Pici mit Steinpilzen und Orangenduft

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Das gibt es selten: Ich mal nicht allein Mittag muppelnd, sondern mit meinem alten Kumpel und Kollegen Henning. Nach langer Zeit haben wir uns gestern gesprochen und sogleich zum Kochen und Essen verabredet. Da wir beide sehr dominant am Herd sind, war vorerst nicht klar, ob das gut gehen würde. Er brachte schicke dicke Pici aus Umbrien (oder war es die Toscana?) mit, sowie Salbei und Tiroler Speck, hauchfein geschnitten. Ich konnte getrocknete Steinpilze und Bio-Orangen dazu steuern. Einen Plan hatten wir nicht.

Eine dicke Hand voll Pilze wurde eingeweicht, eine Zwiebel geschnippelt („kannst du die nicht noch ein bisschen kleiner machen?“) Beides wurde in eine Pfanne gegeben („Warum hast du die nicht angebraten???“). Pilzeinweichwasser und etwas Armagnac („nee, nicht noch Noilly Prat!“) angegossen und eingekocht. Frischer Thymian, („ma‘ ordentlich!“), Salz, Pfeffer, Kalbsfond, etwas Trüffelbutter und Sahne dazu. Schmeckt schon. Währenddessen wurde Salbei in einer anderen Pfanne knusprig gebraten. Nun fiel uns auch mal ein, die dicken Pici aufzusetzen. („wie lange müssen die denn – waas, 22 Minuten!?!??“). Die Zeit wurde genutzt, die Sauce weiter abzuschmecken und zu überlegen, was denn da noch rein könnte. (Anmerkung Henning: ein bisschen Grana Padano zur Bindung) Ich hatte da ja noch diese Orangen und hab mal ein bisschen -schale rein geraspelt.  („Probier mal!“, „Äh. meinste? Oh, das schmeckt ja ganz funky!“). Pici testen („Die sind jetzt gut!“ – „Nee, die sind ja noch ganz gnubbelig!“ – „Ach, du bist ja selbst gnubbelig!“).

Am Ende kam alles auf den Teller. Die Nudeln mit der lecker duftenden Pilzsauce, der hauchfeine Tiroler Speck und der gebratene Salbei. Ein Rest von der Orange wurde noch abgeschabt und fand dort auch seinen Platz. Es war lecker. Und lustig. Oder Henning?

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12 Kommentare zu „Pici mit Steinpilzen und Orangenduft

  1. Ich sach mal so: Es war nicht nur lustig, sondern auch lecker! Besonders die Orangenschale machte sich sehr gut in dem ganzen Schlonz.
    Du hast allerdings vergessen zu erwähnen, dass wir in die Sauce noch ein wenig geriebenen Parmesan untergerührt hatten. Nur der Vollständigkeit halber.

      1. Dachte mir schon, dass das wohl kein Versehen war, ich ahnte ja nichts von deinem fast schon pathologischen Parmesanhass. Aber danke, dass du meine Pici nicht „vergessen“ hast.

  2. Super Party, bitte mehr solche Berichte! Überzeugt auch kulinarisch: Einmal alles, und davon möglichst viel ;-). Wie immer auch diesmal wieder eine mir unbekannte Zutat – Du kannst einen ganz schön auf Trab halten.

  3. Äh, das eben, das war nur ich. Ich komme irgendwie mit meinen Benutzernamen durcheinander, seit ich zwei Blogs habe, und muss nun dauernd überall wieder erst-moderiert werden, wenn ich mal nicht aufpasse. Sorry.

  4. Kochorgie, nicht ?!
    Ich habe seit Ewigkeiten im Hinterkopf endlich mal wieder Pici-Pasta selbst zu machen, das ist nämlich ein Höllenspass. Der Kinderjubel ist gigantisch. Vielleicht krieg ich das ja bald mal hin, so logistisch gesehen……Für den Nachwuchs müßte man dann wohl Bolo dazu kochen…..

    1. Gute Idee! Nudeln gehen ja bei den Gangstern immer und ich habe doch keine Nudelmaschine …
      Mit Steinpilzen darf ich ihnen nicht kommen, es ist ein Jammer. Obwohl sie sie selber so wacker gesucht und gefunden haben. Nüscht zu machen.

      1. Für Pici braucht man keine Nudelmaschine. Der Teig besteht, soweit ich mich erinnern kann, aus Hartweizenmehl und Wasser und wird dann zu Schnüren gerollt. Interessant wird es, wenn man die Dinger um einen Holz-Schaschlikspieß rollt – dann gibt es selbstgemachte Nudeln, rustikaler Stil, aber…..innen hohl, für die Sauce. Wenn ichmal echt viel Zeit haben 🙂

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