Grüner Hering mit scharfen Linsen

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Eigentlich wollte sich ja endlich meine kleine Exkursion nach Finnland aufbereiten. Ich war nämlich vor 3 Wochen für 5 Tage dort und durfte ein Fotoshooting begleiten. Unsere Reise führte uns quer durch Südfinnland, was ich zwar sehr reizvoll fand, in meiner mitteleuropäischen Verbrämtheit jedoch einsamer und rauher erwartete. Meine Kollegin und ich deckten uns vorher mit allerhand Knabberkram und Fischkonserven ein, da wir befürchteten, auf dem Weg nichts Anständiges zu kriegen. Der Fotograf fand das sehr merkwürdig und weigerte sich, an unserem Picknick teilzuhaben. Er verlies sich lieber darauf, dass es irgendwo schon etwas geben würde. Gab es auch. Es fand sich in the middle of nowhere in einem sehr ansehnlich ausgebauten Sportzentrum, in dem Schüler, Soldaten und wir gemeinschaftlich kantinierten. Gut, Paella war jetzt zumindest was Warmes, jedoch für mich irgendwie unanständig. Schließlich wollte ich ja authentisch essen.

Später gabs auf unserem kleinen Roadtrip durchaus kulinarisches zu entdecken: haufenweise Pilze und Beeren standen im Wald herum und während der Fotograf auf das perfekte Licht wartete, schlug ich bei den Blaubeeren zu.

Zurück in Helsinki aßen wir in einem Lokal, das durchaus lokal daherkam. Es hieß Kannas (www.kannas.fi) und servierte mir den besten gebratenen Hering meines Lebens:

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Keine Tellerschönheit, aber oh so lecker!

Er war mit Dill und Zwiebeln gefüllt und mit WIRKLICH REICHLICH Butter gebraten.

Nun hatte ich heute die Idee, ebenfalls Hering zuzubereiten. Die Schmeckerinnerung wollte ich mir nicht vermiesen und überlegte mir zu dem kräftigen Fisch eine andere Variante. Mit pikanten Linsen eben. Das Ganze schmeckte natürlich so gar nicht finnisch, und der eine oder andere Leser wundert sich an dieser Stelle vielleicht, warum er sich durch halb Südfinnland lesen musste. Aber Geduld, ich werde später weiter darüber berichten.

Hier nun das heutige Rezept:

Puylinsen mit Salz und Chilipuver aufsetzen. Korianderkörner, schwarze Senfsaat und schwarzen Sesam in einer Pfanne zum Springen bringen, danach im Mörser zermörsern. Zwiebeln in feine Ringe schneiden und mit Salz und Weißweinessig einlegen. Kurz vor Ende der Linsengarzeit die Zwiebeln und frischen Knoblauch dazu tun und etwas mitschmoren lassen. Mit Olivenöl Salz, Pfeffer und Zitronensaft und Harissa abschmecken. Derweil die Heringe mit Salz, Pfeffer, Paprika und Kreuzkümmel würzen und in Roggenmehl wenden. In Öl braten.

Dazu hab ich saure Sahne mit Joghurt und Gewürzen abgeschmeckt und mit frischem Dill versehen.

Da ich im Fischladen vorhin mir 2 Heringe hab filetieren lassen, gibt’s morgen noch Nachschlag. Versprochen!

 

 

Überbackene Gemüsezwiebel mit kandierten Pekannüssen

Gefuellte-Zwiebel

Eigentlich ist es ja sehr schön da draußen. Eigentlich sind Salätchen und Gemüschen in Hülle und Fülle am Start. Aber was soll ich sagen? Mir ist nach deftig. Und mir ist nach überbacken. Und da ich mich entschlossen habe, das Salätchen auf den Abend zu verschieben, gehe ich meinen Gelüsten einfach mal nach. Da macht es auch nichts, dass ich bei 25 Grad Außentemperatur in einer 30 Grad warmen Küche hocke weil der Ofen vor sich hin bullert.

Aber von Anfang:

Ich habe von 2 Gemüsezwiebeln das obere Ende abgeschnitten, etwas Olivenöl und Salz draufgegeben und in einer feuerfesten Schale bei 180 Grad eineinhalb Stunden im Ofen sich selber überlassen. Irgendwann währenddessen wurden 2 kleine Kartoffeln weich gekocht.

In der Zwischenzeit habe ich Pekannüsse in braunem Zucker karamellisieren und auf Backpapier erkalten lassen.

Als ich festgestellt hatte, dass die Zwiebel weich ist, hab ich sie aus dem Rohr geholt und vorsichtig bis zur zweiten Lage ausgekratzt. Dann klein gehackt und mit den zerdrückten Kartoffeln sowie einem klein geschnittenen 3-fingerbreiten Stück Comté (oder anderen ) Käse und etwas Olivenöl vermischt. Mit ordentlich Pfeffer und Salz, sowie frischem Oregano und Estragon abgeschmeckt und wieder in die schlaffen Zwiebelschalen zurückverfrachtet. Dann hab ichs noch lecker gratinieren lassen. Herrlich, wie sich der Käse so schön hat ziehen lassen! Die Pekannüsse hab ich dazu geknuspert und sie haben dem ganzen eh schon köstlichen Gericht einen tollen Pep verliehen.

Beim Essen fiel mir eine Episode aus Kindertagen ein: Wir waren jedes Jahr in Cadaqués im Urlaub und meine Freundin Gesa und ich haben uns häufig bei Bruthitze Gemüsezwiebeln mit Butter und Salz zum Mittag gebraten. Also sooo abwegig war das heute garnicht. Und ein warmer Bauch schadet auch bei warmen Wetter nicht.

 

 

 

Grapefruit Risotto

 

Risotto_Grapefruit

Oh, wie schön! Ich war heute nicht alleine! Es pfiff draußen und meine liebe Nachbarin Babett mit ihrer lieben Freundin Sabine standen vorm Balkon. Vorgestern haben wir zusammen Babetts Geburtstag gefeiert und bis in die Nacht mit vielen Flaschen Crémant auf ihrem ihrem Balkon verbracht. Die erste Frage war dann auch: „Wie ging’s dir denn gestern?“ Es ging. Leidlich.

Aber heute war natürlich alles wieder fein und so lud ich die beiden kurzerhand zum Essen ein. Was überlegt hatte ich mir schon vorher, aber zu dritt ist es neben lecker auch herrlich gesellig. Sabine hat eine Weile in Italien gelebt und ist essentechnisch überhaupt sehr ausgefuchst und so hatte ich ein kleines bisschen Muffensausen, ob es denn auch so schmeckt, wie ich mir dachte.

Gemacht wars ganz einfach:

Ein wenig Fenchel und das weiße von Frühlingszwiebel mit einer gehackten Knoblauchzehe anschwitzen. Den Risottoreis dazu und nach dem Anglasieren mit Weißwein ablöschen. Rühren, Gemüsebrühe, Thymian, rühren, Gemüsebrühe, rühren ….

Sabine testen lassen, noch ein bisschen rühren, Gemüsebrühe, Wein rühren… Nun ists gut!

Hilfe! Ich habe die Garnelen noch nicht gebraten! Schaff ich noch… rühren…. Pfanne, Öl…. rühren, Garnelen rein…. rühren, Salz und Piment d’Espellette….fertig!

In das Risotto noch geriebene Zitronenschale, filetierte Grapefruit, das Grüne der Frühlingszwiebeln und ein Löffelchen Ziegenfrischkäse geben. Abschmecken, Pfeffer drüber.

Esst schon mal, ich knips noch eben!  Schön, dass Ihr da ward! Schön, dass wir Samstag nochmal zusammen feiern!

Geschmeckt hat es auch. Sehr lecker, fand ich zumindest. Die Grapefruit war überhaupt nicht quietschig, sondern wunderbar mild und frisch.

 

Blumenkohl Couscous mit Schwarze-Bohnen-Püree

Blumenkohlcouscous

Ottotlenghi hat’s mal wieder vor- und ich nachgemacht. Allerdings mit Bordmitteln, da ich plötzlich Hunger bekam und keine Lust mehr aufs Einkaufen hatte. Eigentlich sollte das Bohnenpüree Selleriepüree sein, aber ehrlich – ich fand so auch sehr apart.

So gehts: eine gewürfelte Zwiebel und ein Lorbeerblatt mit Olivenöl anschwitzen. Dann gemahlenen Koriander, Kreuzkümmel und geräuchertes Paprikapulver dazu geben. Eine Dose schwarze Bohnen abspülen und ebenfalls dazu. Mit etwas Wasser verdünnen, Lorbeerblatt entfernen und pürieren. Mit Zitronensaft, einem kleinen Löffel Tahini, Salz und Pfeffer abschmecken.

Den Blumenkohl mit einer Küchenmaschine schreddern. In einer Pfanne Zwiebelchen und Knoblauch mit Ras-El-Hanout anbraten, den krümeligen Blumenkohl dazu und kurz weiter braten lassen. Zum Anrichten Püree, Blumenkohlkrümel, geröstete Pinienkerne, Korinthen und frischen Koriander zusammen bringen.

Ich aß alles auf. Die ganze Büchse mit Bohnen und den Blumenkohl. Konnte nicht aufhören … Kohl und Bohnen, oha … bin mal gespannt, wann das Blubbern im Bauch anfängt. Aber egal, das war’s wert!

 

Kartoffel-Kerbel-Knusper-Püree mit Spargel

Knusperpueree

Ich gebe zu, optisch eher ein Weggucker, aber die erste Servierdarbietung war noch schlimmer …

Ich  ging vorhin zum Markt und war auf Spargelpirsch. Wollte was Neues posten. Aber mit Butter und Schinken hol ich hier ja niemanden von der Sonnenliege runter. Ich machte mithilfe Kartoffeln, Milch, Joghurt, Salz, Pfeffer und frischer Kerbel ein würziges, aber leichtes Püree. Dann briet ich mit allerhand Butter fitzelig geschnippelte Weißbrotwürfel bis sie so richtig knusprig waren. Der Spargel wurde ohne Chi-Chi einfach konventionell gekocht.

Auf dem Teller sah das dann so aus: langer Spargel an Püreenocken und Croûtons darauf. Wie wir Norddeutschen sagen: dröge.  Hier ein Ausschnitt des traurigen Mahls:

Ausschnitt-puereeIch ärgerte mich schon, weil es so nicht zu veröffentlichen wäre. Aber dann probierte ich es und fand doch großen Gefallen daran. Zumindest, wenn ich nicht hinschaute. Da das Püree mit den knusprigen Croûtons zusammen so lecker schmeckte (knusprig in weich, buttrig in kartoffelig), genehmigte ich mir eine zweite Portion. Dafür kamen die Knusperstückchen direkt in den Kartoffelbrei und die Spargel mundgerecht noch einmal kurz in die Butterpfanne. Das Arrangement seht ihr oben. Ich bildete mit ein, es war jetzt noch leckerer als vorher!

 

Linsen-Nuss-Blinis mit pikanter Aubergine

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Bei Penny vorhin sah ich Linsenmehl. Aha, oho, das hätte ich eher im veganen Lebensmitteleinzelhandelverkaufsraum erwartet, aber hier, neben Tütensuppen und anderem Quatsch wirkte es wie ein Mahnmal der gesunden Ernährung. Muss mit. Auf dem Trampelpfad nach Hause grübelte ich über eine Zubereitung nach und kam zu diesem Ergebnis. Eine prima Mischung aus dumpfen, pikanten und frischen Geschmacksrichtungen. Es schmeckte überhaupt nicht „gesund“, war es aber bestimmt. Hoffentlich.

Ein achtel Brocken Hefe mit etwas Zucker und lauwarmen Wasser auflösen. Linsenmehl und warme Milch dazu geben, bis eine leicht zähe Masse entsteht. Mit Salz, Pfeffer, Chiliflocken würzen. Für den Biss hab ich geröstete Cashew-,Pinien- und Kürbiskerne mit beigefügt. (komisch, sieht man auf dem Bild gar nicht, waren wohl beim Braten ins Innere gerutscht). Ruhen lassen.

Aubergine klein würfeln, mit einer halben Pepperoni und einer halben Zwiebel sowie einigen Cherrytomaten anbraten. Mit Weißweinessig ablöschen und weiter schmoren lassen. Kräftig würzen. Frische Kräuter dazu. Ich hatte Minze, Oregano, Thymian und Petersilie.

Joghurt mit Tahini, Granatapfelsirup, Zitronensaft und Gewürzen würzen.

Dann erst die Blinis braten, denn die müssen auf Joghurt und Gemüse heisssss auf den Teller.

 

 

 

 

Harzer Käse mit Granatapfel-Linsen

Harzer-mit-Linsen

Nach dem Graukäse der letzten Wochen bin ich jetzt wieder zum einheimischen Stinker geschwenkt. Ich mag ihn abends ja manchmal sehr gerne und diese Variante kombinierte miesen Muff mit frischen Akzenten. Ich  fand es köstlich.

Belugalinsen kochen, salzen. Dressing aus  Olivenöl, Walnussöl, Himbeeressig und Rübensirup mit Frühlingszwiebeln, frischem Koriander, frischer Minze und Granatapfelkernen mischen. Die lauwarmen Linsen dazu. Den Harzer Käse kurz darin marinieren und lecker war der Salat!