Linsenbratlinge mit süßsaurem Dip

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Ich gebe zu, das ist jetzt nicht der attraktivste Name für dieses Gericht, aber „Pflanzerl“ hab ich noch nie gesagt und Frikadelle hört sich nach Fleisch an. Bratling ist schon ok. Meinen ersten Bratling hatte ich mit 19. Ich war grade ausgezogen und meine Freundin und ich beschlossen, vegetarisch zu leben. Aus Überzeugung aber auch aus Geldgründen (meinten wir damals). So, was gibts denn für Alternativen? Kochen war noch nicht unser Hobby und so besorgten wir ein Fertigmix „Bratlinge“ vom „Ökostand“. Es war einfach. Mit Wasser mischen, formen, braten. Das sollten wir hinkriegen. Es schmeckte, sah ein bisschen so aus und fühlte sich im Mund an wie Graupappe. „Bratling“ war in den nächsten Jahren eher nicht so mein Leibgericht. Als Falafel aufkamen, änderte sich meine Sicht auf die Dinge und nun bin ich eine ganz große Freundin vegetarischer Knusperplätzchen.

So, hier kommen wirklich leckere Bratlinge, geschmacklich wie optisch weit entfernt von Graupappe:

Rote Linsen kochen. Kichererbsenmehl mit Wasser, Garam Masala und Kurkuma mischen bis ein geschmeidiger Teig entsteht. Gelbe Paprika und Frühlingszwiebeln klein schnippeln und mit den Linsen zum Teig geben. Außerdem hab ich noch körnigen Frischkäse untergerührt, der das Ganze ein bisschen saftig machen sollte. Je nach Gusto abschmecken, braten.

Dazu hab ich eine Art Dip gemacht. So ein bisschen thaimäßig, das passte ganz gut:

Zucker mit etwas Wasser auflösen und karamellisieren lassen. Mit Weißweinessig und Fischsauce würzen. Chilischote dazu, etwas abkühlen lassen. Karotte reiben, Erdnüsse zerkleinern und Gurke fitzelig schneiden. Mit der Sauce mischen und zu den Bratlingen reichen. Selbst mein Mann, nicht gerade ein Bratlingfetischist, haute mächtig rein.

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Kichererbsensalat mit Schafskäsepäckchen

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Wieder einmal hat sich „lieber gut kopiert als schlecht selber gemacht“ bewahrheitet. Eva hat gestern mal wieder was sehr Appetitliches vorgelegt, dass sofort meinen Nachmach-Reflex auslöste. Vielen Dank dafür! Mit dem doch eher unscheinbaren Namen „Übergangssalat“ hatte sie mich noch nicht gepackt, aber das Rezept und die Bilder haben mich sofort Kichererbsen einweichen lassen. Übergangssalat klingt etwas nach Übergangsjacke und dazu fallen mir viele lustige Dinge ein, aber die tun hier nichts zur Sache.

Also, ich habe aus Baseligkeit mal kurzerhand die Linsen vergessen und ich hatte auch keine so schönen Salzzitronen wie Eva zur Hand. Und bei mir geht der Salat farblich auch eher in die Richtung Übergangsjacken-beige. Aber geschmeckt hat’s trotzdem äußerst lecker. Und hier kommt meine runtergekochte Version von Evas „Übergangssalat“.

Eingeweichte, gekochte Kichererbsen abschrecken und von der Pelle befreien. Das ist in der Tat eine etwas mühselige Arbeit, die sich aber absolut lohnt. Dann hab ich Tahin mit einer gepressten Knoblauchzehe, angeröstetem Cumin und Koriander, etwas Olivenöl, Salz, Salbei und Zitronensaft vermischt. Eine Zitrone filetiert und in Stücke geschnitten und alles mit den Kichererbsen, Frühlingszwiebeln, Sesamsaat und frischem Koriander gemischt. Dazu gab es bei mir in Yufkateig eingewickelten und gebratenen Schafskäse. Was Warmes darf es bei den Temperaturen schon nochmal geben.

Also liebe Eva, nochmal vielen lieben Dank für deine Anregung, bei dir war er bestimmt noch viel feiner und geschmacklich ausgeklügelter als bei mir. Aber da selbst meine Version mich schon sehr fröhlich gemacht hat, war dein Salat sicher eine Granate!