Spaghetti mit Garnelen und Meeresspargel

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Der eine Queller ist noch nicht verdaut, da rutscht schon der nächste nach. Und damit es nicht zu langweilig klingt, nenn ich ihn mal anders. Meeresspargel oder Glasschmelz, Salicorne, Perce Pierre, haricot de mer … klingt alles besser als Queller. Aber die deutsche Sprache tendiert ja zu so hässlichen Worten. „Schüttrutsche“, „Straßenkreuzer“, „Achtung“ sind nur Spontaneinfälle von mir. Die Liste reicht von hier bis nach Neudorf-Platendorf.

Gut, dass Queller nicht so unappetitlich schmeckt wie es klingt. Schon gar nicht so, wie ich ihn eben hatte. Was hab ich gemacht? Folgendes:

Kirschtomaten halbieren und mit frischen Knoblauchzehen in Olivenöl bei mittlerer Hitze angehen lassen. Die Tomaten karamellisieren dann ein bisschen, das ist toll. Wenn der Knoblauch schön weich ist, Zwiebelringe und Rosmarin dazu geben und weiter schmoren. Mit Weißwein ablöschen. Zum Schluss die Garnelen und den Queller dazu und nochmal ganz kurz richtig brodeln lassen. Man kann die Garnelen natürlich auch nebenbei braten und später drauflegen, aber so haben sie noch Saft abgegeben, was der Sauce und mir gefiel. Mit Pfeffer, Zitronensaft und einer Spur Vanillezucker würzen (wenn salzen, dann vorsichtig, denn der Queller ist ja an sich schon salzig). Die Spaghetti unterheben und schön langsam genießen.

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20 Kommentare zu „Spaghetti mit Garnelen und Meeresspargel

  1. Das sieht so spitzen-lecker aus wie ich mir den Geschmack vorstelle. Manchmal mache ich ja Fischausnahmen (bei Fleisch hingegen nie), und das hier könnte so ein Fall werden. Ist Aus-Nahme nicht übrigens auch ein schrecklich technisches Wort bei näherer Betrachtung? Kommt gleich nach Schüttrutsche. Oder Glasschmelz. Glasschmelz-Ausnahmepfanne mit Garnelen.

    1. Lass die Dinger doch einfach weg. Soooo besonders waren sie jetzt nicht. Du hast doch sonst sicherlich ne tolle Alternative am Start!? Aber ehrlich: die Queller und der Knoblauch, Tomaten und Vanille (ratsch ratsch 😉 )waren die Hauptakteure.
      Ich finde fast alle deutschen Wörter beim näheren Betrachten schlimm. „Betrachten“ ist auch so eins … „Ausnahme“ auch. „Auch“ auch ..

      1. Wie schon gerade bei dem vorhergehenden Rezept kommentiert: Ich hab‘ ihn! Salicorne stand dran. Und die Vanille-Idee ist nicht von dieser Welt, so gut finde ich die.
        Was ich zu Wakame rausfinden konnte, siehe dort. Siehe dort ist auch so was – da hast Du mir jetzt einen Sprachfloh ins Ohr gesetzt, ich sehe überall nur noch untaugliche Wortungeheuer ;-).

    1. Natürlich habe ich wieder mehr gekauft, als mit einem Mal zu essen war. Also ne Schüttrutsche ist so eine Raupe aus Eimern, die bei ner Renovierung oder Sanierung am Haus angebracht ist um Bauschutt runter donnern zu lassen. Wir hatten eine vorm Balkon, ich dachte, ich dreh durch … Liebe Grüße!

  2. 😀 Ich seh‘ schon, ihr seid wieder fleißig am Werk… Ich nehme für den Wakamesalat übrigens immer getrocknete und weiche sie einfach ein paar Minuten in Wasser ein, die verfünffachen ihr Volumen (gefühlt ;-)). (Trockenobst ist auch noch so ein Wort, führt direkt zur Durststrecke…ich höre jetzt lieber auf).

    1. Ach echt, du machst den selber? Wird der dann auch so schick grün? Wie machst du ihn?!? Oder hab ich ihn auf deiner Seite übersehen? Ich brauche dein Rezept! Ich verrate dir auch mein Lieblings-schlimmes Wort: Geiselgangster!

      1. Nee, ich war krank uns konnte wegen der Kälte vorher nicht anständig trainieren, vielleicht laufe ich einen im Herbst…

  3. Mmmh diesen Meeresspargel muss ich echt mal ausprobieren. Pasta und Meeresgetier ist eh einer meiner Leibspeisen…
    Bez. Deutschewörter… ich hatte englische Freunde zu Besuch und die fanden einige Wörter phonetisch sehr lustig. Achtung! gehörte auch dazu. Besonders gefiel denen auch das Wort Schrank. Es ging fast den ganzen Abend: Achtung! Schrank! 😉

  4. Wow, lecker! Ich will das auch haben. Aber Queller hab ich hier noch nicht gefunden, und das schwäbische Meer lockt eher mit Bodenseefelchen als mit Meeresgetier… ich muss mich mal auf die Suche nach diesem Lebensmittel machen 🙂
    Liebe Grüße!
    Julia

    1. Oh, vielen Dank, ihr beiden! Grüsse aus Santa Barbara nehm ich gerne entgegen, ich erinnere mich an einen wunderschönen Strandtag dort! Gibt es denn Salicorne bei euch? Eure Seite ist übrigens sehr schön. Ich besuche euch jetzt öfter! Liebe Grüsse aus Hamburg!

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