig klingt, nenn ich ihn mal anders. Meeresspargel oder Glasschmelz, Salicorne, Perce Pierre, haricot de mer … klingt alles besser als Queller. Aber die deutsche Sprache tendiert ja zu so hässlichen Worten. „Schüttrutsche“, „Straßenkreuzer“, „Achtung“ sind nur Spontaneinfälle von mir. Die Liste reicht von hier bis nach Neudorf-Platendorf.

Gut, dass Queller nicht so unappetitlich schmeckt wie es klingt. Schon gar nicht so, wie ich ihn eben hatte. Was hab ich gemacht? Folgendes:

Kirschtomaten halbieren und mit frischen Knoblauchzehen in Olivenöl bei mittlerer Hitze angehen lassen. Die Tomaten karamellisieren dann ein bisschen, das ist toll. Wenn der Knoblauch schön weich ist, Zwiebelringe und Rosmarin dazu geben und weiter schmoren. Mit Weißwein ablöschen. Zum Schluss die Garnelen und den Queller dazu und nochmal ganz kurz richtig brodeln lassen. Man kann die Garnelen natürlich auch nebenbei braten und später drauflegen, aber so haben sie noch Saft abgegeben, was der Sauce und mir gefiel. Mit Pfeffer, Zitronensaft und einer Spur Vanillezucker würzen (wenn salzen, dann vorsichtig, denn der Queller ist ja an sich schon salzig). Die Spaghetti unterheben und schön langsam genießen.

Maronenspätzle, äh -knöpfle mit Haselnüssen

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Ich habe ein Herz für Tiere. Ehrlich. Aber heute habe ich dem Eichhörnchen, dem wir ins Vogelhäuschen immer Nüsse legen, die Winternahrung weggegessen. Toto heißt es. Die Jungs haben es vor 3 Jahren so getauft und seitdem kommt Toto und holt sich seine Nüsschen ab. Wir gehen davon aus, dass wir schon Generationen von Totos durch den Winter gebracht haben, aber die Jungs glauben an „ihren einen“ Toto und wir wollen sie auch nicht desillusionieren.

Auf die Maronenspätzle knöpfle kam ich, weil ich in der hintersten Ecke des Kühlschranks noch ein Päckchen eingeschweißte Maronen aus der Weihnachtszeit vorfand. Uha – die müssen jetzt aber mal endlich weg. Ich stellte mir ihren süßlichen Geschmack ganz prima in Spätzle Knöpfleform vor und so schritt ich zur Tat:

Ein Päckchen Maronen (knapp 200g) im Mixer zu Mehl zerkleinern. Mit 3 Eiern, Salz, ca. 150g Mehl und etwas Wasser zu einem Teig verrühren. Schön kräftig rühren, bzw. schlagen. Dann mithilfe eines Spätzlehobels (oder ich Spätzlequetsche) in sprudelndes Wasser laufen lassen, abseihen, abspülen. Wie man sieht, sind meine Spätzle Knöpfle ein bisschen klein geraten. Woran das lag, keine Ahnung. Aber ich bin hier in Hamburg auch nicht in Spätzle Knöpfleland und da verzeih ich mir mal großzügig.

Eine gute handvoll Haselnüsse (Totos letzte Ration) wurde geknackt und gehackt. In einer Pfanne ohne Fett angeröstet. Dann Speck ausgelassen, die Nüsschen dazu, die Spätzle Knöpfle dazu und anbraten. Ordentlich würzen. Dann halbierte Kirschtomaten (ich weiß, es ist keine Saison, ist mir aber egal) und frischen Basilikum hineingeben und noch kurz ziehen lassen. Ich fands lecker und ich hoffe, Toto verzeiht mir …

Bohnen mit Wurst

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Was sich da im italienischen Megakochbuch „Silberlöffel“ so unattraktiv anhört, ist meiner Meinung nach eine ganz vorzügliche Schlemmerei. Da mir fast klar war, dass ich heute keine Zeit zum Einkaufen hätte, war ich froh, aus Bordmitteln (Tüten, Dosen und Eingefrorenem) dieses prima Mittagessen bereiten zu können.

Die weißen Bohnen hab ich schon gestern Abend ins Wasser gelegt. Heute wurden sie dann weich gekocht und mit einer Dose Kirschtomaten (von Mutti, wie es sich gehört), 2-3 Sardellen, etwas Weißwein, 2 Knoblauchzehen, Salz und Pfeffer vermengt. In einer Pfanne hab ich aufgetaute Salsicce vorsichtig mit den letzten kümmerlichen Resten Salbei von draußen gebraten, dann eingepiekt und zu den Bohnen gegeben. Noch mal ne halbe Stunde geköchelt. Noch ein bisschen Olivenöl drüber und Bohnen mit Wurst war fertig. Nur was dazu? Gestern Abend hab ich einen Hefeteig für heute Abend gemacht, da wurde was von abgezwackt und wie bei Magentratzerl ein prima Fladenbrot gebraten.

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Shakshuka

BildDer Herr Ottolenghi in seinem Buch „Genußvoll vegetarisch“ macht das schon ganz gut. Und Claudia von Foodviewberlin hat mit ihrem „French Twist“ noch eins drauf gesetzt. Nun wollte auch ich dieses einfache und durchaus würzige kleine Gericht ausprobieren und hatte ein wirklich delikates Mittagessen. Ich habe mich an das Rezept aus dem Buch gehalten (nichts für ungut, Claudia!), aber dafür hatte ich alle Zutaten im Hause.

Kreuzkümmel ohne Fett in einer Pfanne anrösten. Olivenöl und Zwiebeln dazu geben, anbraten. Geschnippelte rote und gelbe Paprika dazu geben. Ebenso etwas Safran, 1Tl Zucker, Thymian,Salz, Pfeffer, 1 Lorbeerblatt, (Petersilie, aber die hatte ich nicht) und ein bisschen rote Chili. Dann kamen noch grob geschnittene Tomaten (frische oder aus der Dose) hinzu und das Ganze brodelte schön weich. Ggf. muss  noch ein bisschen Wasser dazu gegeben werden, es soll eine Art Tomatensauce werden. Abschmecken. Dann vorsichtig zwei Eier in die Sauce gleiten lassen, Deckel auf die Pfanne und vorsichtig stocken lassen. Frischen Koriander drauf, das war’s schon. Dazu gabs bei mir Baguette.

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Spaghetti mit Meerbarbe, Chilibröseln und Tomaten

BildSpaghetti gehen ja immer. Wer könnte sie nicht jeden zweiten Tag essen? Nun habe ich aber mal so gemacht wie noch nie. Ich hab mal Brösel darauf gestreut und fands super. Viel besser als diesen standardmäßigen Parmesan, der hier absolut nichts zu suchen gehabt hätte. Und einfach war’s auch, was will man mehr?

Zuerst habe ich ein altbackenes, knüppelhartes Brötchen gerieben und mit Olivenöl, getrocknetem Chili und Knoblauch ein einer Pfanne knusprig gebraten. Cherrytomaten und Zwiebeln  und Öl ebenfalls in einer Pfanne erhitzt und mit einem Schuß Rotwein blubbern lassen. Meerbarbenfilet vorsichtig nur ganz kurz gebraten, die ist in Sekunden praktisch fertig. Zwischendurch habe ich die Vollkornspaghetti gekocht, die zum Schluß mit den Tomaten und den Bröseln und dem Fisch und ein bisschen grüner Deko zu einem herrlichem Pastagericht kombiniert werden.

Auberginenturm und Zimt-Tomaten

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Mir war heute irgendwie nach griechisch schmeckendem Essen. Eine Aubergine war da und Schafskäse. Da muss doch was gehen. Ging auch, sehr gut sogar:

Die Aubergine in etwas 1,5 cm dicke Scheiben schneiden und salzen. Nach einer Weile das Wasser abtupfen und die Scheiben mit Olivenöl bestreichen. Eine gute halbe Stunde in den Ofen geben und vorgaren lassen.

Eine Paste rühren aus: Schafskäse, gerösteten und gehackten Pinienkernen, Rosinen, einer gepressten Knoblauchzehe, einem Eigelb, einigen Kapern, Pfeffer. Diese Paste wird auf die Auberginenscheiben gestrichen, die danach gestapelt werden. Das Ganze kommt wieder in den Ofen, bis es schön brutzelt und Farbe annimmt.

Als Gemüse einfach Tomaten mit Zimt, eine Prise Zucker, frischen Thymian und  Salbei schmelzen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Auf dem Teller habe ich über alles noch von diesem herrlichen Öl mit geröstetem Knoblauch von Ferran Adrià geträufelt. Reis dazu oder Brot  –  es schmeckte nach Sommer, kann ja bei dem grauen Matschewetter ja mal nicht schaden.

Hühnchen mit Chili-Schokoladensauce

Ich esse wesentlich weniger Fleisch als noch vor ein paar Jahren. Es macht einfach Sinn, sich weniger, dafür gutes zu besorgen. Aber das sieht wahrscheinlich jeder so. Heute früh kam ich am Biolandschlachter vorbei und erstand zwei Hühnerbeine. Ich scannte im Geiste den Inhalt meines Kühlschranks und der Vorratskammer und kam dann auf folgendes Rezept:

Ein einem Topf 2 Knoblauchzehen, eine zerkleinerte Zwiebel, gemahlenen Zimt+Koriander, eine zerkleinerte Chilischote, Thymian, eine Nelke, eine gute handvoll grob gehackte Mandeln und ein paar Rosinen in Olivenöl angehen lassen. Mit einer Dose (Kisch-) Tomaten auffüllen. Darin etwa 25 bis 30g  70%iger Schokolade schmelzen, mit Salz abschmecken und schön lange köcheln lassen. Inzwischen die Hühnerbeine enthäuten (muss man aber nicht), mit Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel würzen und mit Sesamsaat bekrümeln. In eine Ofenform erst die Sauce, dann die Hühnchenteile platzieren und eine halbe Stunde in den Ofen stellen. Vor dem Essen mit Koriander bestreuen. Ich hatte flaches Fladenbrot dazu. Das war nicht wenig Fleisch und auch nicht wenig Sauce, aber ich hab alles verputzt und auch noch den Teller abgeleckt. Mein liebes Hühnchen, dein Ableben war nicht umsonst!

 

Zander mit geschmolzenen Vanille-Tomaten

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Nee, was hab ich es gut! Wenn ich bedenke, dass andere in der Kantine sitzen oder grade ihre Tupper aufmachen um ein gniddeliges Graubrot rauszuholen … Wir herrlich, dass ich hier vor mich hinköcheln und ganz nebenbei ein so fantastisches Mittagessen genießen kann. Es ging wirklich mal wieder recht fix und es machte mich sehr glücklich!

Tomaten halbieren. Das Mark einer Vanilleschote auskratzen und mit den Tomaten, etwas braunem Zucker und Butter in einer Pfanne schmelzen lassen. Etwa 15 Minuten leise köcheln. Inzwischen Zander würzen und mehlieren, in Butter knusprig braten. Ich hatte Glück, dass noch Polenta vom Vortag über war, die hab ich ebenfalls gebraten. Weißbrot oder Reis ist dazu sicherlich auch nicht verkehrt. Leute, wer das nicht probiert, ist selber schuld!