Schweinefilet mit Rhabarber

Schweinefilet SalbeiRhabarber ist ja so’ne Sache. Nur ein Gedanke daran, schon piekt es im hinteren äußeren Bereich meines Mundraums. Das gleiche Gefühl habe ich, wenn ich an diese pockigen Himbeerbonbons denke. Sauer, herb. Aber er will ja auch nur lieb sein und hat auch seine Daseinsberechtigung. Hier habe ich ein Rezept von Jamie Oliver ausprobiert und wir fanden, dass Fleisch an Rhabarber ziemlich gut geht.

Ein halbes Bund Salbei mit 3 Zehen Knoblauch und Olivenöl im Mörser zerstampfen. Gesalzenes, gepfeffertes Schweinefilet damit einreiben und eine Weile marinieren. 2 geputzte Rhabarberstangen mit 2 EL Zucker bestreuen, ebenfalls ziehen lassen, in einen Bräter legen. Das Fleisch mit Frühstücksspeck einwickeln und auf dem Rhabarber mit dem Rest der Marinade und weiterem Salbei bei 220 Grad zugedeckt 15 Minuten braten. Dann nochmals 15 Minuten ohne Abdeckung weiter garen, bis der Schinken schön knusprig ist. Dazu gab es neue Kartoffeln, ebenfalls aus dem Ofen, mit Meersalz und Lorbeer gebacken. Das Fleisch war herrlich saftig und mit dem Rhabarber schön frisch und frühlingshaft.

Pici mit Steinpilzen und Orangenduft

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Das gibt es selten: Ich mal nicht allein Mittag muppelnd, sondern mit meinem alten Kumpel und Kollegen Henning. Nach langer Zeit haben wir uns gestern gesprochen und sogleich zum Kochen und Essen verabredet. Da wir beide sehr dominant am Herd sind, war vorerst nicht klar, ob das gut gehen würde. Er brachte schicke dicke Pici aus Umbrien (oder war es die Toscana?) mit, sowie Salbei und Tiroler Speck, hauchfein geschnitten. Ich konnte getrocknete Steinpilze und Bio-Orangen dazu steuern. Einen Plan hatten wir nicht.

Eine dicke Hand voll Pilze wurde eingeweicht, eine Zwiebel geschnippelt („kannst du die nicht noch ein bisschen kleiner machen?“) Beides wurde in eine Pfanne gegeben („Warum hast du die nicht angebraten???“). Pilzeinweichwasser und etwas Armagnac („nee, nicht noch Noilly Prat!“) angegossen und eingekocht. Frischer Thymian, („ma‘ ordentlich!“), Salz, Pfeffer, Kalbsfond, etwas Trüffelbutter und Sahne dazu. Schmeckt schon. Währenddessen wurde Salbei in einer anderen Pfanne knusprig gebraten. Nun fiel uns auch mal ein, die dicken Pici aufzusetzen. („wie lange müssen die denn – waas, 22 Minuten!?!??“). Die Zeit wurde genutzt, die Sauce weiter abzuschmecken und zu überlegen, was denn da noch rein könnte. (Anmerkung Henning: ein bisschen Grana Padano zur Bindung) Ich hatte da ja noch diese Orangen und hab mal ein bisschen -schale rein geraspelt.  („Probier mal!“, „Äh. meinste? Oh, das schmeckt ja ganz funky!“). Pici testen („Die sind jetzt gut!“ – „Nee, die sind ja noch ganz gnubbelig!“ – „Ach, du bist ja selbst gnubbelig!“).

Am Ende kam alles auf den Teller. Die Nudeln mit der lecker duftenden Pilzsauce, der hauchfeine Tiroler Speck und der gebratene Salbei. Ein Rest von der Orange wurde noch abgeschabt und fand dort auch seinen Platz. Es war lecker. Und lustig. Oder Henning?

Spaghetti mit Wirsing, Maronen und Schinkenchips

So, heute sollte es nun was Einfaches geben. Ich hatte da so ein paar Reste, die ich mir gut zusammen vorstellen konnte, und schon hab ich losgelegt. Das mit dem „einfach“ war so’ne Sache, denn ich habe nicht damit gerechnet, dass die Maronen ziemlich friemelig abzupulen sind, aber ansonsten war’s echt schnell.

Schinkenchips: einfach ein paar zerrupfte Parmaschinkenfitzel in einer Pfanne auslassen und auf ein Küchenkrepp legen.

Die Maronen hab ich eingeritzt und in Wasser gekocht. Abgeschreckt und mühsam abgepult. (Vielleicht hat ja jemand ja einen Tipp, wie es besser geht?!). Jetzt irgendwann Spaghetti kochen, abgießen und etwas Kochwasser zurückbehalten. Die Maronen halbieren und in etwas Olivenöl anrösten, mit Kalbs- oder Gemüsefond sowie Noilly Prat ablöschen und reduzieren.

Parallel Wirsing und Zwiebeln in Streifen und etwas rote Chilischote in Ringe schneiden. Im ehemaligen Spaghettitopf in etwas Öl anbräunen. Wenn der Kohl noch Biss hat, mit der Maronen-Wermut Reduktion und etwas Kochwasser mischen und die Spaghetti dazu geben. Nochmal richtig durchziehen lassen. Mit Salz und Pfeffer würzen, Schinkenchips dazu und etwas Olvenöl drüberträufeln.  Das war fein. Oh so sehr!

Involtini mit Polenta und Blumenkohl

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Es ist Sonntag und den Jungs gelüstet es nach Fleisch. Ich gebe mich geschlagen und verschwinde eine Weile in der Küche. Zuerst ist die Polenta dran, die in Schnittchen aufgebraten prima vorbereitet werden kann.

Polentagries in kochendes Salzwasser einrühren und kurz ziehen lassen. Wenn es schön fest und formbar ist, auf ein Backpapier etwa 3 cm hoch in so eine Art Block streichen und erkalten lassen. Ich hab das schon am Vormittag vorbereitet und hab mich dann erst einmal um andere Dinge gekümmert.

Für die Involtini habe ich Schweineschnitzel (Kalb ist natürlich noch feiner) platinert und mit Senf bestrichen. Dann noch getrocknete Tomaten und Salbei darauf gelegt, gewürzt, eingerollt und mit einem Holzspieß verschlossen. In einer Pfanne wurden die Rollen dann angebraten und mit (Kalbs-) Fond und Balsamico abgelöscht. Ab in den Ofen damit, dort garten sie dann gemütlich weiter.

Nun habe ich Blumenkohlröschen mit Knoblauch, Petersilie und Sardellen angebraten, abgelöscht und noch ein bisschen weich gedünstet, mit Parmesan bekrümelt zum Fleisch in den Ofen gestellt.

Dann die Polenta in Schnittchen schneiden und in Olivenöl knusprig braten. Das Fleisch aus dem Ofen und der Sauce nehmen, die nochmal schnell mit kalter Butter aufgeschlagen wurde. War das ein Sonnatagsessen!

Serviettenknödel und Geschnetzeltes

Ich hab heute meine Jungs zuhause. Sie wollten partout nicht in den Kindergarten. Außerdem war eine der kleinen Nasen auch schlimm verschnupft. So nahm ich mir heute Zeit für die Jungs und zum Kochen. Die Lieblingsspeise aus dem Kindergarten sind Serviettenknödel. Knödel sind nicht gerade mein Steckenpferd. Sämtliche Versuche, Semmelknödel zu machen, endeten in einem Topf voller Matsch. Ich war jedes Mal fuchsteufelswild und wild entschlossen, es nie wieder zu versuchen. Nun sind die Jungs ja zuhause, altes Baguette von vorgestern im Brotkasten und der Wille da, den Kindern ihre Lieblingsspeise zuzubereiten. Die Lösung wären vielleicht Serviettenknödel, die fein eingepackt vor sich hin garen, anstatt auseinander zu glibbern. Und – es hat geklappt! Große Erleichterung, große Kinderaugen und gefüllte Bäuchlein.

200g Weißbrot zerpflücken. Eine halbe Zwiebel mit einer kleinen handvoll Petersilie in Butter dünsten. 2 Eier mit dem Brot, Salz und Muskatnuss, der Zwiebel-Petersilie mischen und schauen, wie viel warme Milch man noch zugeben kann, ohne dass der Teig zu flüssig wird. Alles 10 Minuten ziehen lassen und auf eine gefettete Alufolie geben. Stramm in eine Art Wurst wickeln und eine halbe Stunde in köchelndem Wasser ziehen lassen. Rausnehmen und in Scheiben schneiden. Ich hatte das heute Vormittag vorbereitet, so dass wir die Scheiben zum  Mittag noch in der Pfanne aufgebraten haben.

Für das Geschnetzelte Schweineschnitzel in Stücke schneiden, mit Zwiebeln und etwas Mehl bestäubt anbraten. Champignons dazu geben und mit Fond ablöschen. Sahne dazu und einköcheln lassen. Mit Estragon, etwas Senf, Salz und Pfeffer abschmecken. Die Jungs (und ich) fanden es sooooo lecker – Puh!