Grillen bei Mutti

Meine Mutter liebt Bratwurst. Überall, wo eine Würstchenbude ist, ist meine Mama und isst ihre Thüringer. Das war schon immer so. Und weil sie die Wurst so liebt, hatte ich das als Kind auch zu tun. Ich schielte jedoch immer auf die saftigen, in schlabberiger, köstlich brodelndender Sauce schwimmenden Schaschliks. Es gab aber Bratwurst. „Die ist besser“, sagte sie. Was wusste sie schon. Es gibt so Kindheitstraumata. Nicht, dass ich Bratwurst nun verachte, es gibt in der Tat sehr leckere, aber ich habe ein Faible für Spieße. In allen Formen, mit allem, was sich aufspießen lässt. Heute habe ich ein paar Spieße zum Grillen vorbereitet. Und wir grillen heute bei Steffen. Steffen war mein erster Mitbewohner. Wir wohnten zusammen vor vielen Jahren auf dem Kiez. Dort gibt es einige Imbisse. Befreit aus mütterlichen Händen und Wurstzwängen sind wir manche Abende durch die finstersten Bratbuden getingelt und haben das „Schlimmste Schaschlik der Welt“ gesucht. Und auch irgendwo zwischen Großer Freiheit und Davidstrasse gefunden. Es war wirklich schlimm. Trotzdem hat es mich nie zur Wurst konvertieren lassen.

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