Senfeier

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Schon klar. Senfeier. Demnächst zeigt sie uns, wie man Toast toastet oder ne Pfanne auf den Herd stellt. Jahaa, ich weiß, und ich erwarte keine Ohhs und Ahns. Hab sie mir halt gemacht und  es war so schön.

Das war nicht immer so. Ich kann ich mich als Kind nur an einen einzigen Ausraster meinerseits erinnern: meine Mutter wagte es, uns Senfeier vorzusetzen. Das war das Schlimmste und Ekligste, was es überhaupt nur geben kann. Viel zu scharf, viel zu senfig. Ich habe ihr als 6-Jährige das Versprechen abgenommen, das nie wieder zu tun und ich habe geheult und gebrüllt. Wir haben uns letztes Wochenende mal wieder drüber unterhalten und meine Schwester pflichtete mir bei. Wie so oft im Leben macht es irgendwann Klick. Wann das bei mir war, weiß ich nicht mehr. Aber nun liebe ich sie und deshalb bin ich in diesem Moment mit meiner Eier-Senf-Wampe sehr sehr glücklich. Eigentlich nenne ich sie Sempfeier, das klingt noch leckerer, noch gewaltiger.

Löffelchen Mehl mit einem Löffelchen Butter anschwitzen. Mit Milch ablöschen, Klümpchen vermeiden. Senf nach Geschmack dazu geben. Bei mir darf es ein bisschen beißen. Mit Salz, Pfeffer und getrocknetem Estragon würzen. Noch etwas Sahne und Gemüsebrühe (da freut man sich doch über die selbst gemachte) angießen. 10 Minuten köcheln lassen und aufpassen, dass man genug übrig lässt, denn ab hier regiert bei mir die Gier. Dazu gekochte Eier und Salzkartoffeln. (Wenn ihr ganz lieb seid, erkläre ich euch, wie die gehen!) Sempfeier esse ich unanständigerweise immer mit Löffel und ich begleite mich selber mit lauten Ohhs und Ahhs.

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16 Kommentare zu „Senfeier

  1. Ich bin entzückt! Ich habe sie als Kind auch gehasst, aber vor allem wegen des trockenen Eigelbs hartgekochter Eier *schütel* und dein Ei sieht perfekt aus 🙂

  2. Hatte ich im Februar als Krankenschonkost mit pochierten Eiern. Deine Variante mit Estragon probiere ich das nächste Mal auch noch aus. Ich steh‘ total auf Estragon.

    1. Ich liebe auch Estragon und verstehe garnicht, dass manche Menschen den nicht auf dem Plan haben. Wenn ich krank wäre und jemand würde sie mir machen – ich würde auf der Stelle gesund!

  3. Hach, das ist meine Kindheit bei Omma. Ich liebe Senfeier. Bei der Oma hießen sie immer „verlorene Eier“. Dazu Kartoffelpü, damit man überhaupt nicht mehr beißen muss, ein Traum!!! Ich habe übrigens immer eine Estragonplage im Garten, das Zeug wuchert alles zu, wenn Du magst trockne ich ihn gerne und schicke ihn Dir zentnerweise 🙂
    Liebe Grüße!
    Julia

    1. Liebe Julia,
      Estragonplage?? Oha oha, also ich liebe Estragon und finde getrockneten meistens besser als frischen (der hier auf dem Bild hat echt nur dekorativen Wert). Also, wenn es keine Mühe macht und du ihn wirklich loswerden willst und so – natürlich würde ich etwas davon nehmen! Bitte nicht zentnerweise 😉 Da sägte ich nicht nein!

      1. Alles klar Uda! Wenn der Estragon wieder geerntet werden kann, nehme ich was für Dich weg und schick es Dir dann!
        LG
        Julia

  4. Wie kann man das Gericht nicht lieben. Ich mochte es schon immer, anders als diverse eher säuerliche oder bitterer Küchenklassiker wie Sauerkraut, Grünkohl oder Linsensuppe. Ich liebe auch die würzige senfige Sosse aus mittelscharfen Senf. Nicht zu scharf und nicht zu süss. Ich kenne „Kind gerechte“ Varianten, die sowenig nach Senf schmecken, sie diesen Namen nicht mehr verdienen.

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