Spargel-Mousse mit Räucherforellensalat

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Meine Omi hat immer „Sparjel“ gesagt. (mit einem spitzem „Sp..“) Das mochte ich sehr. Meine Omi mochte ich natürlich auch sehr. Und immer wenn ich an Spargel denke, denke ich an Sparjel und an meine Omi. In diesen Tagen besonders oft und besonders gerne. Denn ich könnte täglich Spargel essen und bemühe mich auch, es zu tun. Gestern Abend gab es ein wahres Spargelfest: mit Kratzete und Hollandaise. Für vorweg hatte ich ihn anders zubereitet, nämlich als zart schmelzende Mousse:

Dazu habe ich 300g weißen Spargel gekocht und püriert.

150g Ricotta mit etwas Joghurt und dem Mark einer halben Vanilleschote, Salz, Limettensaft, einer Prise Cayennepfeffer und Pfeffer verrührt.

Das abgekühlte Spargelpüree dazu, sowie 300ml geschlagene Sahne.

4,5 Blatt Gelatine aufgelöst und darunter gerührt. In eine Form (ich hatte eine kleine Springform) geben und mindestens 4 Stunden kalt stellen.

Für den Salat habe ich geräucherte Räucherforelle mit Gurke, Birne, Frühlingszwiebel, Zitronensaft und neutralem Öl vermischt und mit Salz/Pfeffer abgeschmeckt. Etwas Kresse dazu.

Ach Omi, das hättest du auch gerne gegessen, auch wenn du vielleicht „Sparjelpudding“ dazu gesagt hättest.

Brennessel-Malfatti mit Ziegenkäse-Bärlauchsauce

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Pfingsten waren wir auf dem Land. Aber so richtig auf dem Land. Bullerbü mitten in Brandenburg. Allerliebste Freunde wohnen dort und führen ein entzückendes Leben zwischen Schafen, Störchen, Wiesen, Seen, unendlichen Ausblicken und Momenten, frei von jeglichen Zivilisationsgeräuschen. Wunderbar.

Bis wir Großstadtindianer einfallen und für Unruhe sorgen. Die 3 Tage müssen jetzt aber aktiv entspannt werden! Die Kinder sollen am liebsten 24 Stunden draußen ohne Gejaule rumspielen, das frisch erstandene Wildkräuterbuch muss abgearbeitet werden, ein Achtelmarathon durch duftende Landschaften gelaufen und Heidschnucken gebraten und nebenher müssen noch Tische und Regale und Holzschwerter gebaut werden. Aber alles total entspannt!

Nein, mal ehrlich. Es war ein Traum. Meine Wildkräutersuchambitionen waren enorm und wir marschierten auch einmal zum Sammeln los. Allerdings wurden sie dort irgendwie nicht zubereitet, sondern schlussendlich den Schafen verfüttert. Kurz vor der Abfahrt gestern bin ich doch noch einmal losgeradelt und habe wenigstens ein paar Brennesseln gepflückt. Die haben es dann auch tatsächlich in die heimischen Töpfe geschafft.

Für die Malfatti habe ich eine Handvoll Brennesseln mit etwas Öl in Schalotten und Knoblauch angehen lassen. Ausdrücken, klein hacken. Dann hab ich 125g Ricotta mit einem Ei und einem Eigelb verquirlt. Mit 40g Mehl, einem EL Hartweizengries  und 30g geriebenem Parmesan verrührt, Salz und Muskatnuss dazu. Dann die gehackten Brennnesseln untergehoben und in den Kühlschrank damit. Nach einer halben Stunde hab ich mithilfe zweier Löffel Nocken geformt und auf einem mit Gries bedecktem Teller gebettet.

Vorsichtig in sachte kochendes Wasser gleiten lassen. Kamen sie hoch, waren sie gut.

Für die Bärlauchsauce habe ich zu etwa gleichen Teilen Apfelsaft mit Sahne aufgekocht und reduzieren lassen. Dann Ziegenfrischkäse und Bärlauchpesto (ohne Nüsse) dazu und mit dem Pürierstab aufgeschäumt. Alles hübsch angerichtet wurde alles viel Wonne und etwas Fernweh verspeist.

Pasta mit roten Linsen und Ricotta

Vorhin bin ich total lange um den Kühlschrank geeiert und hatte keine Idee für heute Mittag. Dann wühlte ich noch in der Vorratskammer rum und kam da auch nicht wirklich weiter. Irgendwann schaute mich ein doch schon einigermaßen schlapper Basilikum an, der entweder sofort verarbeitet oder in den Müll wollte. Ich habe mich erbarmt, bin noch weiter ein bisschen rumgeirrt, und wie das dann so ist, plötzlich formte sich ein Rezept im Kopf, dass sofort gekocht und verputzt wurde.

Rote Linsen gut waschen und vorkochen. Nudeln ebenfalls kochen. Etwas Rest vom Nudelwasser mit Zitronenschale, etwas Zitronensaft, Ricotta, 1/2 gepressten Knoblauchzehe, Salz, Pfeffer, frischem Basilikum und jeweils einer Prise Zucker und Cayennepfeffer vermischen. Unter Linsen und Nudeln heben. Ich fands lecker, irgendwie frisch, aber auch schön wärmend.

gefüllte Conchiglioni (Muschelnudeln)

Ich gebe zu, das hat länger als 10 Minuten gedauert, hat sich aber gelohnt. Ich schleich schon lange um diese Nudeln herum, weil ich sie so schick finde. Gestern Abend waren ganz liebe Freude da, und da habe ich mich mal ins Zeug gelegt und die Teile zubereitet.

Muschelnudeln vorkochen. Sie sollten noch nicht al dente sein, aber schon ein bisschen flexibel. Man muss ein paar mehr Nudeln kochen, da einige zerfallen. Abschrecken und dicht an dicht in eine Auflaufform legen.

Lachsfüllung: Räucherlachs mit Ricotta, Frühlingszwiebeln, Zitronensaft mit dem Pürierstab zu einer Paste verabeiten. Abschmecken und in einen Spritzbeutel geben. (ich habe einen Gefrierbeutel genommen und ne Ecke abgeschnitten) In die Muschelnudeln füllen.

Spinatfüllung: Spinat putzen und klein schneiden. Mit Zwiebelchen und Knoblauch kurz in einem Topf zusammenfallen lassen. Das Wasser ausdrücken und würzen. Ebenfalls in die Nudeln füllen.

Für die Sauce habe ich Schalotten in Butter angeschwitzt. Mit Mehl bestäubt und mit trockenem Wermut (z.B. Noilly Prat) abgelöscht. Nun Weißwein und Fischfond dazu und mit Sahne mindestens 10 Minuten köcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer und einer Prise Cayennepfeffer abschmecken und vorsichtig zu den Nudeln geben. Sie sollten bis zur Hälfte in der Sauce schwimmen. Auf die Nudeln Mozzarellastückchen legen. Ab in den Ofen und so lange Blubbern lassen, bis die Nudeln unten durch und oben überbacken sind.