Linsen, Birnen und Fisch im Speck

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Der Wochenmarkt in hiesigen Breiten ist grade voll davon: von den kleinen, ein bisschen unreif aussehenden, mässig attraktiven und knüppelharten Kochbirnen. Was machen die Leute damit? Gibt es wirklich in jedem zweiten Haushalt jeden zweiten Tag „Birnen, Bohnen und Speck“? Über Kochbirnen findet man diesen immer gleichen, wenn auch nicht zu verachtenden Eintopf aus den Zeiten, als der Norddeutsche noch auf der eiszeitlichen Endmoräne stand und der Wind kalt durchs Zauselhaar blies. Andere saisonale Obst- und Gemüsesorten bieten doch auch reichhaltige Variationsmölichkeiten.

Wie auch immer. Wir waren am Wochenende bei Hanna, einer ganz lieben Kollegin meines Mannes. Wir grillten unter der Markise, die Jungs fischten kleine Fische aus dem Teich (und präsentierten sie auf Blättern bevor sie wieder frei ließen), und ich durfte mir Süß- und Kochbirnen vom Bäumchen zwacken.

Was nun damit machen, tun, herstellen? Das Internet gibt nicht so viel her, also musste ich meinen Grips anstrengen und kam auf dieses recht aparte Gericht:

Eine Variante von BB+S. Ich blieb bei Hülsenfrüchten und dem Einsatz von Geräuchertem. (Wobei ich mir hier Räuchertofu auch ganz prima vorstellen kann.)

Also: Kochirnen unten abschneiden. In mit ordentlich frischem Ingwer und Lorbeerblatt veredeltem Salzwasser etwa eine halbe Stunde kochen. Berglinsen waschen und in Gemüsebrühe kochen. Kabeljaufilet in schmale Streifen schneiden, würzen (Salz, Pfeffer, Rauchsalz) und in (Heide)-Schinken einrollen und mit einer grob geschnittenen Zwiebel in den heißen Ofen stellen. Linsen mit etwas Holunderessig, Olivenöl, Salz, Pfeffer, Petersile und Bohnenkraut würzen. Nochmal kurz erhitzen und mit Birne und Fisch auf den Teller bringen.

Speziell die Birnen waren ganz toll! Was kann man noch damit anstellen? Sagt’s schnell, die Saison dauert nicht mehr lange!

Gegrilltes Lengfilet mit Kokoslinsen

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Ja, man mag sich beim Betrachten des Bildes fragen, wo denn hier der Fisch anfängt und wo die Linsen aufhören; aber was hier so monochrom aussieht, schmeckte glücklicherweise nicht so. Im Gegenteil: ein Geschmäckchen hier, eine Schärfe da, insgesamt fand ich es persönlich ein ganz feines Essen. Nicht zuletzt, da ein gewisses Urlaubsfeeling aufkam, als ich den Gasgrill anschmiss und nur so für mich, nur so zum Mittag, ein prächtiges Fischchen darauf garte.

Zuerst röstete ich Kokosraspel in einer trockenen Pfanne. Dann kochte ich rote Linsen mit Ingwer, Chilischote, Zitronengras und einem Limettenblatt. Salzen, abschmecken, Kokosraspel dazu.

Das Lengfilet legte ich in neutralem Öl und Schubecks „karibisches Scampi-und Fischgewürz“ (bestehend aus: Kurkuma, Paprika edelsüß, Senfkörner, Knoblauch, Kreuzkümmel, Kardamom, Chillies, Ingwer, Zwiebeln) ein und legte ihn vorsichtig auf den Grill. Erstaunlicherweise blieb der Fisch ganz. Das Linsen/Grillfisch Mimikry wurde farblich noch mit Koriander und geschmacklich mit etwas Limettensaft aufgepeppt. Das war gestern. Aber gleich schmeiß ich den Grill wieder an. Nur so für mich. Nur so zum Mittag!

Linsen mit Paprika und Büffelmozzarella

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An manchen Tagen passt nichts, an manchen alles. Was hilft es, wenn dein Gehirn sagt: „Iß Sellerie!“, dein Körper aber nach einem Schweinebraten schreit? Nicht, dass mein Körper heute „Linsen!“ brüllte, aber ich habe heute vielleicht rein intuitiv alles richtig gemacht, denn mir hat es hier, heute, gerade eben so ausgezeichnet geschmeckt, so dass ich, jedenfalls zumindest kurzzeitig, rundum zufrieden bin.

Es gab mal wieder einiges zu verbrauchen: die Linsen waren bereits abgelaufen und die Paprika schon schrumpelig. Gestern Abend hab ich die Paprika geviertelt, mit der Innenseite nach unten auf einen geölten Teller geben und die Haut unterm Grill verkokeln lassen. Wenn man die Paprika dann rausnimmt und ein feuchtes Küchenkrepp drüber legt, lässt sich die Haut prima abziehen.

Heute hab ich die (Puy-) Linsen in Wasser mit einem Lorbeerblatt gekocht. Als sie gar waren, wurden sie abgegossen und mit Salz, Pfeffer, Olivenöl, Aceto Balsamico, Granatapfelsirup und der Gewürzmischung Za’atar (hab ich heute aus Thymian, Sumach, Oregano, Majoran und gerösteten Sesamkörnern gemischt) gewürzt.

Die Paprika von gestern hab ich in Streifen geschnitten. Die kamen dann mit roten Zwiebeln und Olivenöl in eine Pfanne. Salzen, pfeffern. Linsen und Paprika und ein ganzer Büffelmozzarella kamen auf den Teller. Dort wurde noch Olivenöl, Petersilie und Pfeffer drüber gegeben. Dazu hatte ich Brot, mehr brauchte ich nicht zum Glücklichsein. Ich habe mich selbst vor Freude glucksen hören.

Bei mir waren Linsen und Paprika noch warm, aber als Salat ist das auch sicherlich denkbar.

Pasta mit roten Linsen und Ricotta

Vorhin bin ich total lange um den Kühlschrank geeiert und hatte keine Idee für heute Mittag. Dann wühlte ich noch in der Vorratskammer rum und kam da auch nicht wirklich weiter. Irgendwann schaute mich ein doch schon einigermaßen schlapper Basilikum an, der entweder sofort verarbeitet oder in den Müll wollte. Ich habe mich erbarmt, bin noch weiter ein bisschen rumgeirrt, und wie das dann so ist, plötzlich formte sich ein Rezept im Kopf, dass sofort gekocht und verputzt wurde.

Rote Linsen gut waschen und vorkochen. Nudeln ebenfalls kochen. Etwas Rest vom Nudelwasser mit Zitronenschale, etwas Zitronensaft, Ricotta, 1/2 gepressten Knoblauchzehe, Salz, Pfeffer, frischem Basilikum und jeweils einer Prise Zucker und Cayennepfeffer vermischen. Unter Linsen und Nudeln heben. Ich fands lecker, irgendwie frisch, aber auch schön wärmend.

Daal mit Naanbrot

BildIch liebe diese ganzen exotischen Gewürze. Und heute kommen sie mächtig zum Einsatz. Indisches Essen macht mich immer irgendwie glücklich, und heute war mir wieder mal danach. Weil ich Zeit hatte, hab ich auch das passende Brot dazu gebraten.

Fürs Daal:

Zwiebeln und Ingwer fein hacken und mit Butterschmalz in eine Pfanne geben, glasig braten. Dann allerhand Gewürze zufügen. Ich schreib hier mal, was ich benutzt habe, aber das hat man sicherlich nicht immer im Haus. (Also selber schauen, was man hat und was geht). Garam Masala, Vata Churna, Koriander, Chiliflocken, Curryblätter, Kurkuma mit zu den Zwiebeln geben und noch ein bisschen anbraten. Dann rote oder gelbe Linsen und klein gehackte Tomate dazu sowie eine Tasse Wasser. Immer mal wieder umrühren und schauen, ob noch genug Flüssigkeit vorhanden ist. Die Linsen sollen weich kochen, also kann auch immer wieder Wasser nachgekippt werden. Nach 20-30 Minuten sind die Linsen weich und es kann mit Salz abgeschmeckt werden. Das Ganze sollte schon noch ein bisschen suppig sein.

Naan Brot: Einfach einen normalen Hefeteig herstellen, gehen lassen und flache Fladen in einer Pfanne mit Butter braten. Wer mag, kann kurz vor fertig noch Knoblauch in die Pfanne geben.

Ein Klecks Joghurt auf alles (oder auch nicht) und glücklich sein!

Linsensalat mit Ziegenkäse

Heute Mittag gabs was Feines auf die Gabel. Das war besonders schön, da ich nicht allein auf der Terrasse sass, sondern mit meiner verschnupften, aber ganz lieben Nachbarin. Ich hoffe, sie hat was geschmeckt!?

Für den Linsensalat schwarze Linsen aufsetzen. Mit Thymian, Schalotte, Pfeffer und Essig kochen, bis sie bissfest sind. Abgießen und Abspülen. Dann Dressing aus Argan- oder Walnussöl, Balsamico, Salz, Pfeffer, etwas Senf, etwas Zucker rühren und mit den Linsen vermischen, ziehen lassen.

Filo- oder Yufkateig  zurechtschneiden mit Öl einpinseln und in 3-4 Lagen in gefettete Muffinformen falten. Dann von einer Ziegekäserolle ein fingerbreites Stück in die Teigförmchen legen. Etwas Honig und Thymian darüber und im Ofen backen. Dazu hatten wir Rote Bete und (selbstgezogenen!) Salat.