Blitz-Gazpacho

GazpachoIch habe jetzt Schulkinder. Mit zitterndem Kinn und mächtig viel Stolz haben wir sie gestern hinaus in die Welt geschickt. Hach …..

Und heute morgen hab ich das erste Mal Schulbutterbrotdosen befüllt. Kein leichtes Unterfangen bei zwei mäkeligen Kindern. Einer wollte Brot mit Kräutern. Als ich ihm gerade eins mit Pesto beschmiert hatte, schnappte er sich ne Schere, rannte auf den Balkon und schnitt einen Schnittlauch ab. Er wollte kein Pesto, sondern schließlich „mit Kräutern“, und ich schmierte hauchdünn Butter auf eine neue Scheibe, auf die er erst den Schnittlauch und dann noch etwas Kresse bastelte.

Da saß ich nun auf dem Pestobrot. Aber auch noch auf ein paar klein geschnittenen Gemüsen. Es ist immer noch warm draußen und ich hatte überhaupt keine Zeit und nur die paar Reste. So zauberte ich die folgende Gazpacho, die sehr schnell ging. Eigentlich.

Eine kleine Dose Tomaten mit einem halben TL Piment d’Espelette, einer Frühlingszwiebel, ein bisschen Gurke sowie Paprika, Sherryessig, Salz, 2 Knoblauchzehen, Pfeffer und ein bisschen gecrushtem Eis pürieren.

Das wäre die ganz schnelle Version gewesen. Der Genuss verzögerte sich noch ein bisschen, da ich beim Öffnen des Eisschranks ich erst einmal 2 geplatzte Bierflaschen entdeckte, die sich über das gesamte Gefriergut ergossen haben. Grrrr. Nun, nachdem das zähneknirschend beseitigt war, konnte es weitergehen. Ich würfelte das verschmähte Brot und briet es mit Buttter knusprig.

Suppe in Teller, Paprika, Frühlingszwiebeln und Gurken dazu, schönes Olivenöl drüber, Croutons daneben und lecker!

Übrigens habe ich das Kräuterbrot gerade unangerührt in der Brotdose gefunden ….

Flens

Linsenbratlinge mit süßsaurem Dip

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Ich gebe zu, das ist jetzt nicht der attraktivste Name für dieses Gericht, aber „Pflanzerl“ hab ich noch nie gesagt und Frikadelle hört sich nach Fleisch an. Bratling ist schon ok. Meinen ersten Bratling hatte ich mit 19. Ich war grade ausgezogen und meine Freundin und ich beschlossen, vegetarisch zu leben. Aus Überzeugung aber auch aus Geldgründen (meinten wir damals). So, was gibts denn für Alternativen? Kochen war noch nicht unser Hobby und so besorgten wir ein Fertigmix „Bratlinge“ vom „Ökostand“. Es war einfach. Mit Wasser mischen, formen, braten. Das sollten wir hinkriegen. Es schmeckte, sah ein bisschen so aus und fühlte sich im Mund an wie Graupappe. „Bratling“ war in den nächsten Jahren eher nicht so mein Leibgericht. Als Falafel aufkamen, änderte sich meine Sicht auf die Dinge und nun bin ich eine ganz große Freundin vegetarischer Knusperplätzchen.

So, hier kommen wirklich leckere Bratlinge, geschmacklich wie optisch weit entfernt von Graupappe:

Rote Linsen kochen. Kichererbsenmehl mit Wasser, Garam Masala und Kurkuma mischen bis ein geschmeidiger Teig entsteht. Gelbe Paprika und Frühlingszwiebeln klein schnippeln und mit den Linsen zum Teig geben. Außerdem hab ich noch körnigen Frischkäse untergerührt, der das Ganze ein bisschen saftig machen sollte. Je nach Gusto abschmecken, braten.

Dazu hab ich eine Art Dip gemacht. So ein bisschen thaimäßig, das passte ganz gut:

Zucker mit etwas Wasser auflösen und karamellisieren lassen. Mit Weißweinessig und Fischsauce würzen. Chilischote dazu, etwas abkühlen lassen. Karotte reiben, Erdnüsse zerkleinern und Gurke fitzelig schneiden. Mit der Sauce mischen und zu den Bratlingen reichen. Selbst mein Mann, nicht gerade ein Bratlingfetischist, haute mächtig rein.

Shakshuka

BildDer Herr Ottolenghi in seinem Buch „Genußvoll vegetarisch“ macht das schon ganz gut. Und Claudia von Foodviewberlin hat mit ihrem „French Twist“ noch eins drauf gesetzt. Nun wollte auch ich dieses einfache und durchaus würzige kleine Gericht ausprobieren und hatte ein wirklich delikates Mittagessen. Ich habe mich an das Rezept aus dem Buch gehalten (nichts für ungut, Claudia!), aber dafür hatte ich alle Zutaten im Hause.

Kreuzkümmel ohne Fett in einer Pfanne anrösten. Olivenöl und Zwiebeln dazu geben, anbraten. Geschnippelte rote und gelbe Paprika dazu geben. Ebenso etwas Safran, 1Tl Zucker, Thymian,Salz, Pfeffer, 1 Lorbeerblatt, (Petersilie, aber die hatte ich nicht) und ein bisschen rote Chili. Dann kamen noch grob geschnittene Tomaten (frische oder aus der Dose) hinzu und das Ganze brodelte schön weich. Ggf. muss  noch ein bisschen Wasser dazu gegeben werden, es soll eine Art Tomatensauce werden. Abschmecken. Dann vorsichtig zwei Eier in die Sauce gleiten lassen, Deckel auf die Pfanne und vorsichtig stocken lassen. Frischen Koriander drauf, das war’s schon. Dazu gabs bei mir Baguette.

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Linsen mit Paprika und Büffelmozzarella

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An manchen Tagen passt nichts, an manchen alles. Was hilft es, wenn dein Gehirn sagt: „Iß Sellerie!“, dein Körper aber nach einem Schweinebraten schreit? Nicht, dass mein Körper heute „Linsen!“ brüllte, aber ich habe heute vielleicht rein intuitiv alles richtig gemacht, denn mir hat es hier, heute, gerade eben so ausgezeichnet geschmeckt, so dass ich, jedenfalls zumindest kurzzeitig, rundum zufrieden bin.

Es gab mal wieder einiges zu verbrauchen: die Linsen waren bereits abgelaufen und die Paprika schon schrumpelig. Gestern Abend hab ich die Paprika geviertelt, mit der Innenseite nach unten auf einen geölten Teller geben und die Haut unterm Grill verkokeln lassen. Wenn man die Paprika dann rausnimmt und ein feuchtes Küchenkrepp drüber legt, lässt sich die Haut prima abziehen.

Heute hab ich die (Puy-) Linsen in Wasser mit einem Lorbeerblatt gekocht. Als sie gar waren, wurden sie abgegossen und mit Salz, Pfeffer, Olivenöl, Aceto Balsamico, Granatapfelsirup und der Gewürzmischung Za’atar (hab ich heute aus Thymian, Sumach, Oregano, Majoran und gerösteten Sesamkörnern gemischt) gewürzt.

Die Paprika von gestern hab ich in Streifen geschnitten. Die kamen dann mit roten Zwiebeln und Olivenöl in eine Pfanne. Salzen, pfeffern. Linsen und Paprika und ein ganzer Büffelmozzarella kamen auf den Teller. Dort wurde noch Olivenöl, Petersilie und Pfeffer drüber gegeben. Dazu hatte ich Brot, mehr brauchte ich nicht zum Glücklichsein. Ich habe mich selbst vor Freude glucksen hören.

Bei mir waren Linsen und Paprika noch warm, aber als Salat ist das auch sicherlich denkbar.

Linguine mit Auberginen-Paprika Gemüse

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Vorgestern hatten wir die lieben Nachbarn zu gast. Jeder brachte was zu essen mit und wir stellten mehr oder weniger den Tisch und das Geschirr. Es war ein schöner Abend. Besonders schön, weil wir als Austragungsort ein paar Reste behalten durften. Der Mandelkuchen überlebte nicht lange und verschwand in den Kindermäulern. Und von den frischen Linguine vom Markt konnte ich heute noch zehren.

Aubergine und Paprika und etwas Peperoncini recht fein würfeln, in Olivenöl anbraten. Pfeffer, Salz, eine oder mehr Sardellen, und wenn das Gemüse schön weich ist, frisches Basilikum dazu geben. Mit den Nudeln mischen und etwas Zitronensaft beträufeln. Pasta mal ohne Käse, mal ohne Sauce, aber nicht weniger lecker!