Grapefruit Risotto

 

Risotto_Grapefruit

Oh, wie schön! Ich war heute nicht alleine! Es pfiff draußen und meine liebe Nachbarin Babett mit ihrer lieben Freundin Sabine standen vorm Balkon. Vorgestern haben wir zusammen Babetts Geburtstag gefeiert und bis in die Nacht mit vielen Flaschen Crémant auf ihrem ihrem Balkon verbracht. Die erste Frage war dann auch: „Wie ging’s dir denn gestern?“ Es ging. Leidlich.

Aber heute war natürlich alles wieder fein und so lud ich die beiden kurzerhand zum Essen ein. Was überlegt hatte ich mir schon vorher, aber zu dritt ist es neben lecker auch herrlich gesellig. Sabine hat eine Weile in Italien gelebt und ist essentechnisch überhaupt sehr ausgefuchst und so hatte ich ein kleines bisschen Muffensausen, ob es denn auch so schmeckt, wie ich mir dachte.

Gemacht wars ganz einfach:

Ein wenig Fenchel und das weiße von Frühlingszwiebel mit einer gehackten Knoblauchzehe anschwitzen. Den Risottoreis dazu und nach dem Anglasieren mit Weißwein ablöschen. Rühren, Gemüsebrühe, Thymian, rühren, Gemüsebrühe, rühren ….

Sabine testen lassen, noch ein bisschen rühren, Gemüsebrühe, Wein rühren… Nun ists gut!

Hilfe! Ich habe die Garnelen noch nicht gebraten! Schaff ich noch… rühren…. Pfanne, Öl…. rühren, Garnelen rein…. rühren, Salz und Piment d’Espellette….fertig!

In das Risotto noch geriebene Zitronenschale, filetierte Grapefruit, das Grüne der Frühlingszwiebeln und ein Löffelchen Ziegenfrischkäse geben. Abschmecken, Pfeffer drüber.

Esst schon mal, ich knips noch eben!  Schön, dass Ihr da ward! Schön, dass wir Samstag nochmal zusammen feiern!

Geschmeckt hat es auch. Sehr lecker, fand ich zumindest. Die Grapefruit war überhaupt nicht quietschig, sondern wunderbar mild und frisch.

 

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Fenchelsuppe mit Lachsklößchen und Orangenschaum

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Nachdem ich kulinarisch in den letzten Tagen nicht viel zu lachen hatte, gab es grade was ganz was Feines. Ich griff gestern zu Fenchel, nicht wissend, was damit zu tun sei. Heute überkam mich dieses Rezept, bei dem ich viel Neues ausprobiert habe und positiv überrascht war, was ja nicht immer so ist.

Die Suppe ist schnell erzählt: 2 Fenchel und 2 Kartoffeln und eine Schalotte anschwitzen, mit Gemüsebrühe ablöschen. Aus Ermangelung an Pernod hab ich etwas Sambuca für den Anisgeschmack dazu gekippt, was die ganze Chose einen tucki zu süß machte. Also wurde mit Zitronensaft gegen gesteuert. Prima. Ein bisschen Safran dazu, etwas Pfeffer, Salz, pürieren. Dann hab ich mir die Mühe gemacht, alles durch ein feines Sieb zu streichen, was in diesem Falle absolut notwendig war um die letzten Fasern vom Fenchel auszusieben.

Für die Lachsklößchen hab ich ein Stück Lachs (etwa 100g) mit einem halben entrandeten Toastbrot, einem Eiweiß, etwas Salz und Pfeffer und etwas Zitronensaft mit einem Mixer zu einer teigartigen Paste zerkleinert. Mit 2 Esslöffeln Nocken abgestochen und in leise kochendes Salzwasser gleiten lassen. 5 Minuten zogen sie darin vor sich hin.

Für den Orangenschaum habe ich meinen elektrischen Milchaufschäumer mißbraucht. Einfach etwas H-Milch, Salz und Orangenöl hinein und anstellen. Das war klasse! Ich schäume jetzt alles! Das war irgendwie festlich heute.

Und auch ein bisschen traurig. Denn es war das vorerst letzte Mittagessen mit Cilli. Cilli ist die kleine dicke Katze von meinen Eltern. Während die nämlich sich in Südafrika den Winter versüßen, lungern sie und ihr Kumpel Cato bei uns rum. Morgen kommen die Urlauber zurück und nehmen uns die Kätzchen. Cilli ist uns besonders ans Herz gewachsen, denn sie ist sehr freundlich. Im größten Getobe schmeißt sie sich mit an die Front und wenn sie etwas von der leckeren Malzpaste haben will, redet sie mir einem: „Meeehhhrrr!“ Das ist eindeutig zu verstehen. Nun, heute saß sie wie immer mit am Tisch und ich hab ihr etwas vom Süppchen angeboten. Da sie aber nichts sagte, dann wollte sie wohl nichts. Aber das ist auch gut so. Denn das Foto täuscht. Man muss sie sich wie einen Eisberg vorstellen. Das, was man sieht ist verhältnismäßig viel kleiner, als das, was man nicht sieht.

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Vanille-Pistazien-Risotto und Zander

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Manchmal wird man hier so heiß auf Dinge gemacht, dass man es kaum aushält, das eine oder andere nicht zu haben oder nicht zu bekommen. Die einen kriegen keinen Cima di Rapa, die anderen keinen Grünkohl. Die Belper Knolle macht sich rar und Fregola Sarda sind nur übers Internet zu beziehen. Ich wollte eine Vanillemühle haben, mit der Claudia schon seit Tagen herumkokettiert und hier und da ihr Essen bekrümelt. Schier lebensnotwendig schien sie mir zu sein und meine Gier danach unbeschreiblich. Gestern war es soweit. Ich hab sie mir besorgt. Nach dem Kindergarten hatte ich meine Jungs und einen Kumpel von ihnen für ein paar Augenblicke im Auto gelassen, weil ich einen Parkplatz direkt vorm Supermarkt gesehen hatte. „Ja“, sie wollten lieb warten, „ja“, sie machen keinen Unsinn und „ja“, sie schnallen sich nicht ab. Ich flitzte in den Supermarkt, ergatterte die Vanillemühle und fand drei übelgelaunte Kinder vor. „Jasper hat mich mit dem Eiskratzer gehauen“, „Luis hat die Karte nach hinten geworfen!“, „Hugo hat gesagt, ich bin blöd!“. Naja, im Laufe des Tages haben sie sich wieder eingekriegt und  spielten friedvoll. Und ich hatte die Mühle!

Meine Freundin Anja war heute zu Gast und da wollte ich das Teil zum Einsatz bringen. Es gab schon wieder Risotto, aber es war sehr lecker. Und die Vanille darin einfach unersetzlich. Ich hätte auch welche zum Auskratzen gehabt, aber so aus dem Handgelenk gedreht, macht es noch mehr Spaß.

Zwiebelchen und Risottoreis Olivenöl glasig anschwitzen. Mit Weißwein und einem Gemisch aus Fischfond und dem selbstgemachten Suppenpulver von Petra ablöschen. Dann mit 1Tl gemörserten Fenchelsamen, Safran, Vanille (nicht zu knapp!), und etwas Chilipulver würzen und rührenderweise köcheln lassen. Zum Schluß gehackte Pistazien und den Abrieb einer unbehandelte Orange dazugeben. Fisch braten, auftischen! Auf dem Bild sieht das Risotto irgendwie krümelig aus, es war aber m.E. eigentlich schön saftig…

Fregola Sarda mit Salsiccia

SAMSUNGIch war gestern beim italienischen Großhändler Andronaco. Es gab wie immer viel zu bestaunen und es wurden unheimlich viele Kaufanreize geboten. Erstaunlicherweise habe ich mich ziemlich beschränkt und kaufte nicht mehr als 10 Artikel. Unter anderem Fregola Sarda.

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Die wollte ich nach Sybilles und Roberts  Erfahrungen auch endlich mal zubereiten. Fregola Sarda sind kleine geröstete Nudelkugeln aus Sardinien, wie der Name schon sagt. Eine weitere Errungenschaft waren ein paar Salsiccia-Würstchen. Dieses mal wählte ich eine Variante ohne Fenchel, dafür „Piccante“. Damit ich diese tollen Produkte auch möglichst authentisch zubereite, bemühte ich Google. Ich fand irgendwo etwas auf einer italienischen Seite. Nun bin ich kulinarisch den Italienern sehr nah, bin jedoch der Sprache nicht mächtig. Schön, dass es diese Übersetzungsprogramme gibt. Es spuckte mir folgende Kochanleitung aus:

Fregola SARDA MIT WURST

ZUTATEN:

500 g der sardischen fregola Medien
1 Flasche Tomatensauce
200 g Wurst
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
Olivenöl extra vergine
Salz
In einem Topf braten eine Knoblauchzehe mit Öl.
Fügen Sie die Zwiebel und braun grob behandelt.
Fügen Sie die zerbröckelte Wurst ohne Gehäuse.
Kochen Sie es in der Pfanne, bis es sein wird „gut gebräunt ist.
Fügen Sie die Tomaten und das Salz q.b.
Bei schwacher Hitze kochen für 35/40 Minuten, dabei gelegentlich umrühren.
Gießen Sie die Furche in einen Topf mit kochendem Wasser und kochen sie und springen zehn minuti.Deve erweichen ein bisschen und dann fertig garen wie ein Risotto.
In einem großen Topf gießen rut und Bratensauce und lang mit einem halben Glas Wasser.
Kochen, bis sie Wasser resorbiert wird, wie ein Risotto rühren. Probieren Sie, ob die rut gut gekocht wird.
Diente das HOT Fregola bestreichen, mit frischer Petersilie.

Genau so hab ich sie zubereitet. Allerdings hab ich mir erlaubt, noch kleingeschnittenen Fenchel mitzukochen. Ein Riesenhaufen wanderte in meinen Leib. Danke Italien, was wären wir ohne deine Küche!

Bratkartoffeln mit Tkemali

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Eine meiner lieben Nachbarinnen kommt aus Georgien. Als wir einmal bei uns grillten, brachte sie Tkemali (ausgesprochen Tremali) mit. Es scheint sowas wie ein georgisches Nationalheiligtum zu sein. Den ganzen Abend drehte es sich um diese wirklich außergewöhnlich schmeckende Sauce. Und noch Wochen danach begrüßten wir uns mit einem lauten „TREEEEMMMAALLIII!!“ Diese einmalige Sauce schmeckt würzig, sauer, scharf und süß, jedoch wiederum überhaupt nicht wie „süß-saure Sauce“. Wie soll man sie bloß beschreiben? Hmm, auf alle Fälle schmeckt sie zu praktisch zu allem, also zu Fleisch, allem brotigem und wie meine Nachbarin meint, besonders gut zu Bratkartoffeln. (Ich liebe sie zu Quesadilla)

Also wurde eine meiner eingekochten Flaschen aufgeploppt und heute mit Bratkartoffeln als Mittagssnack genossen. Grundlage für Tkemali sind Mirabellen. Ja, ich weiß, jetzt ist absolut keine Saison und das Rezept aufzuschreiben macht grade keinen wirklichen Sinn, aber ich mach es einfach trotzdem mal.

1 Kilo Mirabellen, möglichst nicht so ganz reife. Sie sollten ruhig noch ein bisschen sauer sein. Bei uns gegenüber auf dem Spielplatz wachsen welche, die sind perfekt: außen süß, am Kern sauer.

2-3 Büschel Koriander

6 Knoblauchzehen

2 TL Koriandersamen

2 TL Fenchelsamen

3-4 frische Chilischoten
Salz

Die Mirabellen mit den Kernen kochen bis sie ganz weich sind, und sich die Kerne lösen. Dann die Kerne heraus sammeln und die Früchte pürieren. In einem Mörser die Gewürze und Kräuter zu einer Paste zerstoßen und mit den Mirabellen mischen. Abschmecken und in sterile Flaschen abfüllen. Die Sauce sollte eindeutig sauer schmecken. Wenn die Mirabellen zu süß waren, muss mit Zitronensaft nachgesäuert werden.

Blinis mit Räucherforellen-Tatar und Orangen-Fenchel Schmand

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Gestern im Bioladen lachte mich Buchweizenmehl an. Das Einzige, das ich kenne, was daraus gemacht wird, sind Blinis. Ich habe noch nie welche selber gemacht, also wurde es mal höchste Zeit. Außerdem dachte ich mir das das ein prima Essen für meine Kinder sei, und so bereitete ich den Teig gestern nachmittag in aller Ruhe, während die Jungs Weihnachtsbäume malten.

Für den Teig habe ich einen halben Hefewürfel mit warmer Milch und etwas Honig verrührt und eine Weile zum gehen lassen in den lauwarmen Ofen gestellt. Dann habe ich Weizen- bzw Buchweizenmehl im Verhältnis 2 zu 1 vermengt und die Hefemasse darunter gerührt. Warme Milch dazu gegeben, bis es sich nach einem schönen stabilen Pfannkuchenteig anfühlte. Nochmal gehen lassen, danach über Nacht in den Kühlschrank gestellt, weil ich sie ja erst heute machen wollte. Vor dem Braten heute hab ich noch etwas Salz und ein Ei  untergeschlagen.

Klassischerweise ist Kaviar die Beilage der Wahl. Nun ist es wohl ein wenig überkandidelt, auf einem Dienstag für mich ein Döschen davon zu öffnen, also machte ich mir schnell eine auch ganz schicke aber schnelle und einfache Beillage.

Räucherforellen-Tatar: Räucherforelle in kleine Würfel schneiden, mit saurer Sahne, Salz, Pfeffer und Schnittlauch vermengen.

Orangen-Fenchel Schmand: eine „Schale“ Fenchel ganz klein schneiden, ebenso die Filets einer halben Orange. Mit etwas Limettensaft, Salz, Pfeffer, je einem Löffel Schmand und Saurer Sahne und etwas Fenchelgrün verrühren.

Die Blinis in Butterschmalz ausbacken, dabei wenden, wenn sie so hübsche Bläschen gebildet haben. Alles zusammen war so lecker, dass ich erst nach dem siebten Blini die Segel streichen musste.