Paksoi mit Ingwerkaramell

Pak-Soi-Ingwerkaramell

Hier melde ich mich mal wieder aus dem Off. Hatte wieder Lust was zu posten und außerdem will ich dieses Rezept auf keine Fall vergessen. War an so einem gruselig-dödeligen vergnatzen Tag ein echter Stimmungsaufheller und obwohl es vielleicht ein bisschen unspektakulär aussieht, hat es doch was in sich: schicke Schärfe und frische Süße.

So gehts: Erdnüsse anrösten, beiseite stellen. Nicht zu wenig braunen Zucker in einer Pfanne mit etwas Wasser karamellisieren lassen, dann kommt ne ganze Menge geriebener Ingwer und Chiliflocken dazu. Wenn es alles zusammenklumpt, mit Reisessig ablöschen und auflösen. Dann den Baby Paksoi mit in die Pfanne geben und garen lassen. Erdnüsse dazu und fertig ist es schon. Was für auf die Schnelle und was für „dass die Sonne wieder scheint“.

PS: Oh, ich sehe grade, dass ich diese Sauce vor über 2 Jahren schon einmal beschrieben habe. Egal. Ist immer noch lecker!

Das Innere von Sommerrollen im Reisblattkörbchen

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Man ahnt beim Titel dieses Gerichts schon, dass da irgendwas nicht geklappt hat. Ich hatte mich so drauf gefreut: meine ersten selbst gemachten Sommerrollen. Beim Einschlafen gestern malte ich es mir so schön aus: Schwarze Reisnudeln und buntes Gemüse in Reisblätter gewickelt, in die schwarzer Sesam eingelassen war. Im Geiste rollte ich, dippte und biss ich diese kleinen Köstlichkeiten, bis mich die Realität einholte.

Dabei war alles gut:

Karotten und Gurken durch die V-Reibe gestemmt, mit Fischsauce, Limettensaft und Sesamöl gewürzt.

Reisnudeln gekocht.

Garnelen ausgelöst, klein geschnitten, mit Ingwer und Knoblauch angebraten, abkühlen lassen.

Grünen Salat, Koriander und Minze zerkleinert und mit allen vorherigen Zutaten gemischt.

Dip aus Reisessig, Reiswein, Zucker, Chili und Limettensaft gekocht.

Reisblatt mit Wasser benetzt und auf ein Küchentuch gelegt. ……….. und gewartet, dass es weich wird …… wurde nicht weich….. war wie Autoreifen …… völlig uneinrollbar.

Panik machte sich breit.

Irgendjemand im Internet behauptete, in der Mikrowelle würde es nach einer Minute knusprig. Und tatsächlich, es klappte. Puh. Schnell wurde umdisponiert und die Sommerrollenfüllung nannte sich jetzt Sommersalat der Dip wurde zum Dressing und die Rollenhülle zum Teller. Geht doch!?

Asiatisches Gemüse mit Alge und Gurkensalat

BildEigentlich wollte ich was ganz anderes machen. Nachdem ich nun alle um mich herum schon ganz wuschig mit dem Wakamesalat gemacht habe, wollte ich heute unbedingt Evas Rezept (nochmal lieben Dank dafür!) ausprobieren. Ich hatte alles soweit im Hause. Bis auf die nicht so unwichtigen Algen. Gestern im Asialaden Fehlanzeige. Auf Evas Rat hin, machte ich mich heute in den Bioladen auf und fand „Meeresspaghetti“, genauer gesagt, französische braune Meeresalgen. „Alle Viecher schwimmen im selben Meer“, sagte ich mir und wollte diese Algen statt der japanischen Wakame verwenden. Alles war soweit bereit gelegt. Ich hab nur nochmal schnell aufs Kleingedruckte geschaut: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfahl nicht mehr als ein Gramm dieser getrockneten Alge pro Tag zu verzehren. Das entspricht einem Algenspaghetto!!! Wie um Himmels Willen soll ich denn davon einen Salat zubereiten?? Mal ehrlich, was soll das denn? Was soll ich mit den 400 weiteren Algensträngen in der Packung wohl anstellen? Jeden Tag eine Alge irgendwo untermogeln bis das Haltbarkeitsdatum (27.10.2014) erreicht ist? Und vergifte ich mich, wenn ich mal über die Stränge schlage und mich für 4 Algen entscheide? Hat hier irgendjemand ne Idee was ich damit noch machen kann?

Nun, ich musste zähneknirschend umdisponieren. Wenn ihr in den  nächsten Tagen nichts mehr von mir hört, verabschiede ich mich an dieser Stelle schon einmal. Ich wagte es nämlich, tatsächlich 4 Algenspaghetti in meinem Mittagessen unterzubringen…

Etwas freudlos briet ich Shiitakepilze, Lauch und Edamame, mischete Misopaste und die eingeweichten 4 Algen unter, würzte mit Sojasauce, Gemüsebrühe und richtete es zu Reis an. Schmeckte ganz passabel. Um aber nicht ganz von meinem Vorhaben abzukommen, bereitete ich mir den Algen-Gurkensalat von Eva nur mit Gurken zu. Das war köstlich und hat mich wieder in bisschen versöhnt.

Wollt ihr wissen, wie denn diese vermaledeite Alge wohl schmeckte? Ich sag es ungern, aber sie schmeckte nach nix.

Sobanudeln mit Sesamspinat

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Sehr ihr ihn, den dicken schwarzen Schatten unter dem Teller? Leute! Die Sonne scheint! aahhhhrrrrgggg! Und nicht nur das, es ist auch total warm! Letzte Woche bin ich noch durch den Schnee gestiefelt und nun das! Ich hab vorhin Blumen gekauft und gleich leg ich mich für ein Momentchen in den Liegestuhl und grunze vor Freude. Was haben wir uns das aber auch verdient! Weg mit dem ganzen Winterkram und -speck! Her mit dem ganzen Grün, aber zackig!

Los geht es mit diesem Sommersalat. Zuerst hab ich Sobanudeln gekocht und kalt abgespült. Dann ein Dressing aus Sojasauce, Zucker, Salz, Mirin gemischt. Sesamsaat angeröstet und dazugegeben. Frischen Spinat eine Minute blanchiert, eiskalt abgeschreckt, ausgedrückt und klein geschnitten. Sauce, Nudeln und Spinat mit gehackten Frühlingszwiebeln und Zuckerschoten vermischt zum Essen draußen eine Sonnenbrille aufgesetzt.

Linsenbratlinge mit süßsaurem Dip

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Ich gebe zu, das ist jetzt nicht der attraktivste Name für dieses Gericht, aber „Pflanzerl“ hab ich noch nie gesagt und Frikadelle hört sich nach Fleisch an. Bratling ist schon ok. Meinen ersten Bratling hatte ich mit 19. Ich war grade ausgezogen und meine Freundin und ich beschlossen, vegetarisch zu leben. Aus Überzeugung aber auch aus Geldgründen (meinten wir damals). So, was gibts denn für Alternativen? Kochen war noch nicht unser Hobby und so besorgten wir ein Fertigmix „Bratlinge“ vom „Ökostand“. Es war einfach. Mit Wasser mischen, formen, braten. Das sollten wir hinkriegen. Es schmeckte, sah ein bisschen so aus und fühlte sich im Mund an wie Graupappe. „Bratling“ war in den nächsten Jahren eher nicht so mein Leibgericht. Als Falafel aufkamen, änderte sich meine Sicht auf die Dinge und nun bin ich eine ganz große Freundin vegetarischer Knusperplätzchen.

So, hier kommen wirklich leckere Bratlinge, geschmacklich wie optisch weit entfernt von Graupappe:

Rote Linsen kochen. Kichererbsenmehl mit Wasser, Garam Masala und Kurkuma mischen bis ein geschmeidiger Teig entsteht. Gelbe Paprika und Frühlingszwiebeln klein schnippeln und mit den Linsen zum Teig geben. Außerdem hab ich noch körnigen Frischkäse untergerührt, der das Ganze ein bisschen saftig machen sollte. Je nach Gusto abschmecken, braten.

Dazu hab ich eine Art Dip gemacht. So ein bisschen thaimäßig, das passte ganz gut:

Zucker mit etwas Wasser auflösen und karamellisieren lassen. Mit Weißweinessig und Fischsauce würzen. Chilischote dazu, etwas abkühlen lassen. Karotte reiben, Erdnüsse zerkleinern und Gurke fitzelig schneiden. Mit der Sauce mischen und zu den Bratlingen reichen. Selbst mein Mann, nicht gerade ein Bratlingfetischist, haute mächtig rein.

Asiatische Nudelsuppe mit viel Grün

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Attacke! Ich habe den Kanal gestrichen voll! Heute mach ich mich gesund, auf Gedeih und Verderb. Aus den Augenwinkeln sah ich letzte Woche, als noch üppige, köstliche, österreichische Krawummsspezialitäten auf dem Speiseplan standen, dass sich Eva  „Phở bò – Vietnamesisches Lebenselixier“ gekocht hat. Was für den Vietnamesen gilt, gilt sicherlich auch für die Mutti und so kochte ich heute diese sowas von delikate Suppe. Ich spür praktisch schon, wie sie wirkt. 

1 l Rinder- oder Gemüsebrühe, 2 Sternanis, 2 Pimentkörner, 1 Zimstange, 1 Kardamomkapsel, 1  Stück Ingwer, geschält, in Scheiben geschnitten, 1 EL Fischsauce und eine winzige Prise Zucker eine halbe Stunde köcheln lassen. Ich hab noch eine halbe gehäckselte Chilischote und einige Limettenblätter dazu gegeben. Durchseihen und wieder auf den Herd stellen. Statt Fleisch hab ich nun allerlei Grünzeug dazu gesellt: Frühlingszwiebeln, Edamame (grüne Sojabohnen), Zuckerschoten, sowie 2 nicht so grüne Champignons und eingeweichte Reisnundeln. Nochmal kurz durchziehen lassen. Der Duft hat mich schon gleich aus den Latschen gehoben! Ahh! Ich rieche wieder was! Direkt vor dem Essen habe ich noch Limettensaft drüber geträufelt. Sie war sehr sehr gut und wandert in mein ewiges Lieblingsgerichtegedächtnis! Danke liebe Eva, ich glaube, du hast mich gerettet!

Sushi Bällchen mit Avocadocreme

SAMSUNGSchuld war nur eine Avocado. Wunderschön gereift, bereit zum Verzehr. Da ich ihre Schwester aber gestern bereits zu Guacamole verarbeitet habe und nun heute, völlig durchgeknoblaucht, keine Lust auf mehr hatte, gelüstete es mich nach „irgendwas sushiartigem“. Diese hübschen Makiröllchen habe ich schon oft ausprobiert. Die wollen bei mir nur irgendwie nicht klappen. Immer ist das, was sich in der Mitte zu befinden hat, an den Rand gequetscht und geht eine unangenehme Wechselwirkung mit dem Noriblatt ein. Das sollte mir heute nicht passieren und  so nahm ich mir einen guten alten Eierbecher und zweckentfremdete ihn als Modellierhilfe.

Zuerst hab ich den Sushireis vorbereitet: 150g Sushireis sehr gut waschen bis das Wasser klar bleibt. Dann mit einem Zentimeter Wasser bedeckt auf den Herd stellen und einmal richtig aufkochen lassen. Deckel drauf und noch 10 Minuten (oder mehr) bei kleinster Stufe ziehen lassen. Gelegentlich umrühren. Aus dem Topf nehmen und zum Ausdampfen auf einem Brett ausbreiten. Salz und Zucker in 2EL Reisessig auflösen und über den Reis verteilen, vorsichtig mischen und abkühlen lassen.

Für die Avocadocreme eine reife Avocado mit Wasabipaste, etwas Limettensaft und Salz pürieren und abschmecken.

Dann von einer Salatgurke mit einem Sparschäler längs hauchdünne Streifen abhobeln. Salzen, kurz beiseite stellen. In einen Eierbecher Klarsichtfolie legen und dann mit  Gurkenstreifen und/oder Lachsscheiben (ich hatte Räucherlachs) auskleiden. Sushireis einfüllen, festdrücken und überstehenden Fisch oder Gurke drüber schlagen. Nun das Bällchen vorsichtig mit der Folie aus dem Eierbecher ziehen und auf den Teller platzieren.

Mit Avocadocreme drapieren, etwas Sesam für die Deko, das war’s!