Grünkohl-Süßkartoffel-Gratin

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Liebe Norddeutschen, ihr müsst jetzt ganz tapfer sein. So wie ihr kannte ich Grünkohl nur mit Pinkel, Kassler, Kochwurst, Bregenwurst, was auch immer. Es war für mich die einzig denkbare Verwendung für dieses bodenständige Gewächs, dass mancherorts liebevoll „Ostfrisische Palme“ genannt wird. Einerseits wohl, weil die Pflanze optisch ein wenig daran erinnert, anderseits wohl auch, da wir hier oben meteorologisch, gelinde gesagt, ein wenig gehandicapt sind und uns somit den Traum vom Süden ein bisschen in die heimischen Vierwände holen.

Meine Freundin in Berkeley (gebürtige Hamburgerin) erzählte mir neulich hocherfreut, sie hätte tatsächlich Grünkohl gekocht. Schön traditionell unter der Sonne Californiens ein Hauch von Heimat. Sie erzählte außerdem, dass in den USA Grünkohl DAS In-Gemüse ist. Total „nutricious“, total voller „vitamins“, total „detox“, total total. Allerdings kann man sich den figurbewussten Küstenamerikaner nicht so recht mit einem dicken Pinkel vorstellen. Da bereitet man ihn eben anders zu. Z.B. mit Süßkartoffeln. So ich heute auch. Ein bisschen skeptisch war ich schon, war aber so gespannt, dass ich es ausprobieren musste. Was soll ich sagen? Es schmeckte ausgesprochen fein! Weit entfernt von dem, was man kennt und und als das „einzig Wahre“ begreift.

Grünkohl putzen, rupfen und in einer Pfanne in sich zusammenfallen lasssen. Mit Salz, Pfeffer und Koriander würzen. Süßkartoffelscheiben in einer ofenfesten, gebutterten Form auslegen, darauf den Kohl sowie eine weitere Lage Süßkartoffeln. Ricotta mit Sahne und Milch glatt rühren, kräftig würzen und über das Gemüse geben. Schwarzkümmel drüber werfen. Im Ofen bei 200 Grad gratinieren bis die Kartoffeln gar sind.

So Leute, jetzt schaut mal alle über’n Deich und wagt euch vertraut-fremde Genüsse! Alns kloor!?

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8 Kommentare zu „Grünkohl-Süßkartoffel-Gratin

  1. Liebe Uda, das ist ja wieder mal herrlich! Selbst mir als Beinahe-Ostfriesin blutet da nicht das Herz, sondern regt sich der Gaumen. Die Aromen-Kombination stelle ich mir jedenfalls großartig vor, und lecker aussehen tut es auch!

    1. Ach das tut gut! 🙂

      Es war auch ganz prima, Grünkohl wird bei uns gar nicht richtig gewürdigt. Ich glaube, da kann man noch total viele Dinge ausprobieren. In den USA machen sie auch oft Chips davon… wenn man unter „Kale Recipe“ sucht, tut sich ne große Welt auf.

      1. Als ich im Frühjahr in Vancouver war, ist mir das dort bei den Gemüsehändlern und auf den Märkten auch aufgefallen, dass es überall Grünkohl gab. Wohlgemerkt im Mai. Aber in Kanada findet sich sicherlich bestimmt jederzeit irgendwo ein Plätzchen, wo es genügend Frost gibt, den die Pflanzen ja brauchen ;-). Ich bin jedenfalls gespannt auf weitere unkonventionellen Versuchen von Dir mit der Ostfriesen-Palme!

      2. Ich habe gehört, das Frost nicht so relevant ist. Aber ich persönlich brauche frostige Temperaturen, um ihn traditionell zubereitet zu essen … Ich muss gestehen, das der Rest erstmal neben die Kochwurst gelegt wurde und heute Abend mit Freunden gegessen wird. Ich war so gierig auf dem Markt, dass ich einen ganzen Sack gekauft habe. Den muss man erstmal abarbeiten. Aber ich werde bestimmt bald wieder experimentieren.

  2. Hhhhhhhmmmmmm… endlich mal ein leckeres und dazu auch noch vegetarisches Grünkohlrezept! Ein Gedicht 🙂 Wir haben Grünkohl gerade im Garten und ich bin immer auf der Suche nach neuen Anregungen. Da wir uns vegetarisch ernähren, kommen die meisten deftigen „Grünkohlklassiker“ für uns nicht in Frage… Vielen Dank für dieses köstliche Rezept!!

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