Grüner Spargel mit Orangenbutter und Kammmuscheln

MinzeSpargel_Orangenbutter

Was für ein Tag! Die Sonne wärmte, das Grün sprießte, der Grill grillte und die Füße waren bar. Raus mit den Überwinterpflanzen und auf mit der Sonnenbrille! Die Terrasse wurde klar gemacht. Für Blumen, die ich neulich in der Gärtnerei gekauft hatte wurden Töpfe entkrautet und neu bestückt. Und siehe da – da kommt doch was. Und das ist ganz doll Grün! Die Minze hatte sich klammheimlich mithilfe unterirdischer Wurzelpipelines ausgebreitet und steckte für sich neue Claims ab. Nix da, ich will Koriander und Rucola einsäen! Das frisch geschlüpfte Pflänzchen musste weichen und einer anderen Bestimmung zugeführt werden. Zusammen mit dem Spargel und den Kammmuscheln ergab es eine feine kleine Vorspeise:

Spargel mit Butter in einer Pfanne anbraten, würzen, rausnehmen. Dann die Muscheln braten, mit Salz, Pfeffer und Vanille würzen und mit frisch gepresstem Orangensaft ablöschen. Fische Pipeline-Minze dazu, einkochen lassen. Nochmal geschmacklich nachjustieren und mit dem Spargel zusammen anrichten.

 

Graukäse Pressknödel mit Bärlauch

panorama_zellKaspressknoedel-Baerlauch

Wir waren neulich im Zillertal zum Skilaufen. Herrlich war’s! Viel Bewegung an der frischen Luft und kein schlechtes Gewissen, wenn man sich mittags die dicken Portionen auf der Hütte reinzwitschert. Das ganze Jahr träum ich von Kaspressknödel und die Vorfreude steigt bei jedem Höhenmeter, den wir vom norddeutschen Flachland Richtung Süden erklimmen. Hach!

Wie schön man es sich erträumt, so ist es dann ja nicht immer …  Irgendwie sind die Dinger wohl gerade nicht in Mode. Und wenns welche gab, erwischte ich keinen wirklich guten, obwohl ich es jeden Tag auf jeder Hütte probiert hatte. Aber auch dort oben auf Tausenden von Metern ist natürlich die Systemgastronomie eingekehrt und ich war alles in allem recht zufrieden. Damit ich dann letztendlich doch noch zu den Knödeln kam, nahm ich mir die Zutaten aus Österreich mit und briet sie mir eben zuhause. Ich hatte irgendwo ein Grundrezept aufgetan, das ich mit etwas Bärlauch versetzte.

So hab ich es gemacht:

500g Knödelbrot (mitgebracht) mit in Butter glasig gebratenen Zwiebelwürfeln, 150g zerbröseltem Graukäse (mitgebracht) und einem knappen halben Liter warmer Milch (mitgebracht, weil wir sie vor Ort nicht wegkippen wollten) vermischen. Ein Bund frischen Barlach mit etwas Restmilch pürieren, mit untermischen. Mit Salz und Pfeffer sowie Muskatnuss abschmecken. Ruhen lassen, später formen und in einer Pfanne vorsichtig braten.

Dazu gabs Feldsalat und Tomätchen in Vinaigrette und Kürbiskernen (mitgebracht), die ich mit braunem Zucker karamellisiert hatte. Ich war froh, dass die Klamotten noch in den Koffer passten, bei den ganzen leckeren Mitbringseln …

graukäse_streifen
Tiroler Graukäse, ein ziemlich fettfreier Sauermilchkäse, unserem Harzer nicht unähnlich.

Süßkartoffelpüree mit Stremellachs

suesskartoffel_Stremellachs

Gestern habe ich mich total verkocht. Es war so furchtbar, dass ich noch Stunden später „Buäh-buäh-buäh!“-schimpfend durch die Wohnung wackelte. Sollten Süßkartoffel-Rote Bete Rösti werden und waren ekelhaft. Aber gut erzogen wie ich bin, aß ich alles auf. Gar nicht gut. Es waren keine Rösti sondern angebratener Matsch, zudem wahnsinnig versalzen. Ich konnte gar nicht so viel trinken wie mir durstig war.

Anders heute. Total anders und sehr sehr befriedigend. Ausgegangen bin ich nochmal  von Süßkartoffel und Roter Bete. Bei dem Trauma von gestern hilft nur Konfrontationstherapie.

Eins nach dem anderen:

  • Rote Bete in Stückchen schneiden und mit Wasser, Weißweinessig und einem Löffelchen Lavendelhonig al dente kochen. Salzen.
  • Eine Süßkartoffel und eine kleine Pastinake weich kochen lassen. Mit Butter, Muskat und etwas Limettensaft, Salz und Pfeffer abschmecken.
  • Saure Sahne leicht würzen und mit frischem Dill vermischen
  • Stremellachs im Ofen was anwärmen und zerrupfen.

Es waren so viele leckere Geschmackskombis auf dem Teller: Räucher mit sauer, Sauer mit süss, süß mit frisch, frisch mit Fisch, Fisch mit süß…… alles war gut.

Schwarze Bohnen in Schokoladensauce

Schearze_bohnen-schokosauce

Heute habe ich mal wieder gemerkt, wie gut ein anständiges Mittagessen tut! Nun ist in diesem Gerichte auch alles drin, was glücklich macht: Chili, Schokolade, Nüsse und das eine oder andere Kaloriechen ist sicherlich auch dabei. Aber das macht in Anbetracht des Genusses heute mal nichts.

Ich liebe ja schwarze Bohnen. Seitdem meine Freundin Beate in Costa Rica war und mir mit Inbrunst von Gallo Pinto vorgeschwärmt hat, muffel ich das regelmäßig in mich hinein. Nun hatte ich heute aber eine andere Idee und mein Kopfgeschmecke hat sich ausgezahlt.

Ausgegangen bin ich von Mole, diesem mexikanischen Huhn in Schokosauce Gericht. Eigentlich gehören da Anchos- Pasillas-, Mulatos- und Chipotles Chileschoten hinein. Nun habe ich die nicht, so habe ich eben Guajillochili, Chiliflocken und getrocknete Reste von den selbst angebauten verwendet. Soooo schlimm kann das nicht sein.

Aber von vorn: die o.g. Chiliarten zusammen mit Zwiebelwürfeln, Zimt, einer Nelke und  gemahlenen Mandeln in etwas Öl anbraten. Dann gehackte Tomaten und etwas Gemüsebrühe dazu geben. Knoblauchzehe hineindrücken. Einen EL ungesüßtes Kakaopulver dazu, sowie eine kleine Hand voll grob gemörserter Erdnüsse. Köcheln lassen. Das dickte so schön ein, sodass ich noch Wasser dazu gab. Zum Abrunden schmolzen dann  noch 2 Stückchen bittere Tafelschokolade darin. Ach ja, ein paar Kakaonibs hab ich auch noch drangehauen. Und dank kamen schwarzen Bohnen (heute aus er Dose) mit da hinein. Das Ganze köchelte so 15/20 Minuten. Die braune Masse machte mit Paprikastückchen, Koriander und Sesamsamen dann auch optisch noch ein bisschen was her. Dazu gabs Tortillas und Avocado. Glücklich hast gemacht, aber das hab ich ja eventuell schon erwähnt.

Morgen gibts das nochmal, oder soll ich Gallo Pinto machen– Hach ich weiß es noch nicht …

 

Paksoi mit Ingwerkaramell

Pak-Soi-Ingwerkaramell

Hier melde ich mich mal wieder aus dem Off. Hatte wieder Lust was zu posten und außerdem will ich dieses Rezept auf keine Fall vergessen. War an so einem gruselig-dödeligen vergnatzen Tag ein echter Stimmungsaufheller und obwohl es vielleicht ein bisschen unspektakulär aussieht, hat es doch was in sich: schicke Schärfe und frische Süße.

So gehts: Erdnüsse anrösten, beiseite stellen. Nicht zu wenig braunen Zucker in einer Pfanne mit etwas Wasser karamellisieren lassen, dann kommt ne ganze Menge geriebener Ingwer und Chiliflocken dazu. Wenn es alles zusammenklumpt, mit Reisessig ablöschen und auflösen. Dann den Baby Paksoi mit in die Pfanne geben und garen lassen. Erdnüsse dazu und fertig ist es schon. Was für auf die Schnelle und was für „dass die Sonne wieder scheint“.

PS: Oh, ich sehe grade, dass ich diese Sauce vor über 2 Jahren schon einmal beschrieben habe. Egal. Ist immer noch lecker!

Harzer Käse Wan Tan mit Zwiebel-Nektarinen Gemüse

HarzerWanTan

Hallo!

Kennt mich da draussen noch jemand? Manometer, das fühlt sich komisch an, wieder hier zu sein! Aber schön natürlich! Mir wird ganz schwummerig, weil ich grade gesehen habe, dass es fast ein Jahr her ist, als ich das letzte Mal was gepostet habe. Meine berufliche Situation hatte sich seinerzeit verändert und nun wieder zurück verändert. Manches daran ist doof, anderes natürlich nicht. Dass ich wieder koche ist eins der sehr positiven Dinge. Komische Dinge im Kopf zusammen schmecken, über Märkte schlendern – es gibt wahrlich Schlimmeres.

Seit Monaten kursiert mir im Kopf „irgendwas mit Harzer Käse“ umher. Habt ihr Leute mal nach Harzer Käse befragt? Bei „Magst du Harzer Käse?“ bekommt man meistens so ne Art Schweppes Gesicht zu sehen, nur angewiderter. Andere kneifen die Augen zusammen und schütteln sich. Ein paar meinen: „nee, aber ich kenn jemanden, der mag das“. Vielleicht ist einer dieser Jemands einer von euch?

Nun, ich find ihn ziemlich ok, jedenfalls so, dass er hier an dieser Stelle mal gewürdigt sein soll. Gebackener Käse ist ja per se erstmal ziemlich lecker, und mit ein bisschen Knusper drum herum fand ichs für das erste Mal nach so langer Zeit auch ganz gelungen.

Also: ein kleines Stück Harzer zusammen mit Basilikum und Thymian in ein Wan Tan Teig wickeln. Rote Zwiebeln mit gelber Paprika anbraten, mit Himbeeressig und Weißwein ablöschen. Mit Salz, Pfeffer und Chili würzen. Kurz vorm Anrichten noch klein geschnittene Nektarine mitköcheln lassen. Die Teigtäschchen in tiefem Fett ausbacken und auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Ich fände es spannend zu wissen, was Ihr mit dem kleinen Stinker wohl anstellen würdet!!

Fenchel mit Bottarga und Ofentomaten

 

Fenchel BottargaDas hab ich nun davon! Da passt man mal 3 Wochen auf den nachbarlichen Klee auf und schon bekommt man als Urlaubsmitbringsel Bottarga geschenkt! Eins von diesen „daswollteichschonimmermalprobierenaberwokriegichsbloßher“- Produkten, das nach Mittelmeerurlaub schmeckt. Wer es nicht kennt – Bottarga ist getrocknerter Rogen der Großkopfmeeräsche (da schau her), im Block angeboten oder, wie in meinem Fall, gerieben im Glas. Eins von diesen Produkten, bei dem ich keine Angst haben muss, dass es mir hier jemand weg isst, denn es ist zu speziell für meine Foodpuristen um mich herum.

Die häufigste Darreichungsform ist sicherlich zu Spaghetti. Das hab ich probiert und fands herrlich. Heute wollte ich lieber mal Gemüse essen und kopfschmeckte das leicht fischige, würzige Aroma mit Fenchel zusammen und peste los zum Gemüsemann.

Zuhause gings los: Tomaten wurden halbiert und mit Olivenöl, groben Meersalz und etwas Zucker im Ofen gebacken. Als sie fertig waren, hab ich Fenchel fein geschnitten, in einer Pfanne mit Olivenöl angebraten, Salz, Pfeffer, Zitronenschale, Petersilie dazu und mit Weißwein abgelöscht. Etwas schmoren lassen. Auf dem Teller anrichten und mit weiterer Zitronenschale, weiterem Pfeffer und weiterem Olivenöl versehen. Brot dazu. Danke, Ihr lieben Nachbarn, wo geht’s nächstes mal hin? Der Klee ist gut bei mir aufgehoben.

gebratener Spargelsalat

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Gestern sollte es Spargel geben. So klassisch halt. So zum Sonntag. Nun kam uns das grandiose Wetter dazwischen und wir beschlossen, mit der Nachbarschaft zu grillen. Das Fleisch wurde auf Spieße gezogen und der Spargel einer anderen Bestimmung zugeführt: in Form eines Salats. Um aus dem zarten Gemüse noch ein bisschen Kraft zu entlocken, hab ich in angebraten, gesalzen und gepfeffert, mit Weißweinessig abgelöscht und einem Schwupps Pistazienöl abgerundet. Dazu kamen geröstete Haselnusskerne und Petersilie, das wars schon. Simpel, nussig und perfekt zum Gegrillten. Terrassenwarm wars lecker, leicht lauwarm noch besser.

Auberginensalat

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Das Leben ist doch ungerecht mit einem. Nach vielen Monaten, eigentlich schon 2 Jahren des Postens und Genießens bin ich gefangen in einer Life-Work-Balance, die sehr zu Ungunsten von Life ausfällt. Aber ich habe ja schon hinlänglich darüber gemault und will an dieser Stelle auch niemanden damit langweilen. Tragisch ist nicht nur, dass ich meine Küchenversuche nicht mehr teile oder die von anderen geteilten begeistert lese. Sondern, dass ich in alte, ganz schlimme Essgewohnheiten zurückfalle. Nudelnpestovormrechner ist noch die harmloseste Variante. Da ich zur Zeit zusätzlich in einem Büro arbeite finde ich mich mittags, anstatt am Herd oder Kräutertopf, an der Salattheke bei edeka wieder. Die Plastikschale wird bis zum Anschlag gefüllt, mit Etikett versehen (rund und roh 5 Euro!) und mit Plastikgabel vorm Rechner eingenommen. Kulinesse sieht anders aus. Ja, ich könnte mir was mitbringen. Hätte ich Zeit und Muße und Lust dazu… Hätte, Hätte Toastscheiblette.

Ein winziges Highlight in den vergangenen Zeit war der Kauf hübscher Auberginen, die zwar geschmacklich völlig identisch zu normalen Eierfrüchten waren, aber immerhin eine interessante Form aufwiesen: Bild

Eigentlich hätten sie es verdient gehabt, dass ich nächtelang drüber nachgrübel, wie ich sie zubereiten kann. Aber dann entstand aus Resten und Zeitnot ein kleines geschmackliches Freudentänzchen, dass es nach Wochen des Darbens lohnt, an die Welt weiterzugeben.

Die Auberginen wurden in Stücken angebraten. Ingwer und Fischsauce und etwas brauner Zucker karamellisierten das Ganze kurz vor Garende. Basmatireis vom Vortag wurde dann mit entkernten Gurken, geringelten roten Zwiebeln, den letzen noch genießbaren Blättchen einenes bewusst gekauften und unbewusst vergessenen Korianderbüschels sowie fertiger „Green Chili Sauce for Seafood“ vermengt. Dazu kamen dann die Auberginen und ….. da war er wieder, mein Mittagsmoment!

 

Chicorée Tarte Tatin

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Wir kommen grade aus dem Skiurlaub zurück. Knusperbraun und mit strammen Beinchen. Wir waren im lieben Österreich. In dem Land, an dem die Speckrollen trotz ganztägiger sportlicher Ertüchtigung sukzessive anschwellen. Wie immer aß ich fast täglich auf einer Hütte Käsepressknödel. Wahlweise in Brühe, an Salat oder auf Sauerkraut. (Ich hatte auch Speckknödel und Spinatknödel). Man kann sich vorstellen, wie meine Körpermitte jetzt aussieht, zumal am Abend in der Regel ja auch nochmal gekocht wurde. Ich arbeite ein bisschen daran, das alles wieder loszuwerden und bin leider mit diesem Mittagsgericht schon wieder über die zumutbare Kaloriengrenze gekugelt. Aber was soll’s. Endlich hatte ich mal wieder Zeit, was für mich zu kochen und geschmeckt hat es auch schon wieder.

Ich habe erst einmal einen Mürbeteig aus 150g Mehl, 75g gemahlenen Haselnüssen, einem Ei, 40g Trüffel- und 30g normaler Butter und Salz geknetet und eine Stunde im Kühlschrank geparkt. Dann wurden 3 halbiert und geviertelte Chicorée in Bütterchen gebraten und mit 2EL Honig und doppelt so viel Balsamico abgelöscht. Salzen, Pfeffern, das übliche. Das Gemüse wurde in eine Tarteform gelegt und mit dem ausgerollten Haselnuss-Trüffelteig zugedeckt. Für eine halbe Stunde bei 210 Grad gebacken, gestürzt und noch heiß gegessen. Das war für eine Portion ein bisschen viel, den Rest gabs abends. Ich hatte übrigens aus restlichem Teig ein paar Kekse gebacken, die waren auch nicht übel!