Kartoffel-Kerbel-Knusper-Püree mit Spargel

Knusperpueree

Ich gebe zu, optisch eher ein Weggucker, aber die erste Servierdarbietung war noch schlimmer …

Ich  ging vorhin zum Markt und war auf Spargelpirsch. Wollte was Neues posten. Aber mit Butter und Schinken hol ich hier ja niemanden von der Sonnenliege runter. Ich machte mithilfe Kartoffeln, Milch, Joghurt, Salz, Pfeffer und frischer Kerbel ein würziges, aber leichtes Püree. Dann briet ich mit allerhand Butter fitzelig geschnippelte Weißbrotwürfel bis sie so richtig knusprig waren. Der Spargel wurde ohne Chi-Chi einfach konventionell gekocht.

Auf dem Teller sah das dann so aus: langer Spargel an Püreenocken und Croûtons darauf. Wie wir Norddeutschen sagen: dröge.  Hier ein Ausschnitt des traurigen Mahls:

Ausschnitt-puereeIch ärgerte mich schon, weil es so nicht zu veröffentlichen wäre. Aber dann probierte ich es und fand doch großen Gefallen daran. Zumindest, wenn ich nicht hinschaute. Da das Püree mit den knusprigen Croûtons zusammen so lecker schmeckte (knusprig in weich, buttrig in kartoffelig), genehmigte ich mir eine zweite Portion. Dafür kamen die Knusperstückchen direkt in den Kartoffelbrei und die Spargel mundgerecht noch einmal kurz in die Butterpfanne. Das Arrangement seht ihr oben. Ich bildete mit ein, es war jetzt noch leckerer als vorher!

 

Graukäse Pressknödel mit Bärlauch

panorama_zellKaspressknoedel-Baerlauch

Wir waren neulich im Zillertal zum Skilaufen. Herrlich war’s! Viel Bewegung an der frischen Luft und kein schlechtes Gewissen, wenn man sich mittags die dicken Portionen auf der Hütte reinzwitschert. Das ganze Jahr träum ich von Kaspressknödel und die Vorfreude steigt bei jedem Höhenmeter, den wir vom norddeutschen Flachland Richtung Süden erklimmen. Hach!

Wie schön man es sich erträumt, so ist es dann ja nicht immer …  Irgendwie sind die Dinger wohl gerade nicht in Mode. Und wenns welche gab, erwischte ich keinen wirklich guten, obwohl ich es jeden Tag auf jeder Hütte probiert hatte. Aber auch dort oben auf Tausenden von Metern ist natürlich die Systemgastronomie eingekehrt und ich war alles in allem recht zufrieden. Damit ich dann letztendlich doch noch zu den Knödeln kam, nahm ich mir die Zutaten aus Österreich mit und briet sie mir eben zuhause. Ich hatte irgendwo ein Grundrezept aufgetan, das ich mit etwas Bärlauch versetzte.

So hab ich es gemacht:

500g Knödelbrot (mitgebracht) mit in Butter glasig gebratenen Zwiebelwürfeln, 150g zerbröseltem Graukäse (mitgebracht) und einem knappen halben Liter warmer Milch (mitgebracht, weil wir sie vor Ort nicht wegkippen wollten) vermischen. Ein Bund frischen Barlach mit etwas Restmilch pürieren, mit untermischen. Mit Salz und Pfeffer sowie Muskatnuss abschmecken. Ruhen lassen, später formen und in einer Pfanne vorsichtig braten.

Dazu gabs Feldsalat und Tomätchen in Vinaigrette und Kürbiskernen (mitgebracht), die ich mit braunem Zucker karamellisiert hatte. Ich war froh, dass die Klamotten noch in den Koffer passten, bei den ganzen leckeren Mitbringseln …

graukäse_streifen
Tiroler Graukäse, ein ziemlich fettfreier Sauermilchkäse, unserem Harzer nicht unähnlich.

Fonduta mit Herbsttrompeten und Steinpilzen

Fonduta mit Pilzen

Die liebe Claudia hat wieder gerufen. Sie möchte im Rahmen ihres Blogevents mit uns über Trüffeln sprechen ich flüster ein bisschen mit. Trüffeln zu kaufen macht in diesem Haushalt nicht so viel Sinn. Ich habe ja schon häufiger erwähnt, dass ich eher mit einer Schnitzel- als mit einer Gourmetfraktion mein Leben teile. Zwar bringt mein lieber Mann dann und wann Mailänder Trüffelsalami für mich mit, aber für ihn „ist das so nix“. Und alleine so einen Trüffel besitzen will ich auch nicht. Sowas muss man teilen, zelebrieren, bewundern. Aber da Claudia auch die Herbsttrompete mag und in ihr Blogevent einschließt, komme ich hier auch auf den Plan. Herbsttrompeten hatte ich letztes Jahr aus Frankreich mitgebracht und die kann man auch mit gutem Gewissen alleine verputzen.

Fonduta, also Käsefondue, ist zwar in meinen Augen eine gesellige Angelegenheit, aber diese einfach zuzubereitende Köstlichkeit hätte ich nicht teilen mögen, die war einfach zu lecker.

Erstmal wurden getrocknete Herbsttrompeten und Steinpilze eingeweicht. Dann hab ich geriebenen Raclettekäse in etwas Weißwein aufgelöst, mit Salz, Pfeffer und Piment d’espelette gewürt und einem Eigelb legiert. Die Pilze hab ich abgetrocknet und in Butter mit etwas Knoblauch geschwenkt. Auf geröstetem Brot erst den Käse und dann die feinen Pilze gegeben. Nochmal frischen Pfeffer drüber und fertig war mein Blogeventbeitrag. Ich hoffe, liebe Claudia, er ist angemessen!?

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Flageolets mit Bröseln und Minze

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Wenn ich mittags so da sitze und vor mich hin muppel, schnapp ich meistens ne Donna Hay oder irgendein Kochbuch. Gestern hab ich Jamie gegriffen und fand was Herrliches für die Flageolets, die ich kürzlich aus Frankreich mitgebracht habe. Ich mag diese zarten Bohnenkerne sehr gerne und frag mich, warum wir hier so gar nicht an sie rankommen. Also, wenn jemand ne Quelle weiß, ich freu mich über Tipps. Aber nun zum Mittagessen:

Die Flageolets habe ich über Nacht einweichen lassen. Dann etwa 35 Minuten gekocht. in der Zwischenzeit habe ich eine Scheibe trockenes Graubrot ohne Rinde zu Bröseln zerhackt. Zwiebelchen in Olivenöl angebraten, Chiliflocken dazu, sowie die Brösel. Gebrutzelt, bis sie knusper waren.

Zu den Böhnchen hab ich einfach nur Olivenöl, Zitronensaft, ein fitzelbißchen Holundersirup, Pfeffer, Salz und frische Minze gegeben. Auf dem Teller fand sich dann noch ein Klecks purer griechischer Joghurt ein und fertig war mein wirklich boden- und  grundanständiges Mittagessen.

Bohnen mit Wurst

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Was sich da im italienischen Megakochbuch „Silberlöffel“ so unattraktiv anhört, ist meiner Meinung nach eine ganz vorzügliche Schlemmerei. Da mir fast klar war, dass ich heute keine Zeit zum Einkaufen hätte, war ich froh, aus Bordmitteln (Tüten, Dosen und Eingefrorenem) dieses prima Mittagessen bereiten zu können.

Die weißen Bohnen hab ich schon gestern Abend ins Wasser gelegt. Heute wurden sie dann weich gekocht und mit einer Dose Kirschtomaten (von Mutti, wie es sich gehört), 2-3 Sardellen, etwas Weißwein, 2 Knoblauchzehen, Salz und Pfeffer vermengt. In einer Pfanne hab ich aufgetaute Salsicce vorsichtig mit den letzten kümmerlichen Resten Salbei von draußen gebraten, dann eingepiekt und zu den Bohnen gegeben. Noch mal ne halbe Stunde geköchelt. Noch ein bisschen Olivenöl drüber und Bohnen mit Wurst war fertig. Nur was dazu? Gestern Abend hab ich einen Hefeteig für heute Abend gemacht, da wurde was von abgezwackt und wie bei Magentratzerl ein prima Fladenbrot gebraten.

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Spaghetti mit Meerbarbe, Chilibröseln und Tomaten

BildSpaghetti gehen ja immer. Wer könnte sie nicht jeden zweiten Tag essen? Nun habe ich aber mal so gemacht wie noch nie. Ich hab mal Brösel darauf gestreut und fands super. Viel besser als diesen standardmäßigen Parmesan, der hier absolut nichts zu suchen gehabt hätte. Und einfach war’s auch, was will man mehr?

Zuerst habe ich ein altbackenes, knüppelhartes Brötchen gerieben und mit Olivenöl, getrocknetem Chili und Knoblauch ein einer Pfanne knusprig gebraten. Cherrytomaten und Zwiebeln  und Öl ebenfalls in einer Pfanne erhitzt und mit einem Schuß Rotwein blubbern lassen. Meerbarbenfilet vorsichtig nur ganz kurz gebraten, die ist in Sekunden praktisch fertig. Zwischendurch habe ich die Vollkornspaghetti gekocht, die zum Schluß mit den Tomaten und den Bröseln und dem Fisch und ein bisschen grüner Deko zu einem herrlichem Pastagericht kombiniert werden.

Brotsuppe mit Cima di Rapa, 4.0

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Gestern musste ich zur Post und entschied mich in das kleine Postamt im Schanzenviertel zu gehen. Ich habe dort lange Jahre gewohnt und ich nahm mir die Zeit, einen Bummel durch die vertrauten Strassen zu machen. Am Ende blieb ich bei „meinem“ türkischen Gemüsehändler stehen und bewunderte die Auslage. Cima di Rapa! Den gibt’s aber selten. Er wurde sofort gekauft und nach Hause gebracht. Nun unternahm ich heute Recherche, wie man ihn denn lecker zubereiten kann. Zuerst stieß ich bei Claudio, dann bei der Wilden Henne und schließlich noch bei Robert auf das Rezept der Stunde. Recherche beendet, die Suppe kommt heute auf den Tisch. Vielen Dank!

Hierbei soll unbedingt altes Brot verwendet werden. Leider hatte ich aber keins, So hab ich mir frisches Weißbrot in grobe Stücke zerpflücken und in Olivenöl erst einmal knusprig gebraten. Aus der Pfanne genommen, und in weiterem Olivenöl Knoblauch, Peperoncini und Thymian zum Zischen gebracht. Den klein geschnittenen Cima di Rapa dazu geben und kurz mit anschwenken. Dann Gemüsebrühe dazu  und 15 Minuten köcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zum Anrichten ein bisschen Röstbrot auf einen Suppenteller gegeben, dann die Suppe, dann weitere Brotbrocken. Ich mag es, wenn das Brot nicht komplett durchgeweicht ist, sondern noch hier und da ein bisschen kracht. Parmesanspäne drüber. Das war’s schon. Es war tolltolltoll und meine Premiere mit Cima die Rapa fand ich voll gelungen.