Schweinefilet mit Rhabarber

Schweinefilet SalbeiRhabarber ist ja so’ne Sache. Nur ein Gedanke daran, schon piekt es im hinteren äußeren Bereich meines Mundraums. Das gleiche Gefühl habe ich, wenn ich an diese pockigen Himbeerbonbons denke. Sauer, herb. Aber er will ja auch nur lieb sein und hat auch seine Daseinsberechtigung. Hier habe ich ein Rezept von Jamie Oliver ausprobiert und wir fanden, dass Fleisch an Rhabarber ziemlich gut geht.

Ein halbes Bund Salbei mit 3 Zehen Knoblauch und Olivenöl im Mörser zerstampfen. Gesalzenes, gepfeffertes Schweinefilet damit einreiben und eine Weile marinieren. 2 geputzte Rhabarberstangen mit 2 EL Zucker bestreuen, ebenfalls ziehen lassen, in einen Bräter legen. Das Fleisch mit Frühstücksspeck einwickeln und auf dem Rhabarber mit dem Rest der Marinade und weiterem Salbei bei 220 Grad zugedeckt 15 Minuten braten. Dann nochmals 15 Minuten ohne Abdeckung weiter garen, bis der Schinken schön knusprig ist. Dazu gab es neue Kartoffeln, ebenfalls aus dem Ofen, mit Meersalz und Lorbeer gebacken. Das Fleisch war herrlich saftig und mit dem Rhabarber schön frisch und frühlingshaft.

Flank Steak

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Ostern 2013 war ein bisschen anders als die anderen Ostern. Statt in der Hängematte unter blühenden Bäumen zu liegen fuhren wir in den Harz zum Skilaufen. Eier wurden hinter Sofakissen und nicht unterm Buchsbaum versteckt und statt den ganzen Vormittag in der Küche beim Kochen zu verbringen, wunderten meine Mutter und ich arbeitssuchend herum und spielten aus Verzweiflung Kniffel. Alles war entspannt. Der einzige, der was tat, war mein Vater. Der schmiss nämlich den Grill an. Zu Grillen gab es ein ganz feines Stück Fleisch: Das Flank Steak.

Es war ein bisschen wie früher. Mein Vater hatte sehr oft in den USA zu tun und brachte immer die tollsten Sachen mit: die ersten Ernie und Bert Puppen, den ersten „Slime“ wahlweise mit Augen oder Würmern, beleuchtete Jojos, Digitaluhren mit roter Leuchtanzeige, aufblasbare Füße, mit denen man angeblich übers Wasser laufen konnte. Alles Dinge, die es bislang hier nicht gab (oder nie geben sollte).

Jedes Mal, wenn er wieder nach Hause kam, wurde vor der Küche der Koffer aufgeklappt und alle fielen darüber her. In den Jahre, als meine Schwester und ich schon älter waren, verlagerten sich seine Mitbringsel mehr so in die kulinarische Ecke. Seasonings für Dips, Cocktails sowie unbekannte Gewürze wurden importiert. Die Krönung war allerdings das vorher eingefrorene, in Zeitungspapier und Handtüchern eingewickelte Flank Steak, das sicherlich nicht ganz legal deutschen Boden erreichte.

Zu dem Weber Grill (den mein Vater seinerzeit irgendwie im Handgepäck mitgebracht hatte)  gab es ein kleines Rezeptheftchen mit einer Marinade für Flank Steak. Das Fleisch wurde dann immer eingelegt und Tags drauf mit großem Genuss gegessen. Da mein Vater nun schon an die 20 Jahre im Ruhestand ist, kann man sich vorstellen, wie groß die Freude war, als der Plan aufkam, das wieder einmal zu versuchen. In meiner Erinnerung war es das beste Fleisch der Welt und nach dem österlichen Grillgelage kann ich das nicht revidieren.

Hier kommt die großartige Marinade aus dem Webergrillheftchen für ein Steak:

1/2 cup (120ml) olive oil

1/3  cup (80ml) soy sauce

1/4 cup (60ml) red wine vinegar

2 tablespoons lemon juice

1 tablespoon Worcestershire sauce

1 teaspoon dry mustard

1 clove garlic, crushed

1/4 teaspoon freshly ground black pepper

Mehrere Stunden oder über Nacht sollte das Fleisch mariniert werden. Gegrillt wurde der Lappen dann 5 Minuten auf jeder Seite bei direkter Hitze durfte dann noch kurz ruhen.

Selbst mein Mann, der immer was findet, was ihm nicht behagt, hat nichts von seinem Fleisch abgeschnitten und meine 9-jährige Nichte hat nach dem Anblick ihr Vegetariersein kurz aufgegeben. So waren die 2 Kilo (2 Stück) Steak auch mit 7,5 Essern problemlos verputzt worden. Dazu gab es übrigens Ofengemüse und -Knoblauch sowie zweierlei Dips.

Tagliatelle mit Bacon Bits

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Heute Mittag bekam ich schon wieder Besuch. Ach wie schön. Schon das dritte Mal in dieser Woche. (ich glaube, ich sollte ein Pop Up Lunch Restaurant eröffnen). Meine schwangere Freundin Claudia kam vorbei und es gelüstete ihr nach Fleisch. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es keinen Sinn macht, Menschen in diesem Zustand zu widersprechen, also plante ich gleich die doppelt gemoppelte Packung: Steak und Speck. Für Karnivoren immer erste Sahne. Der Clou und der für mich heimliche Star dieser Mahlzeit waren die selbst gemachten Bacon Bits, die es in den USA aus Knuspergedöns und Fleischaroma hergestellt, auch fertig gibt.

Dafür hab ich einfach eine Packung Frühstücksspeck bis zur totalen Knusperness ausbraten lassen. Auf Küchenkrepp abtropfen und abkühlen lassen um ihn dann einfach zu zerstoßen.

Den Nudelteig aus 200g Mehl und 2 Eiern hab ich gestern hergestellt. Mit der Nudelmaschine wurden die hübschen Tagliatelle geschnitten, und sogleich gekocht. Edamame (grüne Sojabohnen) hab ich vorgegart und aus den Schalen geschnippt. In einem Topf wurde dann die Bärlauchbutter von vorgestern aufgelöst, mit den Bohnen und den Nudeln vermischt.

Damit Claudia auch was zwischen die Zähne bekam, hab ich ein Huftsteak angebraten und bei 80 Grad im Ofen nachgaren lassen. Das klappte nicht so richtig. Das Fleisch war nicht so dolle (entschuldige Claudia) und man hätte auch gut und gerne drauf verzichten können. Aber „TATATATA“ die Bacon Bits waren ja noch da und hoben das Essen noch mit einer geballten Ladung Umami.

Bacon Bits

Lammkeule

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Es ist schon verrückt, dass man manchmal praktisch nichts machen muss, um was total Leckeres zu erhalten. Gestern war es wieder soweit und ich habe uns eine schicke Lammkeule besorgt. Nach dem Entbeinen habe ich sie mit mit Liebe, Raz el Hanout und Salz gestreichelt, mit Petersilie und Thymian gefüllt, fein verschnürt, von allen Seiten angebraten und für 6 Stunden bei 90 Grad im Ofen sinnieren lassen. Das Ergebnis war das zarteste, rosaste und saftigste Stück Fleischchen, was ich seit Ewigkeiten gegessen habe. Dazu gab es Ofengemüse mit ordentlich viel Knoblauch und Joghurtsauce mit Za’atar. Und viel Wein …

Heute hab ich den Rest einfach wieder in den Ofen bei 90 Grad gegeben und nach einer Stunde war das Fleisch praktisch genauso prima wie gestern, vielleicht einen Tick weniger rosa, aber nicht minder zart. Den Bratensaft von gestern habe ich mit Stärke gebunden und etwas Creme Fraiche hineingerührt. Dazu kamen –TÄTÄRÄTÄÄ– meine ersten selbstgemachten Nudeln (Oh, hat da Spaß gemacht!), sowie ein Klecks Petersilienpesto. Wenn es Ostern nicht Flanksteak geben würde, ich könnte nächste Woche schon wieder.

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Hühnchen mit Lemon Curd Glasur

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Gestern hatte ich ein kränkelndes Kind zuhause. Es war aber friedlich und fröhlich und muddelte so vor sich hin. Als es gen Mittag ging, spannte ich ihn zum Kochen ein. Er durfte in erster Linie Gewürze mörsern und Reis umrühren. Das klappte prima und wir hatten eine feine kleine Lunchpause und alles wurde aufgegessen!! (nicht nur von mir).

Ich hatte vor ein paar Tagen 3 Gläschen Lemon Curd gerührt. Die Idee und das Rezept kam von Sybille. Ich kam, sah und um mich war es geschehen. Das Zeug MUSSTE ich haben. Also seit Sonntag hatte ich es dann auch und nachdem ich zwei Gläser davon verschenkt hatte, blieb mir nur eins, das in kleine Portionen weggeleckert wird. Auf Brötchen – ein Traum. Auf einem Eistörtchen – ne Wucht! Und auf Fleisch???? Köstlich!

Ich habe ein Hühnerbeinchen mit Olivenöl, Salz, Pfeffer und Cayennepfeffer eingerieben, bei 200 Grad eine halbe Stunde (etwas mehr vielleicht) in den Ofen gegeben. Kurz vor knusprig hab ich Lemon Curd drauf gepinselt und weitere 10 Minuten im Ofen belassen. Das Ergebnis war ein saftig zartes herrlich aromatisches Stück Fleisch, das mein Junge und ich „wie Asterix, Obelix ißt ja immer ein ganzes Wildschein“ genüßlich abgenagt haben. Dazu gab Reis mit Macis, Koriander, Kurkuma, Langpfeffer aromatisiert. Basilikum für ein bisschen frische Farbe. Mjjaammmm!

Bohnen mit Wurst

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Was sich da im italienischen Megakochbuch „Silberlöffel“ so unattraktiv anhört, ist meiner Meinung nach eine ganz vorzügliche Schlemmerei. Da mir fast klar war, dass ich heute keine Zeit zum Einkaufen hätte, war ich froh, aus Bordmitteln (Tüten, Dosen und Eingefrorenem) dieses prima Mittagessen bereiten zu können.

Die weißen Bohnen hab ich schon gestern Abend ins Wasser gelegt. Heute wurden sie dann weich gekocht und mit einer Dose Kirschtomaten (von Mutti, wie es sich gehört), 2-3 Sardellen, etwas Weißwein, 2 Knoblauchzehen, Salz und Pfeffer vermengt. In einer Pfanne hab ich aufgetaute Salsicce vorsichtig mit den letzten kümmerlichen Resten Salbei von draußen gebraten, dann eingepiekt und zu den Bohnen gegeben. Noch mal ne halbe Stunde geköchelt. Noch ein bisschen Olivenöl drüber und Bohnen mit Wurst war fertig. Nur was dazu? Gestern Abend hab ich einen Hefeteig für heute Abend gemacht, da wurde was von abgezwackt und wie bei Magentratzerl ein prima Fladenbrot gebraten.

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Chettinad Chicken Curry und Aprikosenchutney

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Leute, was ihr hier seht, ist der Rest von gestern. Mein Mann kümmerte heute rum und ich hatte ihm Hühnersuppe verordnet. Während also das Hühnchen vor sich hinsimmerte, freute ich mich schon mal auf das Chicken Curry, das ich gestern Abend für uns und unseren lieben Besuch bereitet hatte. Als wir heute Mittag mal ausnahmsweise gemeinsam am Tisch saßen, fragte er mich, warum er nicht das leckere Essen bekommen würde. „Die Suppe ist besser für dich“. Er war zu schwach, um sich zu wehren.

Das Rezept von dem Curry stammt aus dem Indien Kochbuch von Pushpesh Pant. Ich habe es erst letzten Freitag zubereitet, und alle waren so begeistert, dass es gestern gleich nochmal gemacht wurde.

In einem Blender eine frische Kokosnuss, 2TL Mohnsamen, 1TL Fenchelsamen, Zimt, 3-4 grüne Kardamomkapseln, 2-3 Nelken, 1TL Kurkuma mit etwas Wasser im Mixer zu einer Paste pürieren.

In einer hohen Pfanne eine große gehackte Zwiebel anrösten, 5 gehackte Knoblauchzehen, 1EL Cayennepfeffer sowie die Paste mit in die Pfanne, kurz braten. Ein ganzes, in Stücke zerteiltes Hähnchen hinein sowie 2 gehackte Tomaten (hab ich vergessen) und warten, bis die Flüssigkeit verdampft ist. 1/2 l Wasser dazu geben, salzen und 30 Minuten köcheln lassen. Am Ende frische (ich hatte getrocknete) Curryblätter und Saft einer Limette dazu geben. Zum Anrichten mit gehacktem Koriandergrün bestreuen.

Das Aprikosenchutney hab ich mir ausgedacht und passte ganz prima dazu. Hierfür habe ich eine große handvoll getrocknete Aprikosen mit Schalottenwürfeln, geriebenem Ingwer und gelber Chilischote (ich wette, rote oder grüne geht auch!) in etwas Butter angehen lassen. Wasser und Weißweinessig dazu geben und ganz weich kochen. Pürieren, abschmecken.