Das Innere von Sommerrollen im Reisblattkörbchen

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Man ahnt beim Titel dieses Gerichts schon, dass da irgendwas nicht geklappt hat. Ich hatte mich so drauf gefreut: meine ersten selbst gemachten Sommerrollen. Beim Einschlafen gestern malte ich es mir so schön aus: Schwarze Reisnudeln und buntes Gemüse in Reisblätter gewickelt, in die schwarzer Sesam eingelassen war. Im Geiste rollte ich, dippte und biss ich diese kleinen Köstlichkeiten, bis mich die Realität einholte.

Dabei war alles gut:

Karotten und Gurken durch die V-Reibe gestemmt, mit Fischsauce, Limettensaft und Sesamöl gewürzt.

Reisnudeln gekocht.

Garnelen ausgelöst, klein geschnitten, mit Ingwer und Knoblauch angebraten, abkühlen lassen.

Grünen Salat, Koriander und Minze zerkleinert und mit allen vorherigen Zutaten gemischt.

Dip aus Reisessig, Reiswein, Zucker, Chili und Limettensaft gekocht.

Reisblatt mit Wasser benetzt und auf ein Küchentuch gelegt. ……….. und gewartet, dass es weich wird …… wurde nicht weich….. war wie Autoreifen …… völlig uneinrollbar.

Panik machte sich breit.

Irgendjemand im Internet behauptete, in der Mikrowelle würde es nach einer Minute knusprig. Und tatsächlich, es klappte. Puh. Schnell wurde umdisponiert und die Sommerrollenfüllung nannte sich jetzt Sommersalat der Dip wurde zum Dressing und die Rollenhülle zum Teller. Geht doch!?

Zucchini mit Polenta

BildIch hatte mal wieder Spargel vorbereitet. Der musste jedoch warten, denn die karamellisierten Zucchini von Claudia kamen mir heute Mittag dazwischen. Eigentlich sind sie einfach nur mit etwas Zucker angebraten und mit Salz und Pfeffer gewürzt, an eine Salbei-Polentaschnitte und knoblauchierten Joghurt mit Granatapfelsirup platziert, aber es war ein echtes Mittagshighlight.

Das ungewöhnlichste an diesem Essen war dieses mir neue Kraut (das da auf den Zucchinischeiben) Es nennt sich Olivenkraut und riecht und schmeckt so, wie es heißt. Jaja, ihr anderen Blogger kennt das bestimmt mal wieder alle, oder?

Schweinefilet mit Rhabarber

Schweinefilet SalbeiRhabarber ist ja so’ne Sache. Nur ein Gedanke daran, schon piekt es im hinteren äußeren Bereich meines Mundraums. Das gleiche Gefühl habe ich, wenn ich an diese pockigen Himbeerbonbons denke. Sauer, herb. Aber er will ja auch nur lieb sein und hat auch seine Daseinsberechtigung. Hier habe ich ein Rezept von Jamie Oliver ausprobiert und wir fanden, dass Fleisch an Rhabarber ziemlich gut geht.

Ein halbes Bund Salbei mit 3 Zehen Knoblauch und Olivenöl im Mörser zerstampfen. Gesalzenes, gepfeffertes Schweinefilet damit einreiben und eine Weile marinieren. 2 geputzte Rhabarberstangen mit 2 EL Zucker bestreuen, ebenfalls ziehen lassen, in einen Bräter legen. Das Fleisch mit Frühstücksspeck einwickeln und auf dem Rhabarber mit dem Rest der Marinade und weiterem Salbei bei 220 Grad zugedeckt 15 Minuten braten. Dann nochmals 15 Minuten ohne Abdeckung weiter garen, bis der Schinken schön knusprig ist. Dazu gab es neue Kartoffeln, ebenfalls aus dem Ofen, mit Meersalz und Lorbeer gebacken. Das Fleisch war herrlich saftig und mit dem Rhabarber schön frisch und frühlingshaft.

Lachs mit Evas Sauce

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War das nicht ein herrliches Wochenende? Endlich mal Sonne, Wärme, Sonnenbrille, bare Füße, keine Pullis … Und der Grill war am Start. Man mampfte ohne Fressbremse bis der Gummizug spannte. Das letze Stück Lachs meiner Nachbarin ging nicht mehr. Und so wanderte es in unseren Kühlschrank. Zu meiner großen Freude, denn das kam mir heute sehr zupass. (Entschuldige, liebe B., ich hätte dich fragen sollen, ich revanchiere mich bei Gelegenheit) Zupässlicher kam mir dann auch noch Evas Kurkuma-Senf-Dill Sauce, die es dazu geben sollte. Außerdem wollte ich mir ein paar Stangen Spargel kaufen gehen. Das wurde aber nichts, denn es kam mir ein riesiger Wäscheberg dazwischen.

In den Kommentaren von Evas flachgelegtem Spargel fand eine amüsante Konversation über Kinderkleidung in den 70ern statt und da wollte ich mich doch kurz einklinken. Das Gelb-Grüne auf Evas Foto erinnerte mich an einen schlimmen Kratzepulli aus Plastikgarn, den meine Omi liebevoll gestrickt hatte. Für meine Schwester gab es das gleiche Exemplar in rot-grün, das sicherlich ebenso kratzte. Er war am Hals so eng, dass im Nacken ein Reißverschluß eingearbeitet wurde, der das Jucken am Hals noch verstärkte. Was haben sie uns eigentlich damals angetan? Nun, ich fand im Album tatsächlich ein Bild von mir und meiner großen Schwester in dem Übeltäter:

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Jetzt schwenk ich wieder zur grün-gelben Sauce, die vorzüglich zu dem Fisch und den gedämpften (Eva, in diesem Punkt hast du auch so recht) Kartoffeln passte. Es sollte erst zu einer Hollandaise umgearbeitet werden, aber Evas mahnende Worte und mein Gummizug von gestern ließen mich auf die etwas leichtere Variante zurückgreifen.

Ich arbeitete mit den Vorräten, die im Hause waren, also gab es weder Spargelwasser, noch frischen Dill noch Dijonsenf. Aber es ging auch so:

Etwas Mehl in Butter aufschäumen lassen, mit Gemüsebrühe ablöschen. 1Tl (Pastis)- Senf und 1/4 TL Kurkuma so wie ein TL Ahornsirup dazu. Ich habe noch ein Schwuppelchen Sahne dazu gegeben, da es mir etwas zu kräftig wurde. Mit Salz, Pfeffer und (entschuldigt) TK Dill abgeschmeckt, kam eine herrliche Sauce dabei heraus. Mit dem gebratenen Lachs und den gedämpften Kartöffelchen hab ich dann auf der Terrasse das erste MittagimGrünen des Jahres genossen.

Den Kratzepulli meiner Schwester war vermutlich das einzige Kleidungsstück, dass ich nicht auftragen musste …

Vichy Karotten mit Giersch-Pesto

Vichy Karotten

Ich war schon wieder in der Heimat. Es galt Fussballspiele zu besuchen, Geburtstage zu feiern, Fahrradtouren zu machen und bei einem Reitturnier zuzuschauen. Letzteres war mein erstes dieser Art und die ganze Familie erwartete den Auftritt der knapp 10-Jährigen Nichte, Schwester, Tochter, Enkelin. Es zog sich gewaltig. Wir alle hatten schon eine Bratwurst und ein Stück Torte intus und starrten auf herausgeputze Zossen und Kinder im adretten Dress, die ihre Kreise drehten und “Teehhrab” machten. Ich schaute mich ein bisschen um und erspähte Giersch. Ich hatte eine Aufgabe. Während die anderen weiter zuschauten, machte ich mich begeistert über die gerade geschlüpften kleinen Blättchen her und sammelte gerade soviel, dass es für ein mittelgroßes Glas Pesto reichte. Nachdem endlich auch meine Nichte an die Reihe kam und ihre Sache prima gemacht hatte, trug ich freudestrahlend meine Beute nach Hause. Dem Rest der Familie war das ein bisschen unangenehm, aber mir war das ein bisschen egal.

Giersch, dieses von Gärtnern verhasste Kraut, schmeckt kräftig, ein bisschen nach Petersilie und ein bisschen nach Karotte. Zum Pesto verarbeitete ich ihn mit Mandeln, neutralem Öl und einem halb-daumengroßen Stück Ingwer.

Mir war heute nach frischen Karotten und so entstand dieses einfache Mittagserlebnis: eine halbe Zwiebel würfeln und mit Butter abschwenken. Karotten, Frühlingszwiebeln und ein bisschen Zucker dazu. Dann mit Mineralwasser angießen, salzen und warten, bis das Wasser und die Butter sich zu einer homogenen Sauce verbunden haben und die Karotten gar sind. Schnell ein Löffelchen vom Giersch-Pesto dazu und mit Kartoffeln und Spiegelei (ich hatte einen Zwilling :)  anrichten. Ich fürchte, das mittelgroße Glas ist bald alle. Gut, dass am Wochenende auch Bärlauchjagd abgesagt war und von dem daraus gefertigten Pesto auch noch das eine oder andere Gläschen im Kühlschrank lauert.

Asiatisches Gemüse mit Alge und Gurkensalat

BildEigentlich wollte ich was ganz anderes machen. Nachdem ich nun alle um mich herum schon ganz wuschig mit dem Wakamesalat gemacht habe, wollte ich heute unbedingt Evas Rezept (nochmal lieben Dank dafür!) ausprobieren. Ich hatte alles soweit im Hause. Bis auf die nicht so unwichtigen Algen. Gestern im Asialaden Fehlanzeige. Auf Evas Rat hin, machte ich mich heute in den Bioladen auf und fand “Meeresspaghetti”, genauer gesagt, französische braune Meeresalgen. “Alle Viecher schwimmen im selben Meer”, sagte ich mir und wollte diese Algen statt der japanischen Wakame verwenden. Alles war soweit bereit gelegt. Ich hab nur nochmal schnell aufs Kleingedruckte geschaut: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfahl nicht mehr als ein Gramm dieser getrockneten Alge pro Tag zu verzehren. Das entspricht einem Algenspaghetto!!! Wie um Himmels Willen soll ich denn davon einen Salat zubereiten?? Mal ehrlich, was soll das denn? Was soll ich mit den 400 weiteren Algensträngen in der Packung wohl anstellen? Jeden Tag eine Alge irgendwo untermogeln bis das Haltbarkeitsdatum (27.10.2014) erreicht ist? Und vergifte ich mich, wenn ich mal über die Stränge schlage und mich für 4 Algen entscheide? Hat hier irgendjemand ne Idee was ich damit noch machen kann?

Nun, ich musste zähneknirschend umdisponieren. Wenn ihr in den  nächsten Tagen nichts mehr von mir hört, verabschiede ich mich an dieser Stelle schon einmal. Ich wagte es nämlich, tatsächlich 4 Algenspaghetti in meinem Mittagessen unterzubringen…

Etwas freudlos briet ich Shiitakepilze, Lauch und Edamame, mischete Misopaste und die eingeweichten 4 Algen unter, würzte mit Sojasauce, Gemüsebrühe und richtete es zu Reis an. Schmeckte ganz passabel. Um aber nicht ganz von meinem Vorhaben abzukommen, bereitete ich mir den Algen-Gurkensalat von Eva nur mit Gurken zu. Das war köstlich und hat mich wieder in bisschen versöhnt.

Wollt ihr wissen, wie denn diese vermaledeite Alge wohl schmeckte? Ich sag es ungern, aber sie schmeckte nach nix.

Pastasotto mit Spargel und Berberitzen

Fregola pastasotto Spargel

Gestern bummelte ich so durch meine Lieblingsblogs und blieb bei Magentratzerl hängen. Es lächelte mir dort so ein saftiges, grünes Risotto entgegen. Mein Mittagsplan für heute stand. Grüner Spargel wurde besorgt, alles andere wähnte ich in der Vorratskammer. Ich wühlte mich durch verklippse Tüten und Päckchen. Zwischendurch fand ich ein Rolle Smarties, von denen sofort einige in meinen Mund kollerten. Nur – kein Risottoreis. Aber – Fregola Sarda! Och, die gehen doch auch. Außerdem fand ich ein Büdelchen Berberitzen.  Also wurde umdisponiert und es wurde aus einem grünen Risotto ein herzhaftes Pastasotto, das mich voll und ganz glücklich machte.

Eine Schalotte ganz klein schneiden. Mit getrockeneten Fregola in Olivenöl angehen lassen. Mit Noilly Prat ablöschen und (Rinder-)bouillon angießen. Auf mittlerer Flamme kochen lassen und immer wieder etwas Flüssigkeit nachkippen, wenn die Nudeln drohen, auf dem Trockenen zu liegen. Parallel grüne Spargelstückchen und Berberitzen in Butter knackig garen. Salzen, Pfeffern. Wenn die Nudeln fertig sind und die Flüssigkeit soweit verdampft ist, etwas Parmesan sowie Spargel-Berberitzengemisch unterheben. Die säuerlichen Beeren machen das ansonst herzhafte Gericht schön frisch frühlingsfreundlich. Vielen Dank, liebe Susanne, für deine tolle Inspiration!