Kartoffel-Kerbel-Knusper-Püree mit Spargel

Knusperpueree

Ich gebe zu, optisch eher ein Weggucker, aber die erste Servierdarbietung war noch schlimmer …

Ich  ging vorhin zum Markt und war auf Spargelpirsch. Wollte was Neues posten. Aber mit Butter und Schinken hol ich hier ja niemanden von der Sonnenliege runter. Ich machte mithilfe Kartoffeln, Milch, Joghurt, Salz, Pfeffer und frischer Kerbel ein würziges, aber leichtes Püree. Dann briet ich mit allerhand Butter fitzelig geschnippelte Weißbrotwürfel bis sie so richtig knusprig waren. Der Spargel wurde ohne Chi-Chi einfach konventionell gekocht.

Auf dem Teller sah das dann so aus: langer Spargel an Püreenocken und Croûtons darauf. Wie wir Norddeutschen sagen: dröge.  Hier ein Ausschnitt des traurigen Mahls:

Ausschnitt-puereeIch ärgerte mich schon, weil es so nicht zu veröffentlichen wäre. Aber dann probierte ich es und fand doch großen Gefallen daran. Zumindest, wenn ich nicht hinschaute. Da das Püree mit den knusprigen Croûtons zusammen so lecker schmeckte (knusprig in weich, buttrig in kartoffelig), genehmigte ich mir eine zweite Portion. Dafür kamen die Knusperstückchen direkt in den Kartoffelbrei und die Spargel mundgerecht noch einmal kurz in die Butterpfanne. Das Arrangement seht ihr oben. Ich bildete mit ein, es war jetzt noch leckerer als vorher!

 

Grüner Spargel mit Orangenbutter und Kammmuscheln

MinzeSpargel_Orangenbutter

Was für ein Tag! Die Sonne wärmte, das Grün sprießte, der Grill grillte und die Füße waren bar. Raus mit den Überwinterpflanzen und auf mit der Sonnenbrille! Die Terrasse wurde klar gemacht. Für Blumen, die ich neulich in der Gärtnerei gekauft hatte wurden Töpfe entkrautet und neu bestückt. Und siehe da – da kommt doch was. Und das ist ganz doll Grün! Die Minze hatte sich klammheimlich mithilfe unterirdischer Wurzelpipelines ausgebreitet und steckte für sich neue Claims ab. Nix da, ich will Koriander und Rucola einsäen! Das frisch geschlüpfte Pflänzchen musste weichen und einer anderen Bestimmung zugeführt werden. Zusammen mit dem Spargel und den Kammmuscheln ergab es eine feine kleine Vorspeise:

Spargel mit Butter in einer Pfanne anbraten, würzen, rausnehmen. Dann die Muscheln braten, mit Salz, Pfeffer und Vanille würzen und mit frisch gepresstem Orangensaft ablöschen. Fische Pipeline-Minze dazu, einkochen lassen. Nochmal geschmacklich nachjustieren und mit dem Spargel zusammen anrichten.

 

Gegrillter Saibling mit wildem Spargel und Holunderschaum

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Mein kleiner Fischmann auf dem Markt verkaufte mir einen kleinen Saibling. Und gegenüber gab’s wilden Spargel. Das sollte heute mal alles gemeinsam auf den Grill. Und irgendwas holunderiges wollte ich dazu machen. Holunderblüten sind im Moment mein Allerliebstes. Ich habe schon literweise Sirup eingekocht und Essig bereitet. Dieser Duft – aahhhh! Ich geh vor Freude kaputt bei diesem Duft! Zum Fisch wollte ich heute mal was ausprobieren.

In den Saiblingsbauch habe ich schonmal ein paar Blüten reingelegt. Dann wurde der Fisch gewürzt und in ein Fischgrillgitter verbracht. Den wilden Spargel habe ich vorgekocht, eingeölt und zusammen mit dem Gitterfisch auf den Grill gelegt. Ich sag mal so: Das hätte vollkommen gereicht.

Trotzdem hab ich mich an Holunderschaum gemacht.  Und zwar hab ich Weißwein mit Holunderblüten und Salz stark reduzieren lassen. Blüten entfernt und mit Milch, Orangenöl, Sahne und Pfeffer im Milchschäumer aufgeschäumt. Vor dem Essen über (besser wäre an) das Grillgut gegeben. Eigentlich war dieser Schaum viel zu zart gegenüber dem gegrillten Fisch und dem herzhaften Spargel, auch optisch hat man das Gefühl, man hat so ein „Eins von den Dingen passt nicht zu den anderen“-Bildern vor Augen. Aber als ich das feine Fleisch freigelegt hatte, empfand ich den Schaum doch eigentlich recht apart.

Spargel-Rhabarber Quiche mit Erdbeerchutney

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Ich habe das Gefühl, dieser Tage ranken sich die kulinarischen Gedanken einzig und allein um Spargel, Erdbeeren und Rhabarber. Und da alle diese Lebensmittel in meinem Kühlschrank drauf drangen, dem raschen Verbrauch anheim fallen zu dürfen, handelte ich und verwendete alles gleichzeitig.

Zuerst zum Erdbeerchutney: Erdbeeren putzen und klein schnippeln. Schalotte kleinst würfeln und in etwas Olivenöl angehen lassen. Erdbeeren dazu. Dann mit Balsamico ablöschen. Salz, Pfeffer und zerstoßenen Langpfeffer dazu geben, einkochen lassen und kräftig abschmecken.

Für die Quiche habe ich einen Mürbeteig aus 180g weißem und 120g Vollkornmehl, einem Ei, 150g weicher Butter, Salz und Paprikapulver geknetet und eine Stunde im Kühlschrank geparkt. Den Guss aus 3 Eiern, Ziegenfrischkäse, etwas Schmand, Zitronenthymian, Salz Pfeffer zusammen gerührt und auch kräftig gewürzt. Den Teig habe ich dann in eine Form gedrückt, eingepiekst und 20 Minuten bei 180 Grad vorgebauten. Dann kamen grüner Spargel und klein geschnittener Rhabarber in hübscher Formation auf den Boden und wurde mit dem Eiergemisch begossen. Wieder in den Ofen zurück und warten, bis alles leicht anbräunt.

Chutney und Quiche zusammen sind ganz witzig in der Kombination. Das Chutney ist allerdings recht dominierend und ich schau mal, ob ich einen gleichwertigeren Partner in dunklem Fleisch oder Käse oder so finde.Erdbeerchutney

Spargel-Mousse mit Räucherforellensalat

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Meine Omi hat immer „Sparjel“ gesagt. (mit einem spitzem „Sp..“) Das mochte ich sehr. Meine Omi mochte ich natürlich auch sehr. Und immer wenn ich an Spargel denke, denke ich an Sparjel und an meine Omi. In diesen Tagen besonders oft und besonders gerne. Denn ich könnte täglich Spargel essen und bemühe mich auch, es zu tun. Gestern Abend gab es ein wahres Spargelfest: mit Kratzete und Hollandaise. Für vorweg hatte ich ihn anders zubereitet, nämlich als zart schmelzende Mousse:

Dazu habe ich 300g weißen Spargel gekocht und püriert.

150g Ricotta mit etwas Joghurt und dem Mark einer halben Vanilleschote, Salz, Limettensaft, einer Prise Cayennepfeffer und Pfeffer verrührt.

Das abgekühlte Spargelpüree dazu, sowie 300ml geschlagene Sahne.

4,5 Blatt Gelatine aufgelöst und darunter gerührt. In eine Form (ich hatte eine kleine Springform) geben und mindestens 4 Stunden kalt stellen.

Für den Salat habe ich geräucherte Räucherforelle mit Gurke, Birne, Frühlingszwiebel, Zitronensaft und neutralem Öl vermischt und mit Salz/Pfeffer abgeschmeckt. Etwas Kresse dazu.

Ach Omi, das hättest du auch gerne gegessen, auch wenn du vielleicht „Sparjelpudding“ dazu gesagt hättest.

Knusper-Spargel mit Süsskartoffeln

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Ich war am Wochenende in Genf. Und es war sehr schön. Ein wunderbar entspanntes Zusammendrein mit liebsten Freundinnen. Das Wetter lud weniger zu Wandertouren auf den Bergen als zu Storechecks in die französischen und schweizerische Supermärkte ein. Aber da wir alle Freundinnen feiner Produkte sind, ging das für uns absolut in Ordnung.

An einem Grillabend bei Freunden meiner Freundin gab es als Beilage Süßkartoffelchips aus dem Ofen. Sie sollten knusprig sein, waren es aber nicht. Aber das war das Herrliche daran. Ich verputzte das halbe Blech. Ein Wunder, denn ich hatte bereits 2 Merguez, 2 Lammkoteletts und 10 Rippchen, Brot und Salate intus, aber ich war wie im Wahn. Hab ich mal von meiner fehlenden Fresssperre erzählt? Hier kam sie wieder voll zum Tragen.

Logisch, dass das heute nochmal auf den Tisch musste. Also hobelte ich (leider nur) eine Süßkartoffel in feine Scheiben, gab Olivenöl und Salz darauf und stellte sie in den Ofen. Unterdessen kochte ich Spargel al dente, briet ihn kurz an und schwenkte ihn noch in mit getrocknetem Chili und Knoblauch versetzten Semmelbröseln. Zusammen auf den Teller, Salzen, Pfeffern. Mehr war es nicht. Aber auch nicht weniger. Mir reichte es zum Glücklichsein.

Pastasotto mit Spargel und Berberitzen

Fregola pastasotto Spargel

Gestern bummelte ich so durch meine Lieblingsblogs und blieb bei Magentratzerl hängen. Es lächelte mir dort so ein saftiges, grünes Risotto entgegen. Mein Mittagsplan für heute stand. Grüner Spargel wurde besorgt, alles andere wähnte ich in der Vorratskammer. Ich wühlte mich durch verklippse Tüten und Päckchen. Zwischendurch fand ich ein Rolle Smarties, von denen sofort einige in meinen Mund kollerten. Nur – kein Risottoreis. Aber – Fregola Sarda! Och, die gehen doch auch. Außerdem fand ich ein Büdelchen Berberitzen.  Also wurde umdisponiert und es wurde aus einem grünen Risotto ein herzhaftes Pastasotto, das mich voll und ganz glücklich machte.

Eine Schalotte ganz klein schneiden. Mit getrockeneten Fregola in Olivenöl angehen lassen. Mit Noilly Prat ablöschen und (Rinder-)bouillon angießen. Auf mittlerer Flamme kochen lassen und immer wieder etwas Flüssigkeit nachkippen, wenn die Nudeln drohen, auf dem Trockenen zu liegen. Parallel grüne Spargelstückchen und Berberitzen in Butter knackig garen. Salzen, Pfeffern. Wenn die Nudeln fertig sind und die Flüssigkeit soweit verdampft ist, etwas Parmesan sowie Spargel-Berberitzengemisch unterheben. Die säuerlichen Beeren machen das ansonst herzhafte Gericht schön frisch frühlingsfreundlich. Vielen Dank, liebe Susanne, für deine tolle Inspiration!