Offene Pilzlasagne

BildIch bin in letzter Zeit mittags irgendwie schlapp. Ohne ein winziges Schläfchen geht es zuweilen gar nicht. Aber so ganz hängen lassen ist ja auch blöde. Also gab ich  mir einen Ruck und dachte, Nudelnselbermachen würde mich über den toten Punkt hieven. Und während ich so den Teig knetete merkte ich, dass ich keine Lust auf Nudelmaschinenmotorumgebaue habe. Denn nach jeder Nudelplatte muss ich den Motor rausoperieren und ihn in ein anders Loch friemeln um ihn dann sogleich wieder umzubauen. Ich Faule! Aber da fiel mir die Lösung ein: einfach nur eine Platte durchziehen und die Mononudel schick als offene Lasagne verkaufen. Schon war ich wieder guter Dinge.

Zuerst bereitete ich die Pilze und die Sauce zu.

Pilze: Geschnittene Austernpilze und eingeweichte Herbsttrompeten mit einer klein gemachter Schalotte und Knoblauch anbraten. Rosmarin dazu geben und mit dem Pilzeinweichwasser ablöschen. Würzen.

Sauce: Weißwein mit Thymian reduzieren lassen, mit Kalbsfond (oder Gemüsefond) auffüllen, wieder reduzieren, Creme double und ein Spritzer Cognac dazu und ggf mit etwas Mehlbutter abbinden. Mit Salz, Pfeffer, Cayenne würzen.

Die Nudelplatte vorsichtig  2 Minuten in kochendem Wasser garen, herausnehmen und mit Olivenöl versehen um ein die Wirkung von Kohäsion und/oder Adhäsion zu vermeiden. Dann die Platte auf einem Teller langlegen, die Pilze portionsweise einschlagen und mit Sauce umspülen. Noch ein paar frische Kräuter drauf. Das hat mich so erschöpft, dass ich mich auch langlegte, und mich in eine Decke schlug. Inspirierend, so eine Lasagne.

Fonduta mit Herbsttrompeten und Steinpilzen

Fonduta mit Pilzen

Die liebe Claudia hat wieder gerufen. Sie möchte im Rahmen ihres Blogevents mit uns über Trüffeln sprechen ich flüster ein bisschen mit. Trüffeln zu kaufen macht in diesem Haushalt nicht so viel Sinn. Ich habe ja schon häufiger erwähnt, dass ich eher mit einer Schnitzel- als mit einer Gourmetfraktion mein Leben teile. Zwar bringt mein lieber Mann dann und wann Mailänder Trüffelsalami für mich mit, aber für ihn „ist das so nix“. Und alleine so einen Trüffel besitzen will ich auch nicht. Sowas muss man teilen, zelebrieren, bewundern. Aber da Claudia auch die Herbsttrompete mag und in ihr Blogevent einschließt, komme ich hier auch auf den Plan. Herbsttrompeten hatte ich letztes Jahr aus Frankreich mitgebracht und die kann man auch mit gutem Gewissen alleine verputzen.

Fonduta, also Käsefondue, ist zwar in meinen Augen eine gesellige Angelegenheit, aber diese einfach zuzubereitende Köstlichkeit hätte ich nicht teilen mögen, die war einfach zu lecker.

Erstmal wurden getrocknete Herbsttrompeten und Steinpilze eingeweicht. Dann hab ich geriebenen Raclettekäse in etwas Weißwein aufgelöst, mit Salz, Pfeffer und Piment d’espelette gewürt und einem Eigelb legiert. Die Pilze hab ich abgetrocknet und in Butter mit etwas Knoblauch geschwenkt. Auf geröstetem Brot erst den Käse und dann die feinen Pilze gegeben. Nochmal frischen Pfeffer drüber und fertig war mein Blogeventbeitrag. Ich hoffe, liebe Claudia, er ist angemessen!?

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Asiatisches Gemüse mit Alge und Gurkensalat

BildEigentlich wollte ich was ganz anderes machen. Nachdem ich nun alle um mich herum schon ganz wuschig mit dem Wakamesalat gemacht habe, wollte ich heute unbedingt Evas Rezept (nochmal lieben Dank dafür!) ausprobieren. Ich hatte alles soweit im Hause. Bis auf die nicht so unwichtigen Algen. Gestern im Asialaden Fehlanzeige. Auf Evas Rat hin, machte ich mich heute in den Bioladen auf und fand „Meeresspaghetti“, genauer gesagt, französische braune Meeresalgen. „Alle Viecher schwimmen im selben Meer“, sagte ich mir und wollte diese Algen statt der japanischen Wakame verwenden. Alles war soweit bereit gelegt. Ich hab nur nochmal schnell aufs Kleingedruckte geschaut: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfahl nicht mehr als ein Gramm dieser getrockneten Alge pro Tag zu verzehren. Das entspricht einem Algenspaghetto!!! Wie um Himmels Willen soll ich denn davon einen Salat zubereiten?? Mal ehrlich, was soll das denn? Was soll ich mit den 400 weiteren Algensträngen in der Packung wohl anstellen? Jeden Tag eine Alge irgendwo untermogeln bis das Haltbarkeitsdatum (27.10.2014) erreicht ist? Und vergifte ich mich, wenn ich mal über die Stränge schlage und mich für 4 Algen entscheide? Hat hier irgendjemand ne Idee was ich damit noch machen kann?

Nun, ich musste zähneknirschend umdisponieren. Wenn ihr in den  nächsten Tagen nichts mehr von mir hört, verabschiede ich mich an dieser Stelle schon einmal. Ich wagte es nämlich, tatsächlich 4 Algenspaghetti in meinem Mittagessen unterzubringen…

Etwas freudlos briet ich Shiitakepilze, Lauch und Edamame, mischete Misopaste und die eingeweichten 4 Algen unter, würzte mit Sojasauce, Gemüsebrühe und richtete es zu Reis an. Schmeckte ganz passabel. Um aber nicht ganz von meinem Vorhaben abzukommen, bereitete ich mir den Algen-Gurkensalat von Eva nur mit Gurken zu. Das war köstlich und hat mich wieder in bisschen versöhnt.

Wollt ihr wissen, wie denn diese vermaledeite Alge wohl schmeckte? Ich sag es ungern, aber sie schmeckte nach nix.

Tempeh reloaded

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Schon mal viel besser als gestern. Trotz allem wird der Herr Tempeh nicht mein allerbester Freund, denn eigentlich haben die Pilze nach allem und das Tempeh nach Sättigung geschmeckt. Aber eine neue Errungenschaft, und vielleicht eher mein Freund, ist der geräucherte Scamorza, den ich hier eingearbeitete habe.

Zwiebelchen und Pilze anbraten, mit Salz und Pfeffer und Paprika würzen, Sahne drauf, geräucherte Scamorzetti Kügelchen dazu, zum knusprig gebratenen Tempeh legen und besser finden als gestern!

Dieser Scamorza, oder Scamorzetti, wenn es kleine Kugeln sind, ist in der Herstellung Mozzarella und Provolone ähnlich. Man kann ihn so essen oder auch überbacken. Hier hab ich die geräucherte Variante genommen, die im kalten Zustand wie geräucherte Schillerlocke schmeckt. Angewärmt wird er schön quietschig wie Halloumi und ist wunderbar herzhaft und würzig.

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Serviettenknödel und Geschnetzeltes

Ich hab heute meine Jungs zuhause. Sie wollten partout nicht in den Kindergarten. Außerdem war eine der kleinen Nasen auch schlimm verschnupft. So nahm ich mir heute Zeit für die Jungs und zum Kochen. Die Lieblingsspeise aus dem Kindergarten sind Serviettenknödel. Knödel sind nicht gerade mein Steckenpferd. Sämtliche Versuche, Semmelknödel zu machen, endeten in einem Topf voller Matsch. Ich war jedes Mal fuchsteufelswild und wild entschlossen, es nie wieder zu versuchen. Nun sind die Jungs ja zuhause, altes Baguette von vorgestern im Brotkasten und der Wille da, den Kindern ihre Lieblingsspeise zuzubereiten. Die Lösung wären vielleicht Serviettenknödel, die fein eingepackt vor sich hin garen, anstatt auseinander zu glibbern. Und – es hat geklappt! Große Erleichterung, große Kinderaugen und gefüllte Bäuchlein.

200g Weißbrot zerpflücken. Eine halbe Zwiebel mit einer kleinen handvoll Petersilie in Butter dünsten. 2 Eier mit dem Brot, Salz und Muskatnuss, der Zwiebel-Petersilie mischen und schauen, wie viel warme Milch man noch zugeben kann, ohne dass der Teig zu flüssig wird. Alles 10 Minuten ziehen lassen und auf eine gefettete Alufolie geben. Stramm in eine Art Wurst wickeln und eine halbe Stunde in köchelndem Wasser ziehen lassen. Rausnehmen und in Scheiben schneiden. Ich hatte das heute Vormittag vorbereitet, so dass wir die Scheiben zum  Mittag noch in der Pfanne aufgebraten haben.

Für das Geschnetzelte Schweineschnitzel in Stücke schneiden, mit Zwiebeln und etwas Mehl bestäubt anbraten. Champignons dazu geben und mit Fond ablöschen. Sahne dazu und einköcheln lassen. Mit Estragon, etwas Senf, Salz und Pfeffer abschmecken. Die Jungs (und ich) fanden es sooooo lecker – Puh!

Risotto mit Steinpilzen

Es wird sich niemand mehr erinnern, aber ich habe neulich schon mal erzählt, dass wir in Österreich im Urlaub waren. Es war toll! Tolles Wetter, tolle Häuser, tolle Stimmung. Und– der Wald voller toller Steinpilze! Es gab Steinpilze mit Knödeln, Nudeln, auf Toast. Morgens, mittags, abends. Und es blieben auch  noch haufenweise zum Trocknen übrig. Ein Teil davon wurde gerade verspeist.

Getrocknete Steinpilze einweichen. Eine halbe Zwiebel mit einer gehackten  Knoblauchzehe und Thymian mit Risottoreis in Olivenöl glasig anbraten. Mit einem Glas Weißwein ablöschen und einkochen lassen, dann nach und nach Gemüse Bouillon dazu geben und immer wieder rühren. Einweichwasser und Steinpilze dazu geben und so lange kochen, bis die Konsistenz perfekt ist. Pfeffern und eine gute handvoll Parmesan unterrühren.

Ich habe noch, damit es ein bisschen schicker daher kommt, Parmesanchips gemacht und knusprig gebratenen Salbei drauf gelegt.

Parmesanchips: einfach ein Häufchen Parmesan in die ungefettete Pfanne geben und schmelzen lassen. Die Pfanne von der Flamme nehmen und den weichen Chip auf ein Küchenkrepp legen, dort erkalten lassen.

gebratene Austernpilze und Bruschetta

BildIch hatte heute mal Zeit, über den winzigen Wochenmarkt um die Ecke zu taumeln. Ich sah Austernpilze und alle Pläne bezüglich Mittagessen mussten unverzüglich über’n Haufen geschmissen werden. Mein Vater geht hierfür in die Knie. Und ich auch.

Austernpilze

in Olivenöl braten.

Eine halbe Knolle frischen Knoblauch in die Pfanne stellen und mitbraten.

Am Ende Salbei und/oder Rosmarin dazu geben.

Auf dem Teller mit Meersalz und Pfeffer bestreuen, mit Zitronensaft berieseln.

Dazu isst man am besten Brot. Ich hatte aber noch Lust auf was Frisches und habe

klein gehackte Tomaten

rote Zwiebel

Basilikum

Olivenöl

Balsamico

Zucker, Salzpfeffer

auf getoastete Brotscheiben verteilt.

Der gebratene frische Knoblauch kann übrigens bedenkenlos gegessen werden. Vorausgesetzt, niemand kommt in deine Nähe.