Das Innere von Sommerrollen im Reisblattkörbchen

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Man ahnt beim Titel dieses Gerichts schon, dass da irgendwas nicht geklappt hat. Ich hatte mich so drauf gefreut: meine ersten selbst gemachten Sommerrollen. Beim Einschlafen gestern malte ich es mir so schön aus: Schwarze Reisnudeln und buntes Gemüse in Reisblätter gewickelt, in die schwarzer Sesam eingelassen war. Im Geiste rollte ich, dippte und biss ich diese kleinen Köstlichkeiten, bis mich die Realität einholte.

Dabei war alles gut:

Karotten und Gurken durch die V-Reibe gestemmt, mit Fischsauce, Limettensaft und Sesamöl gewürzt.

Reisnudeln gekocht.

Garnelen ausgelöst, klein geschnitten, mit Ingwer und Knoblauch angebraten, abkühlen lassen.

Grünen Salat, Koriander und Minze zerkleinert und mit allen vorherigen Zutaten gemischt.

Dip aus Reisessig, Reiswein, Zucker, Chili und Limettensaft gekocht.

Reisblatt mit Wasser benetzt und auf ein Küchentuch gelegt. ……….. und gewartet, dass es weich wird …… wurde nicht weich….. war wie Autoreifen …… völlig uneinrollbar.

Panik machte sich breit.

Irgendjemand im Internet behauptete, in der Mikrowelle würde es nach einer Minute knusprig. Und tatsächlich, es klappte. Puh. Schnell wurde umdisponiert und die Sommerrollenfüllung nannte sich jetzt Sommersalat der Dip wurde zum Dressing und die Rollenhülle zum Teller. Geht doch!?

Vichy Karotten mit Giersch-Pesto

Vichy Karotten

Ich war schon wieder in der Heimat. Es galt Fussballspiele zu besuchen, Geburtstage zu feiern, Fahrradtouren zu machen und bei einem Reitturnier zuzuschauen. Letzteres war mein erstes dieser Art und die ganze Familie erwartete den Auftritt der knapp 10-Jährigen Nichte, Schwester, Tochter, Enkelin. Es zog sich gewaltig. Wir alle hatten schon eine Bratwurst und ein Stück Torte intus und starrten auf herausgeputze Zossen und Kinder im adretten Dress, die ihre Kreise drehten und „Teehhrab“ machten. Ich schaute mich ein bisschen um und erspähte Giersch. Ich hatte eine Aufgabe. Während die anderen weiter zuschauten, machte ich mich begeistert über die gerade geschlüpften kleinen Blättchen her und sammelte gerade soviel, dass es für ein mittelgroßes Glas Pesto reichte. Nachdem endlich auch meine Nichte an die Reihe kam und ihre Sache prima gemacht hatte, trug ich freudestrahlend meine Beute nach Hause. Dem Rest der Familie war das ein bisschen unangenehm, aber mir war das ein bisschen egal.

Giersch, dieses von Gärtnern verhasste Kraut, schmeckt kräftig, ein bisschen nach Petersilie und ein bisschen nach Karotte. Zum Pesto verarbeitete ich ihn mit Mandeln, neutralem Öl und einem halb-daumengroßen Stück Ingwer.

Mir war heute nach frischen Karotten und so entstand dieses einfache Mittagserlebnis: eine halbe Zwiebel würfeln und mit Butter abschwenken. Karotten, Frühlingszwiebeln und ein bisschen Zucker dazu. Dann mit Mineralwasser angießen, salzen und warten, bis das Wasser und die Butter sich zu einer homogenen Sauce verbunden haben und die Karotten gar sind. Schnell ein Löffelchen vom Giersch-Pesto dazu und mit Kartoffeln und Spiegelei (ich hatte einen Zwilling 🙂  anrichten. Ich fürchte, das mittelgroße Glas ist bald alle. Gut, dass am Wochenende auch Bärlauchjagd abgesagt war und von dem daraus gefertigten Pesto auch noch das eine oder andere Gläschen im Kühlschrank lauert.

Wurzelquiche

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Schwarzwurzeln gibt es ja grade im Überfluss. Und da man sie ja viel zu selten macht, besorgte ich mir welche. Eigentlich kannte ich dieses „Spargel-Substitut“ vornehmlich als ok-es Gemüse mit weißer Sauce. Muss ja nicht sein. So eine Quiche kam mir da schon eher zupass, zumal ich noch ein paar leckere weitere Zutaten verwenden konnte. Meine liebe Freundin und Nachbarin Cathi, in meinen Augen die Königin der Quiches, fand, dass sie einen wunderbar warmen Bauch machte. Was für eine Auszeichnung!

Mürbeteig herstellen aus:

300 g Mehl
Salz
Zucker
150 g weiche Butter
1 Ei , Paprikapulver

Ordentlich durchkneten und als Kugel geformt eine halbe Stunde in den Kühlschrank damit. Quicheform fetten und Semmelbrösel drüber streuen.

Teig ausrollen und in die Form legen. Den Rand mit Teigwürsten ebenfalls ausschlagen. Mit einer Gabel einige Male hinein pieken, sonst wirft er Blasen.

bei 180 Grad 20 Minuten vorbacken.

Schwarzwurzeln schälen ist Pain in the Neck. Es klebt widerlich und man kriegt dieses Zeug nicht mehr von den Händen. Also mit Gummihandschuhen und unter fließendem kalten Wasser arbeiten, sonst hat man schon im Vorfeld keine Lust mehr auf das Gemüse. Ich wußte jetzt nicht, ob sie so im Ofen gar würden, also hab ich sie und eine Karotte kurz blanchiert.

3 Eier und Schmand, Salz und Pfeffer verrühren. Die Wurzelstäbchen auf den gebackenen und erkalteten Teig verteilen, würzen. Dann den Eierguss drüber, frischen Salbei, würzigen Taleggio (oder anderen) Käse und Frühstücksspeck darüber legen. Im Ofen nochmal eine halbe Stunde oder so (ich hab nicht auf die Uhr geschaut, sondern in den Ofen.) backen und heiß, lauwarm oder auch kalt servieren.

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Rinderfilet mit Weinbergkäse und Rübengemüse

SAMSUNGWas war das gestern für eine ausschweifende Party! Es fing alles ganz harmlos an und endete mit Ausdruckstanz im Esszimmer. Sehr lustig! Ich hatte ziemliche Angst vor heute morgen, aber wir waren überraschenderweise topfit. Schnell war das Chaos beseitigt, wir gammelten gemütlich den ganzen Tag im Schlafanzug rum und aßen die Überbleibsel vom Vorabend. Dabei war ein saftiges Rinderfilet zusammen mit einem Stück Weinbergkäse unser erstes kulinarische Highlight des Jahres.

Rinderfilet würzen und scharf anbraten. Im Ofen bei 85 Grad eine halbe Stunde oder so rosa ziehen lassen. Möhren in Würfel schneiden und in Butter schmoren. Gekochte gewürfelte Rote Bete dazu geben und mit einem Spritzer Sherryessig ablöschen. Vor dem Anrichten in Stück Weinbergkäse auf dem Fleisch schmelzen lassen und das Jahr mal so richtig lecker beginnen!

Kokossuppe mit Garnelen

BildIch fror schon den ganzen Tag. Und fieberte dem Mittag entgegen, da ich heute Nacht beschlossen hatte, Kokosnusssuppe zu kochen. Und weil ich heute mal gar keine Lust auf aufwändiges Rumgemache hatte, war das Süppchen auch schnell gezaubert.

Laksapaste, ein paar wenige Chiliröllchen und Zitronengrasstängel in Kokosmilch und Fischfond aufkochen. Mit Salz, Fischsauce und Limettensaft abschmecken. Klein geschnittene Möhren und Frühlingszwiebeln mit hinein geben und bissfest garen lassen. Kurz vorm Servieren rohe Garnelen hinein geben und kurz durchziehen lassen. Alles mit viel frischem Koriander bestreuen. Schon ist mir nicht mehr so kalt!

Lammrücken mit Oliven-Möhren

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Es war so köstlich! Es macht ja doch mal Sinn, sich Rezepte nicht immer selbst auszudenken, sondern sich auf die zu verlassen, die echt was können. Seit kurzem drömel ich auf anderen Foodblogs herum und habe bei http://lamiacucina.wordpress.com etwas Tolles gefunden. Wir hatten einen Lammrücken eingefroren, der mal aufgetaut werden musste. In Sewekow in Brandenburg schlachtet „Onkel Dieter“ seine Tiere und wir durften einen Lammrücken haben. Seine Tiere laufen auf einer Wiese rum, die bis zum Horizont reicht. Sie mampfen Gras, Kräuter und Äpfel, die mein Patenkind über den Zaun schmeißt. Verständlich, dass dieses Fleisch eine Sonderbehandlung verdient.

Den Lammrücken hab ich vorsichtig vom Knochen gelöst und einige Stunden in einer Marinade aus Pfeffer, Senf, Kardamom und Salz sich selbst überlassen. Dann mit Rosmarin in einer Pfanne angebraten und anschließend bei 85 Grad im Ofen etwa 90 Minuten garen lassen.

Für die Sauce wurde etwas Zucker karamellisiert, mit Rotwein abgelöscht und zusammen mit abgezupften Zitronenthymian zu Sirup eingekocht. Dann hab ich Kalbsfond dazu gegeben und mit Salz abgeschmeckt. Das wurde dann erstmal beiseite gestellt.

Dann hab ich Kartoffelgratin zubereitet. In kleinen Gläschen hab ich feine Kartoffelscheibchen mit Sahne, Salz und Muskatnuss bestrichen und mit Bergkäse abwechselnd geschichtet. Im Ofen wurden die kleinen Gratins bei 200 Grad goldbraun gebacken. (ich habe das vor dem Fleisch gemacht und später nochmal mit zum Fleisch gestellt)

Zu den Möhrchen: die Rüben in Scheiben geschnitten und mit Butter und Zucker in einer Pfanne vorsichtig angebraten. Mit Noilly Prat abgelöscht. Klein geschnittene schwarze Oliven dazu gegeben, mit Salz und Pfeffer gewürzt.

Kurz vor dem Anrichten hab ich die Sauce mit Butter gebunden.

Ich weiß, dass hört sich für meine Verhältnisse ein bisschen aufwändig an, aber es hat sich sowas von gelohnt! Und was gibt es Schöneres, als an einem grauen Tag in der Küche rumzupusseln und was echt Tolles zu kochen!?

Karotten-Walnuss-Rösti

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Ich hätte nicht gedacht, dass aus den schon etwas schrumpeligen Karotten aus dem Kühlschrank so was verdammt Leckeres entstehen kann. Es gibt ja manchmal diese Überraschungen, das war definitiv eine! Also, nachmachen! Das war köstlich! Als Kinder haben in solchen Fällen gesagt: „Das essen wir jetzt immer“

200g Karotten mittelfein reiben, eine handvoll Walnüsse hacken, eine halbe Zwiebel dazu, ebenso Petersilie, etwas Vata Churna (Ayurvedisches Gewürz) oder Currypulver, Salz und Pfeffer.

Ein Ei mit je einem guten EL Mehl und 5 Korn Flocken (oder Haferflocken ) zu einem Teig rühren und mit den Karotten vermischen.

In einer Pfanne mit Öl Häufchen setzen und platt drücken. Knusprig braten. Dazu schmeckt süß-scharfe Sauce aus dem Asialaden, aber eigentlich braucht man auch nix dazu.

Scharfe Reisnudeln

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Neulich im Asiamarkt machte ich einen Rollgriff durchs Nudelregal. Reisnudeln waren dabei. Kann man ja mal probieren, dachte ich mir. Heute ist es geschehen und ich bin hin und weg.

Reisnudeln kochen, abgießen und abschrecken.

Ingwer und

Chilischote hacken und mit Tofuwürfeln in Sesam- und neutralem Öl dünsten.

Klein geschnitttene Möhre und Frühlingszwiebel dazu geben.

Mit braunem Zucker, Fischsauce, Limettensaft und Hühnerbrühe würzen.

Nudeln dazu, nochmal heiß werden lassen.

Mit frischem Koriander und gehackten Erdnüssen und noch ein paar Frühlingszwiebelröllchen servieren.